Stadtplanung

Deshalb stockt die Umgestaltung der Letmather Innenstadt

Die Hagener Straße mit ihren Bäumen und geschäftsnahen Parkmöglichkeiten soll nicht wesentlich verändert werden, stellte Stadtbaurat Thorsten Grote (2. v. re.) beim Ortstermin mit der CDU klar.

Die Hagener Straße mit ihren Bäumen und geschäftsnahen Parkmöglichkeiten soll nicht wesentlich verändert werden, stellte Stadtbaurat Thorsten Grote (2. v. re.) beim Ortstermin mit der CDU klar.

Foto: Michael May / IKZ

Letmathe.  Die Umsetzung des CDU-Masterplans für die Letmather Innenstadt lässt auf sich warten. Stadtbaurat Thorsten Grote erklärt die Gründe.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

2020 wird die Innenstadt nicht zur Baustelle, trotzdem wird es ein wichtiges Jahr für den Bereich rund um die Hagener Straße – denn hinter den Kulissen werden viele Pläne geschmiedet und Entscheidungen getroffen, die die langfristige Entwicklung der City beeinflussen werden. Das war am Montag der Tenor von Stadtbaurat Thorsten Grote bei einem Ortstermin mit Vertretern der heimischen CDU und der Werbegemeinschaft.

„Seitdem wir 2015 und 2018 unserem Masterplan für die Innenstadt beantragt haben, ist nicht viel passiert“, begründete CDU-Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges das Bedürfnis, nachzuhaken. Karsten Meininghaus, Vorsitzender der CDU-Ortsunion Letmathe, gestand zu, dass bei der Verwaltung „die Bude brennt“, was die Entwicklung der Gesamtstadt Iserlohn angeht – darüber solle Letmathe allerdings nicht vernachlässigt werden.

Hagener Straße soll nicht umgekrempelt werden

Einigkeit schien darüber zu bestehen, dass die Stadtplanung an der Lenne „Angemessenheit in Maß und Mittel“ (Tigges) erfordere, denn einen „zweiten Schillerplatz“ gelte es zu verhindern. Zum Glück, erklärte Grote, seien die zuletzt beauftragten Gutachter zu einem klaren Ergebnis gekommen: „Es gibt eine Reihe von guten Gründen, warum das Verkehrskonzept für die Innenstadt damals so und nicht anders gestaltet worden ist.“ Demnach sei praktisch ausgeschlossen, dass die Hagener Straße am oberen Ende geöffnet oder die zentralen Bushaltestellen verlegt werden.

Im Bereich der Domarkaden werde sich auch deshalb kurzfristig nichts tun, weil die letzte Umgestaltung vor rund 30 Jahren mit Fördermitteln finanziert worden ist, deren Zweckbindung erst in einem Jahr ausläuft – ein Eingriff vor Ablauf der Frist würde die Rückforderung der Fördergelder nach sich ziehen. Am ehesten dürfte sich beim Kreisverkehr am Alter Markt etwas tun, stellte Thorsten Grote in Aussicht: „Eigentlich wollten wir letztes Jahr schon den Planungsauftrag vergeben.“ Das sei vor allem daran gescheitert, dass zwei für das Projekt wichtige Stellen neu zu besetzen waren. Wenn der aktuelle Plan der Verwaltung aufgehe, stehen einem Baubeginn 2021 nichts im Wege.

Unterschiedliche Ansichten wurden beim Thema Parken deutlich. Grote stellte mit Verweis auf das Verkehrsgutachten fest: „Die Auslastung der Parkplätze in der Innenstadt liegt bei etwa 75 Prozent. Was das angeht, ist in Letmathe die Welt in Ordnung.“ Wer einen Parkplatz brauche, finde auch einen, von Großveranstaltungen mal abgesehen – „nur nicht immer genau da, wo man möchte.“ Aus stadtplanerischer Sicht sei es zumutbar, das Auto für Erledigungen am anderen Ende der Innenstadt abzustellen und den Rest zu Fuß zu gehen.

Parken an der Westspange muss besser geregelt werden

Die Vorsitzenden der Werbegemeinschaft Manfred Gloede und Rainer Großberndt hielten dagegen, vor allem an der Stadtspange West sei die Situation unbefriedigend. „Inzwischen parken da sogar Lkw“, monierte Großberndt, zeigte sich dabei aber zuversichtlich, dass die Probleme auch ohne weiteren Ausbau erheblich verbessert werden können. „Die Parkscheibenregelung hat sich bewährt“, stimmte Gloede mit Blick auf den Edeka-Parkplatz zu.

Einstweilen nichts neues gebe es von der Deutschen Bahn, was die Anbindung ans Intercity-Netz angeht, so Thorsten Grote. Für die Stadtplaner wird es in den nächsten Monaten darum gehen, die Südwestfalenagentur von ihren Plänen für die Innenstadt in Verbindung mit der Lenneschiene zu überzeugen, um den ersten „Stern“ des begehrten Förderprojekts Regionale zu ergattern: „Das wäre ein Startschuss für weitere lokale Projekte.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben