Historisches

Der Förderverein Haus Letmathe – 20 Jahre Erfolgsgeschichte

Vor der umfassenden Sanierung wies Haus Letmathe nicht nur optische, sondern auch schwerwiegende strukturelle Schäden auf.

Vor der umfassenden Sanierung wies Haus Letmathe nicht nur optische, sondern auch schwerwiegende strukturelle Schäden auf.

Foto: Reinhardt Köster/Archivbild / IKZ

Letmathe.  Vor 20 Jahren gründete sich der Förderverein Haus Letmathe, um dem ältesten Gebäude der Stadt neues Leben einzuhauchen.

Einst war er die Küche des Anwesens gewesen. Ein tiefer, schön geschnittener Raum, in dem in früheren Zeiten so manche Köstlichkeit für die Herren von Westhoven oder die Familie Brabeck zubereitet wurde. „Nun ist er seit Jahren (fast) ungenutzt. Und das ist schade“, schreibt die Heimatzeitung am 30. September 2000 über den Letmather Gewölbekeller.

Damit sich das ändert, so die Ankündigung, haben engagierte Letmatherinnen und Letmather für den 18. Oktober einen Termin angesetzt. Sie wollen einen Förderverein für Haus Letmathe gründen – und werden, wie man heute weiß, in den kommenden Jahren entscheidend dazu beitragen, dass aus dem Gewölbekeller ein kleines Schmuckstück und ein Veranstaltungsort für Kultur aller Art werden wird.

Raum für Veranstaltungen im Herzen von Letmathe

Dass nämlich der Raum mitten im Herzen Letmathes ein „überaus interessanter Präsentationsort ist“, wie die Heimatzeitung schreibt, hatten im Jahr 2000 auch vor der Gründung des Vereins zuletzt schon die Künstlerinnen Brigitte Oelze und Ulrike Weidmann erkannt. Sie präsentierten in dem etwas in die Jahre gekommenen Raum ihre Holz- und Tonskulpturen im Rahmen von „Liebe an Unorten“. Damals, vor 20 Jahren, hatte Brigitte Geck bei dem Projekt große rote Herzen als Kunstobjekte unter anderem an die Brückenpfeiler der Seilerseebrücke anbringen lassen. Eines der Herzen von damals ziert noch heute das Äußere des Rathauses.

Ein Veranstaltungsort mit viel Ambiente, für Kleinkunst, Kabarett, Konzerte, als Galerie. „Es gibt unendlich viele Möglichkeiten“, erklärt einer der Gründungsinitiatoren des künftigen Vereines, Hans Niggemann, der über diese Zeitung um Mitstreiter wirbt. Sicher aber ist: ein Kulturort solle es werden, keiner für eine neue Gastronomie.

Am 18. Oktober, 20 Uhr, ist es im Evangelischen Gemeindehaus an der Friedensstraße schließlich soweit, der Förderverein wird gegründet. 32 Letmatherinnen und Letmather sind es, die sich einfinden. Erster Vorsitzender wird Franz-Josef Schlotmann, der dieses Amt noch heute innehat – nur die Programmgestaltung hat er inzwischen abgegeben. Schriftführer wird Hans Niggemann, zu den Gründungsmitgliedern gehören auch der SPD-Landtagsabgeordnete Michael Scheffler und Elke ­Olbrich als Grünen-Fraktionsvorsitzende sowie viele andere „Träger des gesellschaftlichen Lebens“, wie Pfarrer Burckhardt Hölscher lobt – auch so jemand, der das Leben in Letmathe in den vergangenen Jahrzehnten mitgeprägt hat.

Der Zustand des Gebäudes ist anfangs nicht ermutigend

Bücherei-Leiterin Christa Volkmann kündigt an, in dem Raum nach seiner Renovierung gerne die Veranstaltungsreihe „Das literarisch-musikalische Kellergewölbe“ ausrichten zu wollen. Finanzfachmann Herbert Müller zeichnet aber zunächst ein düsteres Bild: Alle Außen- und Innenflächen von Haus Letmathe wiesen erhebliche Feuchtigkeitsschäden auf. Es fehlt an Isolierung und einem zweiten Rettungsweg, der Boden ist feucht. Und und und. Entmutigen lassen wollen sich die Ehrenamtlichen aber nicht. Der Vorsitzende Schlotmann kündigt an, auf bürgerliches Engagement setzen zu wollen.

Aus der Immobilie wird eine Erfolgsgeschichte: In den Jahren 2008 und 2009 investiert die Stadt Iserlohn 1,5 Millionen Euro in eine umfassende Innen- und Außensanierung. Dabei müssen zahlreiche Balken und Dielen ersetzt werden, die durch Holzwurmfraß zu viel Stabilität eingebüßt haben. Eine Wand im Gewölbekeller ist einsturzgefährdet, sie wird komplett neu aufgemauert und mit Beton unterfüttert. Ebenso werden die Freitreppe neu aufgemauert und das Dach neu eingedeckt. Die Fassade wird in dem hellen Weiß gestrichen, das heute charakteristisch für Haus Letmathe ist.

Mit einem neuen Aufzug, sanitären Anlagen und anderen technischen Neuheiten wird das historische Gebäude funktional ins 21. Jahrhundert versetzt. Es folgen der Umbau des Heimatmuseums und die Sanierung des Turms, der im Juli 2013 mit dem Aufsetzen der restaurierten Laterne die Krone aufgesetzt wird. Und wenn die Corona-Pandemie verebbt ist, geht es wieder los mit dem Kultur-Programm.

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