Jahreshauptversammlung

Der Kolping-Musikverein zieht die Zügel an

Verena Henkel, Klaus Bergmann, Daniel Asmuth und Martin Loos (von links) gehören dem Leitungsteam des Musikvereins an. Sie wollen neue, beinahe semiprofessionelle Strukturen schaffen. +++ Gespannt verfolgten dioe anwesenden Mitglieder Daniel Asmuths Erläuterungen.

Verena Henkel, Klaus Bergmann, Daniel Asmuth und Martin Loos (von links) gehören dem Leitungsteam des Musikvereins an. Sie wollen neue, beinahe semiprofessionelle Strukturen schaffen. +++ Gespannt verfolgten dioe anwesenden Mitglieder Daniel Asmuths Erläuterungen.

Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Mitglieder beschließen auf ihrer Jahreshauptversammlung einen umfangreichen Leitsatz-Katalog.

Ehrungen, Berichte aus den Ressorts, Rück- und Ausblicke, aber keine Vorstandswahlen – die Tagesordnung zur Jahreshauptversammlung des Musikvereins der Kolpingsfamilie Letmathe liest sich unspektakulär. Trotzdem war die Zusammenkunft am Mittwochabend im großen Saal des Kolpinghauses richtungsweisend.

Denn nicht alle Tage verpasst sich ein Verein ein umfangreiches Leitbild. Dessen Vorstellung und die Diskussion vor der einstimmigen Verabschiedung durch die Versammlung standen im Mittelpunkt des Abends. ,„Wir haben gewisse Erwartungen, ähnlich wie ein Sportverein. Unser Leitbild zeigt den Idealzustand, wo wir gerne hinwollen“, sagte Daniel Asmuth, der als Leiter der Vereins-Ensembles auch dem Leitungsteam angehört.

Leitbild betont Werteund Ziele des Vereins

Ein Beispiel: Unter dem Titel „Auftrag und Identität“ ist folgender Leitsatz zu lesen: „Wir fördern die persönliche und musikalische Entwicklung im Sinne Adolf Kolpings“. Dann folgen mehrere Leitziele, darunter diese: „Wir sind Teil der Kolpingsfamilie und gestalten die Zukunft aktiv mit“, „Durch Musik entstehen Freundschaften“ oder auch „Der Erfolg unseres Vereins erwächst aus ehrenamtlichem Engagement“. Nach diesem Schema sind Leitsätze und -Ziele für die Vorstands- und Öffentlichkeitsarbeit, für die Ausbildung, für die Orchesterarbeit und das Vereinsleben formuliert.

Bei der Umsetzung fängt der Musikverein nicht bei null an. „Die Verbindung der Generationen haben wir bereits erreicht“, stellte Asmuth erfreut fest. Bestes Beispiel sei das Jugendorchester. Das Alter der Musiker spielt keine Rolle, vielmehr bietet es allen ein musikalisches Zuhause, die noch nicht allzu lange ein Instrument spielen, oder die den Misikkids, dem Ensemble für die Jüngsten, bereits entwachsen sind, das in der Concertband geforderte Niveau jedoch noch nicht erreichen. Allerdings gibt es auch Mitglieder, die das Jugendorchester gar nicht verlassen wollen, obwohl sie „reif“ für die Concertband sind.

Das sieht Asmuth nicht gerne. Er wies darauf hin, dass einige Inhalte des Leitbildes im Leitungsteam zum Teil kontrovers diskutiert worden seien. Auch die Aussprache zur Idee mit den Vereinsmitgliedern ging nicht ohne bohrende oder provokant formulierte Nachfragen vonstatten.

Die Concertband als Premium-Marke fördern

Auf sie reagierte Asmuth ruhig und souverän. „Wir wollen eine starke Concertband und brauchen dafür die besten Leute. Nur so können wir auf Dauer die Stärke des Ensembles sichern, begründete er.“ Klaus Bergmann, Kooperationsbeauftragter und das Gesicht der Tuband, sieht das ähnlich. „Unsere Musikkids und das Jugendorchester sind Durchlaufposten, die Concertband ist die Endstufe.“ Bergmann war es auch, der noch zwei weitere Projekte vorangetrieben hat. Zum einen die Kooperation mit der Oestricher Bartholomäus-Grundschule, die nach den Sommerferien im September starten wird. Er erklärte: „Ab Klasse drei bauen wir eine Instrumentalausbildung auf und es wird ein Instrumentenkarussell geben. Die Kinder können also zunächst verschiedene Instrumente ausprobieren. Tina Riebeling wird die Schüler betreuen. Mit 80 Grundschülern wird begonnen.“ Im Idealfall bleiben die Kinder dem Musikverein verbunden, wenn sie in zwei Jahren auf eine weiterführende Schule wechseln. Außerdem hat er Kontakte zu einem schottischen Orchester geknüpft. Genauere Details wollte und konnte er am Mittwochabend noch nicht preisgeben, die Entwicklung stehe erst am Anfang.

Unmittelbar bevor Klaus Bergmann die Kooperation vorstellte, beantragte der städtische Kulturausschuss in seiner Sitzung, 7500 Euro zur Förderung dieses Projektes in den Haushalt 2018 einzustellen. Geld, das der Musikverein gut gebrauchen kann. Der für die Finanzen zuständige Martin Loos musste für das vergangene Jahr einen Verlust von 3958 Euro bekanntgeben, was ihn aber nicht beunruhigte. Die Anwesenden übrigens auch nicht, sie spendeten trotzdem Applaus. „In Jahren, in denen wir nach Norderney fahren, ist das so. Ohne diese Fahrt hätten wird das Jahr mit plus/minus null abgeschlossen“, begründete Loos zuvor.

Gegen Ende ergriff Alfons Kersten das Wort. Hintergrund ist die Jahreshauptversammlung der Kolpingsfamilie am Sonntag. Dann wird er nach 29 Jahren sein Amt als Vorsitzender niederlegen. Kersten nutzte die Gelegenheit, um zu danken. „Egal, was bei der Familie angestanden hat – der Musikverein war immer zugegen und hat geholfen.“

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