Dechenhöhle

Das Jubiläumsjahr als Impulsgeber

Pyramid Peak sind am 22. September anlässlich von „electric Cave“ in der Dechenhöhle dabei.

Foto: Oliver Bergmann

Pyramid Peak sind am 22. September anlässlich von „electric Cave“ in der Dechenhöhle dabei.

Oestrich.   Dechenhöhlenleiter Dr. Stefan Niggemann blickt auf die 150-Jahr-Feier zurück und schaut in die Zukunft.

Hochbetrieb herrschte am Samstag rund um die Dechenhöhle. 150 Jahre liegt deren zufällige Entdeckung zurück und genau aus diesem Anlass wurde groß gefeiert. Über das Fest und die Auswirkungen auf die Zukunft haben wir mit Höhlenleiter Dr. Stefan Niggemann gesprochen.

Herr Dr. Niggemann, Sie haben jetzt einige Nächte über das Fest geschlafen – mit welchen Eindrücken und Gefühlen blicken sie darauf zurück?

Wir sind alle froh und erleichtert, dass es toll und super gelaufen ist. Im Vorfeld hatten wir ja schon einige Bedenken, ob alles klappt. Kommt das Gewitter, fliegen die Sicherungen? Auch die Besucherzahl hat uns gefreut. Mehr als 1000 Menschen werden es wohl gewesen sein, davon waren über 500 in der Höhle. An einem normalen Samstag kommen etwa 120 zu uns.

Ein Renner waren die 0-Euro-Banknoten. Sind noch welche übrig?

Ach ja, noch genug, aber das täuscht. Wir hatten 5000 Scheine drucken lassen und etwa 700 verkauft. Aber jetzt muss ich erstmal 30 E-Mails mit Anfragen beantworten, die uns aus ganz Europa erreicht haben. Also wer noch welche haben möchte, sollte sich beeilen.

Und was nehmen Sie von dem Fest mit? Die Reden der durchweg einflussreichen Gäste dürften Sie zuversichtlich gestimmt haben.

Es haben ja schon am Samstag alle, mit denen wir ins Gespräch gekommen sind, gesagt, dass sie vor allem von den Visionen des Regierungspräsidenten Hans-Josef Vogel beeindruckt waren. Die Idee, die Höhle als Ort des außerschulischen Lernens zu forcieren, gefällt mir. Ich bin guter Dinge, dass das umgesetzt wird. Immerhin ist die Bezirksregierung unsere oberste Schulbehörde.

Es ist viel über Maßnahmen und Potenziale gesprochen worden. Wo drückt der Schuh am meisten, oder was soll primär umgesetzt werden?

In der kommenden Woche hat der Förderverein seine Vorstandssitzung, um uns alle auf den neuesten Stand zu bringen. Ideen gibt es tatsächlich einige, die Prioritäten müssen wir aber noch festlegen und gucken, wofür es Förderprogramme gibt. Allerdings müssen in diesen Fällen auch Eigenmittel aufgebracht werden.

Wie wäre es denn, beim nächsten Mal einfach 500- statt 0-Euro-Banknoten drucken zu lassen?

(Lacht). Das wär’s natürlich. Aber ich glaube, dass das Ärger mit der EZB und der Polizei gibt.

Scherz beiseite: Für das neue Buch „Dechenhöhle Erdgeschichten“ hat der Amerikaner Brad Wuest ein beeindruckendes Grußwort geschrieben. Teilen sie seine Überzeugung, dass von einer attraktive Höhle die ganze Stadt profitieren kann?

Auf jeden Fall. Deswegen haben wir diesen Punkt mit in die Diskussion gebracht. Ich muss nur an die Barbarossahöhle denken, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Kyffhäuser Denkmal liegt. Dorthin kommen jährlich 150 000 Touristen. Wir hatten 67 000 Besucher im Jahr 2017. Darunter waren auch Gäste, die hier übernachtet haben. Deshalb ist bei uns ein Infozentrum mit Erlebnischarakter in der Überlegung. Oder denken wir an Pater und Nonne: Dieses Naturdenkmal steht einfach so herum, aber es wird nicht vermarktet. Ich bin überzeugt, dass sich Ausflugsziele gegenseitig befruchten würden – inklusive des Einzelhandels vor Ort. So etwas muss zwar politisch gewollt sein, aber auch in diese Richtung habe ich positive Signale erhalten. Richtig weiterbringen würde uns der Lenneradweg in Richtung Hagen mit Anbindung an die Höhle.

Das Jubiläumsjahr ist zur Hälfte herum. Kommt noch etwas?

Nichts mehr in dieser Größenordnung wie am Samstag. Aber am 22. September richten wir mit „Electric Cave“ eine Veranstaltung für Freunde der elektronischen Musik aus. Dann halte ich noch einen Vortrag im Rahmen der stadtgeschichtlichen Vortragsreihe des Stadtarchivs. Alles, was jetzt noch kommt, rundet das Jahr ab.

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