Bahnhof

Den Druck auf die Bahn erhöhen

Politik, Werbegemeinschaft und Verbandsvertreter sind sich einig, dass die Situation am Bahnhof Letmathe nicht mehr stillschweigend begleitet werden darf.

Foto: Michael May

Politik, Werbegemeinschaft und Verbandsvertreter sind sich einig, dass die Situation am Bahnhof Letmathe nicht mehr stillschweigend begleitet werden darf. Foto: Michael May

Letmathe.   CDU und Zweckverbände wollen eine schnellere Fertigstellung des Bahnhofs Letmathe erwirken. Das ist das Ergebnis eines Termins vor Ort.

Die letzte Ankündigung der Bahn, den Letmather Bahnhof erst 2019 fertig stellen zu können, hat viele Letmather schockiert. „Das bringt die Leute in Letmathe richtig zum Kochen“, sagt der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Stadtrat, Fabian Tigges. Man könne den Baufortgang bei der Bahnhofssanierung fast als Posse bezeichnen – seit Monaten und Jahren tue sich nichts.

Daher möchte die CDU nun öffentlichen und politischen Druck auf die Bahn deutlich erhören und hat dazu zu einem Ortstermin mit Vertretern der Werbegemeinschaft Letmathe sowie des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und des Zweckverbandes Ruhr-Lippe (ZRL) eingeladen.

Zur Erinnerung: Der Mittelbahnsteig als eigentlicher Kern der 2015 angestoßenen Sanierung ist fast fertig und stößt auf Zustimmung der Fachleute der Zweckverbände: mit dem großzügigen Dach und der Erfüllung technischer Erfordernisse sei da alles bestens. Benutzt werden kann er aber noch nicht, auch weil die Unterführung mit dem behindertengerechten Aufzug zum Bahnsteig noch nicht fertig ist. Eigentlich hätte die ganze Maßnahme 2016 abgeschlossen sein müssen. Nun halten die Züge aber weit entfernt von den Zugängen und die Fahrgäste müssen weite und beschwerliche Wege in Kauf nehmen, was zunehmend als Zumutung empfunden wird.

Die zuletzt angeführte und in unserer Zeitung veröffentlichte Begründung der Bahn, die Verzögerungen lägen an einem Kabelklau, wird von Thomas Ressel, Mitglied der Geschäftsleitungen sowohl im NWL und im ZRL angezweifelt. Vielmehr macht er die mehrfachen Personalwechsel sowohl beim Bahnhofsmanagement in Hagen als auch bei der DB-Station Service in Düsseldorf verantwortlich. Der ständige Wechsel der Zuständigkeiten und die fehlende Zuständigkeit eine echten „Kümmerers“, der das Projekt von A bis Z verfolgt und anschiebt, seien ausschlaggebend für die Verzögerung.

Ende der Arbeiten doch schon in diesem Jahr?

„So kann es nicht weiter gehen“, sagte Ressel, es muss schneller werden“. Und der Letmather Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes, Karsten Meininghaus, erinnerte an die Querelen rund um den Iserlohner Stadtbahnhof, als die Stadtverwaltung schon an den Mechanismen der Bahn verzweifelten.

Thomas Ressel hatte zuletzt eine mündliche Zusage von der Bahn bekommen, dass der Bahnhof doch noch in diesem Jahr fertig gestellt werden solle, was aber nicht viel zu bedeuten habe. Am Dienstag, 6. Februar, folgt ein weiteres Treffen mit Vertretern der Bahn, bei dem er hofft, eine feste Zusage für einen schnelleren Bauabschluss zu erhalten. Für die breite Unterstützung von Politik und Bürgern, den Druck auf die Bahn zu erhöhen, bedankte er sich ausdrücklich.

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