Ausstellung

Den Vögeln ganz nahe gekommen

Ziergeflügel und Vögel stellt der Ziergeflügelverein Sauerland im Saalbau aus.

Ziergeflügel und Vögel stellt der Ziergeflügelverein Sauerland im Saalbau aus.

Foto: Helmut Rauer

Letmathe.   Vögel zum Anfassen gab es am Wochenende bei der Ausstellung im Saalbau. Es kamen rund 350 Besucher.

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Ängstlich windet sich die kleine Charlotte auf dem Arm ihrer Mutter. „Mama“ sagt sie verstört und dann noch ein zweites Wort: „Raus“. So bringt sie klar zum Ausdruck, dass sie sich in der Vogelvoliere, in der sich ihre Mutter mit einer Züchterin unterhält, unwohl fühlt. Dass da ein Nymphensittich vor der Nase ihrer Mama flattert und einer der frechen Vögel sich sogar mit dem Schnabel an Muttis Jackenknopf vergreift, ist der Kleinen unheimlich.

Kein Wunder: Charlotte ist erst eineinhalb Jahre jung. Noch nie hat sie Vögel aus solcher Nähe gesehen. Bei der Ausstellung mit rund 250 Vögeln am Wochenende im Saalbau war es das erste Mal. Wäre Charlotte schon etwas älter, hätte sie sicher Spaß an den gefiederten Tieren. Man sah es bei vielen größeren Kindern. Die freuten sich geradezu, wenn sich ein bunter Sittich, Kakadu oder Papagei auf ihre Schulter setzte, sich ans Haar schmiegte oder mit Knöpfen spielte. „Es sind handzahme Tiere“, versicherten die Züchter.

Tiere zum Anfassen und viel Wissenswertes für Besucher

„Tiere zum Anfassen“ - das war für viele der insgesamt rund 350 Besucher das große Erlebnis am Samstag und Sonntag bei der Schau des Ziergeflügelvereins Sauerland und des Kanarienzuchtvereins Hohenlimburg/Letmathe. In den beiden großen Volieren, mit Sträuchern, Teichen und Laub naturnah gestaltet, flogen die Kanarien und andere Vögel über den Köpfen der Besucher hinweg. Kleinere, ebenfalls begehbare Volieren, wurden auf Wunsch gern geöffnet, wenn jemand ein Tier auf die Hand oder Schulter nehmen wollte.

Das war kinderfreundlich. Und in einer der beiden Großvolieren mit Enten und Gänsen gab es für die Jungen und Mädchen sogar obendrein noch ein kleines Gehege mit Kaninchen zum Streicheln. Sorgfältig wurden die Türen geöffnet und geschlossen. Und doch passierte es bei der großen Zahl der Besucher, dass ein Vogel kurzzeitig entwischte und den ganzen Saalbau für sich als Freiflughalle nutzte, bis man ihn wieder einfing.

Natürlich konnten und sollten nicht alle Käfige und Volieren für die Besucher geöffnet werden. Bei den Waldvögeln beispielsweise von Züchter Sebastian Krawietz verbot sich das. Der Iserlohner, der das Hobby von seinem Großvater übernommen hat, hält in seinen Volieren Stieglitze, Erlenzeisige und Fichtenkreuzschnäbel. „Alles Vögel, die in unserer Heimat noch zu finden sind“, erklärt der junge Mann, der Freude daran hat, in den Iserlohner Wäldern umher zu streifen, um Erlen- und Fichtenzapfen oder Distelsamen zu sammeln.

Stieglitze in Straßenbäumen der Iserlohner Innenstadt

„Mit diesem Futter aus der Natur - das ist besser als aus dem Markt - entwickeln sie ein besonders schönes Gefieder mit kräftigen Farben.“ freut sich Krawietz. Er macht sich zwar Sorgen , dass manche Vogelart etwa durch Neubaugebiete immer mehr verdrängt wird. Aber andererseits hat er festgestellt: „Viele Vögel sind sehr anpassungsfähig und suchen sich neue Reviere. Ich habe schon Stieglitze in Straßenbäumen der Iserlohner Innenstadt entdeckt.“ Insgesamt zeigten sich die Aussteller zufrieden mit dem Besucherinteresse.

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