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Da platzte dem Herget der Kragen

Keine Freunde: Der scheidende Dröscheder Dorfsprecher Kai Uwe Herget (li.) und der Geschäftsführer des Heimatvereins Dröschede Horst Pierdolla – zwischen ihnen kam es zum lauten Disput bei der Versammlung der Ortsvereine.

Keine Freunde: Der scheidende Dröscheder Dorfsprecher Kai Uwe Herget (li.) und der Geschäftsführer des Heimatvereins Dröschede Horst Pierdolla – zwischen ihnen kam es zum lauten Disput bei der Versammlung der Ortsvereine.

Foto: Stefan Janke

Dröschede.   Bei der Versammlung der Dröscheder Ortsvereine kam es zum lautstarken Disput zwischen Kai Uwe Herget und Horst Pierdolla.

Was war denn da los im muffigen VHS-Pavillon an der Rauhen Hardt? Eigentlich sollte es „nur“ ein Wechsel an der Spitze der Dröscheder Ortsvereine werden, weil Kai Uwe Herget sein Amt als Dorfsprecher „aus persönlichen Gründen“ niedergelegt hatte. Näheres wollte er zu Beginn der Sitzung der Ortsvereine am Montagabend nicht dazu sagen. Doch dann, als Horst Pierdolla, Geschäftsführer des Heimatvereins Dröschede, eine schriftliche Stellungnahme zum Jahresbericht vorlas, in der es um angebliche vereinsinterne Versäumnisse ging, platzte Herget der Kragen.

Ärger bei den Dröscheder Ortsvereinen

Bei der Neuwahl der Dröscheder Dorfsprecherin Monika Stockmann platzte ihrem Vorgänger Kai Uwe Herget der Kragen. Harte Kritik ging dabei an den Geschäftsführer des Heimatvereins Dröschede, Horst Pierdolla.
Ärger bei den Dröscheder Ortsvereinen

In Manier eines Giovanni Trapattoni ließ er seinem großen Ärger lautstark freien Lauf. „Das ist auch der Grund, warum ich heute Abend mein Amt abgebe. Ich will mich hier nicht mehr malträtieren lassen, mir werden hier Klamotten unterstellt. Ich hab keinen Bock mehr darauf, mich hier fertig machen zu lassen“, sagte der völlig aufgebrachte Kai Uwe Herget.

Plötzlich Verträge, wo seit Jahren Abmachungen galten?

Seine Wutrede ging in Richtung des Geschäftsführers des Heimatvereins Dröschede, der – so war in der hitzigen Diskussion zu hören – vermehrt Unruhe in die Gemeinschaft der zehn Ortvereine bringen soll. Dass der Heimatverein plötzlich Verträge verlange für Vereinbarungen und Termine, für die es bislang ausreichte, wenn sich die Vereine bei Versammlungen absprachen und darüber entschieden wurde, sei eine ganz traurige Angelegenheit, sagt zum Beispiel Monika Stockmann. „Wenn wir alles in Verträge gießen müssen, dann hat bald keiner mehr Lust auf Vorstandsarbeit. Wir haben nie Probleme mit dem Heimatverein gehabt – und jetzt plötzlich treten sie auf“, sagte eine verständnislose Monika Stockmann, die wenige Minuten später zur Dorfsprecherin und damit Nachfolgerin von Kai Uwe Herget gewählt worden ist.

Zuvor hatte Horst Pierdolla noch betont, dass sich der Heimatverein künftig einen respektvollen Umgang innerhalb der Ortsvereine wünscht, zukünftige Unstimmigkeiten sollten im persönlichen Gespräch geklärt werden. „Von daher blicken wir positiv in die Zukunft und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.“

Nachdem sich die Wogen geglättet hatten, gab es tatsächlich auch Positives zu berichten. Der Dorfplatz gegenüber von „Potthof“ ist so gut wie fertig, erklärte Versammlungsleiter Wolfgang Ströter. „Jetzt muss noch alles sauber gemacht werden, auch die Schilder für den Maibaum. Außerdem werden die vier Stelen wieder aufgebaut, die an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnern“, erklärte Ströter, der die Arbeiten für den „neuen“ Dorfplatz begleitet hatte. Nun gebe es auch wieder einen Ort, um Feste im Dorf zu feiern, sagte er.

Und im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärte er weiter, dass auch in die Sache VHS-Pavillon Bewegung gekommen ist. Am Gebäude nagt der Zahn der Zeit, und erste Gespräche mit dem Kommunalen Immobilien Management (KIM) hätten ergeben, dass mit Reparaturen hier nichts mehr zu machen sei. Die Letmather SPD hat bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, die Politik muss nun entscheiden, wie es mit dem viel genutzten Gebäude weitergehen soll.

Stockmann möchte die Jugend ans Ruder bringen

Weiter geht’s bei der Gemeinschaft der Dröscheder Ortsvereine nun wieder mit einer Frau als Dorfsprecherin. Monika Stockmann hatte diese Aufgabe schon einmal für einige Jahre inne, diesmal aber soll es nicht so lang werden. „Ich übernehme die Aufgabe als Dorfsprecherin nur für eine kurze Zeit“, sagte sie. Denn es sei eine wichtige Aufgabe, mehr junge Leute ins Boot zu holen.

Um dies zu erreichen, wird viel Energie gebraucht. Energie, die an diesem Abend auf eine ganz andere Art entladen worden ist.

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