Jugendliche

„Der Mensch braucht Kultur“

Vorstellung Jugendtheater echt krass Parktheater Rock und Popfabrik Letmathe

Vorstellung Jugendtheater echt krass Parktheater Rock und Popfabrik Letmathe

Foto: Privat

Letmathe.   Das neue Programm der Jugendreihe des Parktheaters ist erschienen.

Es geht wieder ans Eingemachte: „Undercover Dschihadistin“, „Weißbrotmusik“, „Kriegerin“ – die Titel der Theaterstücke zeigen schon, dass die Jugendtheaterreihe „Echt krass – Theater 4 You“ im Parktheater auch in der kommenden Spielzeit wieder nichts für Freunde der leichten Unterhaltung ist. Vor allem das Thema Migration dominiert derzeit nicht nur die deutsche Politik, sondern ist auch mit voller Wucht im Jugendtheater angekommen.

„Man könnte ja auch einfach Theater genießen und nicht immer so schwere Themen wälzen“, führt Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann bei der Vorstellung des neuen Programms in der Tanzschule Rock- und Popfabrik selbst eine mögliche Reaktion ins Feld. Theater, so Jostmann, könne aber eben mehr. „Und gerade im Jugendtheater kämpfen wir um mehr.“ Theater könne es schaffen, dass Jugendliche die wichtigen Themen, die sie angehen und über es lohnt, zu diskutieren, auf eine andere Weise, vom Bauch her, wirklich erleben. Das sei ungemein wichtig. Und deswegen habe er mit einem Team auch erneut ein so engagiertes Programm vorgelegt.

Große Unterstützung von vielen Seiten

Selbstverständlich ist das nicht, zumal solche Stücke auch eine theaterpädagogische Begleitung verlangen und sich finanziell kaum selbst tragen. Unterstützung bekommt das Parktheater bei der wertvollen Umsetzung dieses Bildungsauftrags vor allem vom eigenen Förderverein, vom Lions Club Iserlohn-Hemendis und angesichts der thematischen Schwerpunktsetzung auch vom Integrationsrat der Stadt. „Wo sollten wir auch sonst tätig werden, wenn nicht hier“, fragt Herbert Goldmann von Stabsstelle Integration. Die Kultur sei das herausragende Medium, um Integration vor Ort zu leben. Es sei dringend erforderlich, Vorurteile abzubauen und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft zusammenzubringen, um das Zusammenleben zu reflektieren.

Ebenso sieht es auch Werner Ewest vom Förderverein des Parktheaters. Es sei toll, wie diese Themen im Theater angegangen und begleitet werden, und es führe bei den Jugendlichen auf Dauer zu einer veränderten Denkweise und zu einer differenzierteren Sicht. Die Unterstützung des Jugendtheaters sei im Grunde der Kern der Vereinstätigkeit. Ähnliches gilt auch für den Lions Club Iserlohn-Hemendis. Der Serviceclub steckt schon im zehnten Jahr die Einnahmen aus seinem Sektstand beim Schützenfest in die Reihe. Knapp 40 000 Euro sind so bisher insgesamt zusammengekommen. Die einfache Begründung von der Activity-Beauftragten Marion Schulte: „Der Mensch bracht Kultur“.

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