Hilfsprojekte

Der „Gabenzaun“ in Letmathe führt jetzt „Non-Food“-Produkte

Mit dem „Briefkasten“ können Bedürftige mitteilen, was sie benötigen – bei sprachlichen Hürden auch als ausgeschnittenes Bild.

Mit dem „Briefkasten“ können Bedürftige mitteilen, was sie benötigen – bei sprachlichen Hürden auch als ausgeschnittenes Bild.

Foto: Privat / IKZ

Genna.  Der „Gabenzaun“ am Letmather Bahnhof entwickelt sich durch private Beteiligung zu einem immer besseren Hilfsangebot.

Die Corona-Krise lässt mit ersten Lockerungen Licht am Ende des Tunnels erkennen – gleichzeitig jedoch beginnt sich das Bild der wirtschaftlichen Konsequenzen der Seuchenschutzmaßnahmen gerade erst abzuzeichnen. Private Haushalte, in denen die finanzielle Situation schon vor der Pandemie kritisch war, sind weiterhin in einer besonderen Notlage, die im Letmather Raum durch die Schließung der „CariTasche“, die Tafel der Caritas, an der Bergstraße verschärft wird.

Wem der Weg zur inzwischen mit angepassten Hygieneregelungen wieder geöffneten Ausgabe in Iserlohn zu weit ist, findet aber am Letmather Bahnhof eine Alternative: Der „Gabenzaun“ der sozialen Initiative „Iserlohn hilft“ erfreut sich nicht nur bei Bedürftigen wachsender Beliebtheit, auch immer mehr Bürger beteiligen sich und deponieren am Außenbereich des inklusiven Cafés „Bahnsteig 42“ Tüten mit Lebensmitteln. Aber nicht nur Essbares gehört zum täglichen Bedarf, haben die hilfsbereiten Mitstreiter offenbar erkannt.

Masken, Windeln und Pflasterset im Angebot

An dem Zaun werden, so berichtet es Alexander Platte von der Initiative, mittlerweile auch Mund-Nasen-Masken und andere nützliche Artikel zur Verfügung gestellt: „Die Tüten sind entsprechend beschriftet, zum Beispiel mit ,Pflasterset für Obdachlose‘. Wenn ich nachmittags komme, um unsere Sachen aufzuhängen, sind die schon da. Es müssen mehrere sein, die sich da beteiligen. Von dieser Resonanz sind wir sehr überrascht und erfreut.“

Am vergangenen Wochenende ist ihm auch eine Tüte mit Windeln aufgefallen, über die sich eine Familie mit Kleinkindern freuen dürften. Die anonymen Mithelfer haben sogar eine Art Briefkasten eingerichtet, um zu erfahren, wo der Schuh besonders drückt: Unter einem entsprechenden Hinweis können Besucher Zettel mit Wünschen in eine Klarsichtfolie stecken – um sprachliche Barrieren zu umschiffen, auch als ausgeschnittenes Bild.

Weitere Gabenzaun-Projekte in Iserlohn würden sich ebenfalls gut entwickeln und hohe Resonanz erfahren, berichtet Alexander Platte. Der Letmather Gabenzaun wird freitags, samstags und sonntags bis etwa 16 Uhr bestückt.

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