Jubiläum

„Die flotten acht“ feiern 50-Jähriges

Zum 50-jährigen Bestehen darf der Geburtstagskuchen natürlich nicht fehlen. Ulla Büttig hält ihn in der Hand.

Foto: Oliver Bergmann

Zum 50-jährigen Bestehen darf der Geburtstagskuchen natürlich nicht fehlen. Ulla Büttig hält ihn in der Hand. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   In Nachrodt gegründeter Frauen-Kegelklub ist längst bei Grothe heimisch. Gefeiert haben die Mitglieder schon.

Die Männer waren Schuld: „Die gingen zum Fußball, daraufhin haben wir uns dazu entschlossen, einen Frauen-Kegelklub zu gründen“, erinnert sich Ulla Büttig. Am 8. Januar 1968 war sie dabei, als „Die flotten zwölf“ in der Nachrodter Gaststätte „Deutsches Haus“ aus der Taufe gehoben wurden.

Es war der Startschuss zu einer ereignisreichen Zeit, deren Ende noch nicht in Sicht ist, auch wenn sie heute nur noch zu acht sind und den Vereinsnamen angepasst haben. Jüngster Höhepunkt war Anfang Februar ein Wochenende in Bad Sassendorf. Zum 50. Jubiläum haben sich die Damen ein Wellness-Wochenende gegönnt. Die Ausflüge sind der rote Faden, der sich durch die Klub-Geschichte zieht. Als die eigenen Kinder noch klein waren, standen viele Tagesausflüge auf dem Programm.

Kuriose Erinnerungen an den Ausflug nach Ost-Berlin

Brüssel, Kopenhagen, Trier, Amsterdam, Dresden und dreimal Berlin sind nur einige der Orte gewesen, die sie gemeinsam unsicher gemacht haben. Das 25-jährige Bestehen wurde 1993 im „Sauerland-Stern“ in Willingen gefeiert. Unvergessen ist eine Berlin-Fahrt zu Ost-Zeiten. In der Hauptstadt der DDR besuchten sie ein Ausflugslokal. Ulla Büttig: „Dort wurde wegen uns das Lied ,Ich brauche keine Millionen’ gespielt. Da habe ich mir gesagt: Die bekommen meine Westmark nicht.“

Drei Mal mussten sich die Damen auf die Suche nach einer neuen sportlichen Heimat begeben. Gekegelt wurde zeitweise im „Obstfelder Hof“, danach bereits bei „Zum Neumarkt“ in Letmathe und nun seit etwa 15 Jahren im Keglerheim Grothe. Neben Ulla Büttig gehören auch Doris Kamper und Annelie Dzaack zu den Gründungsmitgliedern. Neuen Gleichgesinnten gegenüber versperrt sich der Verein nicht. Die heute 61-Jährige Christel Gräfe stieß 2012 als bislang letztes Neu-Mitglied dazu und ist gleichzeitig die Jüngste. Die älteste Kegelschwester hat zuletzt ihren 80. Geburtstag gefeiert. Vor der Aufnahme müssen die Interessentinnen drei Mal zum Probekegeln kommen, dann wird über eine Aufnahme entschieden.

Neue Mitglieder gerne, aber die Chemie muss stimmen

Ausschlaggebend ist weniger das sportliche Niveau, vor allem kommt es darauf an, dass es menschlich passt. „Wir können keine gebrauchen, die von vornherein sagt, dass sie nichts trinkt, sagt Annelie Dzaack, auch wenn das eher als Scherz gemeint ist. Betrunken vom Stuhl fällt bei den flotten acht niemand. Bemerkenswert: „Früher haben wir alle geraucht, heute nur noch eine“, merkt Ulla Büttig an. Der eigene Nachwuchs hätte theoretisch die Mitgliederzahl konstant halten können. „Aber alle Kinder wohnen außerhalb“, sagt Annelie Dzaack. Alle vier Wochen wird jetzt noch gekegelt. Ulla Büttig, Marion Renfordt, Doris Kamper, Lorenza Hampe, Ingeburg Wittig, Annelie Dzaack, Inge Gräfe und Christel Tito sehen sich das nächste Mal wieder am Donnerstag, 8. März, von 16 bis 19 Uhr.

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