Kurzinterview

Das Innenstadt-Hilfsprogramm und der Schuhladen in Letmathe

Thomas Junge, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) Iserlohn, hält Forderungen nach bestimmten Einzelhändlern wie Schuh- und Spielzeugläden für unrealistisch.

Thomas Junge, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) Iserlohn, hält Forderungen nach bestimmten Einzelhändlern wie Schuh- und Spielzeugläden für unrealistisch.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Welche Chancen das neue Förderprogramm bietet und wo seine Grenzen liegen, dazu äußert sich GfW-Geschäftsführer Thomas Junge.

Am Rande des Baustellenbesuchs an der Hagener Straße 61 haben wir mit GfW-Geschäftsführer Thomas Junge über das neue Soforthilfeprogramm für die NRW-Innenstädte gesprochen.

Herr Junge, was halten Sie von dem Förderprogramm?

In meinen Augen verfolgt es einen guten Ansatz damit, innovative Geschäftsmodelle zu fördern. Uns muss klar sein, dass sich die Innenstädte in den nächsten Jahren verändern werden. Ich glaube, das Angebot wird manchen, der einen längeren Leerstand zu verzeichnen hatte, zum Nachdenken bringen.

Wie ist das Ganze soweit angelaufen?

Die Rückmeldung von Vermietern, die wir bislang bekommen haben, zeigt, dass das Programm durchaus Erfolg verspricht. Inwieweit es tatsächlich gelingt, Flächen an Existenzgründer weiterzuvermieten, bleibt natürlich abzuwarten. Für die Iserlohner Innenstadt gibt es aber schon Nachfragen, sowohl von Gastronomen als auch aus dem künstlerischen Bereich.

Und in zwei Jahren?

Das Projekt ist zeitlich befristet, gesucht werden also nachhaltige Geschäftsmodelle. Dass die Förderung verlängert wird, ist vorstellbar, aber es muss sich aus Sicht der Politik lohnen. Am Ende des Tages werden wir alle klüger sein und feststellen, dass das Programm etwas gebracht hat oder eben nicht. Aber eins ist sicher: Probleme in der Innenstadt werden nicht davon besser, dass man die Hände in den Schoß legt.

Kann man so einen Schuh- oder Spielwarenhändler anlocken?

Das ist eine verrückte Diskussion. Machen wir uns nichts vor: Entweder man nimmt Geld in die Hand und subventioniert eine bestimmte Nutzung, oder man muss schauen, was der Markt hergibt. Wenn man von den Früchten unserer Wirtschaftsordnung profitieren will, muss man auch akzeptieren, dass sich ein Händler nur da niederlässt, wo sich das rechnet.bar

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