Benefizkonzert

Das andere Krippenspiel mit Josef als Held

Benefiz-Weihnachtskonzertshow der "Comedian Harmonists Today" im Saalbau zugunsten Hospiz Mutter Teresa

Foto: Wolfgang Meutsch

Benefiz-Weihnachtskonzertshow der "Comedian Harmonists Today" im Saalbau zugunsten Hospiz Mutter Teresa Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn.   Die „Comedian Harmonists Today“ sind im Letmather Saalbau zu Gunsten des Hospizes Mutter Teresa aufgetreten.

Krippenspiel einmal anders: In der Version, die die „Comedian Harmonists Today“ aus Berlin am Freitagabend im Saalbau Letmathe vorstellten, sollte endlich einmal Josef der Held in der Weihnachtsgeschichte sein! Schließlich fristet er beim Fest in der Regel ein völlig unscheinbares Dasein. Und so durfte er mal im Mittelpunkt stehen und schildern, wie verantwortungsvoll und beschwerlich seine Aufgaben damals waren.

Bevor das Ensemble jedoch auftrat, hieß Rainer Großberndt im Namen der Werbegemeinschaft das Publikum zu diesem herausragenden Benefizkonzert willkommen. Die Aufmerksamkeit sollte besonders auf das Hospiz Mutter Teresa und seine so wertvolle Arbeit gelenkt werden, das nun auf 20 Jahre Bestehen zurückschauen kann. Weitere Veranstaltungen dazu würden in 2018 folgen. Er begrüßte die zahlreichen Ehrengäste vom Kreis und der Stadt, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizes mit ihrer Leiterin Schwester Lucyna und dankte „Edeka Alles Frische Nowak“ und dem Tortenatelier Schwanbeck, die das Catering und weitere Produkte zugunsten des Hospizes gestiftet hatten. Schließlich hob er den großen Rückhalt hervor, den die Einrichtung in Letmathe genieße.

Dass immer wieder finanzielle Unterstützung dringend nötig sei, betonte Manfred Leppert als Schatzmeister. Auch aus Anlass dieses Abends seien wieder Spenden zugunsten des Hospizes eingegangen und weitere würden erhofft. Landrat Thomas Gemke freute sich als Schirmherr, dass der Saalbau ausverkauft war, hob vor allem auch die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen hervor und bezeichnete das Hospiz als Meilenstein im Märkischen Kreis, für das er ein „riesiges, herzliches Danke“ aussprach.

Dankbar wurde auch Familie Paroth erwähnt, die dazu verholfen habe, dass für diese Auftaktveranstaltung des Jubiläums solch ein hochkarätiges Ensemble eingeladen werden konnte: Daniel Heinzmann, der als Pianist auch die Arrangements für die Gruppe schreibt, ist ein Verwandter.

Premiere der Tournee, die in Berlin enden wird

Das Konzert am Freitag war der Beginn der diesjährigen Tournee, die Mitte Januar in der Berliner Philharmonie enden wird. Höchst vergnüglich inszenierten die fünf Sänger mit Heinzmann am Flügel die uralte Geschichte und wagten einen Mix diverser literarischer und musikalischer Genres. In Reimform im Stile Wilhelm Buschs sprach Björn Kuhn als Erzähler, während Johannes Schwärsky, tiefer Bass, bärtig und behäbig den Part des Josef übernahm und gleich klarstellte, dass Josef betagter Witwer und Vater erwachsener Kinder war, als ihm Maria zugeführt wurde. Später beeindruckte er mit der Arie „Großer Herr“ aus Bachs Weihnachtsoratorium. Friedemann Hecht las und sang biblische Texte aus dem Lukas-Evangelium – und bediente sich dabei als Tenor gekonnt der Evangelisten-Partie des Oratoriums, während Franz Frickel aus dem Matthäus-Evangelium rezitierte, Thorsten Hennig hingegen die skurrile Aufgabe hatte, trockene Rechtstexte heutiger Zeit teilweise psalmodierend vorzutragen.

Und während die aktualisierte Weihnachtsgeschichte ihren Lauf nahm, gelang es den Herren, ihr vielfältiges Repertoire an „passenden“ Stellen zu Gehör zu bringen. Ob es die „eher freundschaftliche Beziehung“ Marias zu Josef war, die zum bekannten „Ein Freund, ein guter Freund“ inspirierte, oder die Suche nach einem Namen für den „kleinen Heiligen Geist“ – der war ja schließlich der Vater – letztlich zur Frage um die Beliebtheit des Namens „Veronika“ führte, bis hin zur Flucht nach Ägypten und mögliche Kakteen in der Wüste, woraufhin „Mein kleiner grüner Kaktus“ angestimmt wurde. Und dorthin gehörte natürlich auch „In der Bar zum Krokodil“.

Ein Stück der ersten Comedian Harmonists

Viele der alten Titel der ersten Comedian Harmonists konnte die Gruppe so auf höchstem Niveau präsentieren, und es war hörbar, wie sehr die Musiker diese verinnerlicht haben – nicht zuletzt, weil sie in Berlin die Geschichte der originalen Gruppe als Theaterstück aufgeführt und dadurch in 2004 überhaupt erst zusammengefunden haben. Als Stimmkünstler boten sie auch orchestrale Werke wie die Ouvertüre zum Barbier von Sevilla und verwandelten ihre Stimmen in diverse Instrumente. Zu den alten, so gerne gehörten Liedern traten Weihnachtslieder wie das innige „Maria durch ein’ Dornwald ging“ oder „Hark, the Herald Angels Sing“, aber auch das „Halleluja“ aus Händels Messias, welches die Herren sich nicht scheuten, als Engelschor mit kitschigen Lichterkränzen auf ihren Häuptern zu singen. Wie ernst es ihnen dennoch mit den Inhalten war, zeigte sich zum Beispiel beim „Ich hab für dich ‘nen Weihnachtsbaum geschmückt“, wo dem Publikum ein „Behüt euch Gott“, ob er Jahwe, Allah oder auch noch anders genannt werde, zugesungen wurde.

Begeisterter Applaus erwirkte mehrere Zugaben – beeindruckend erklang im ganzen Saalbau das gemeinsam gesungene „O du fröhliche“ vor dem „Letzten Abschiedskuss“ als finalem Lied.

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