Naturpädagogik

Dröscheder Kinder packen mit an für den Barfußpfad im Dorf

Die achtjährige Luisa erprobt das noch nicht ganz befüllte Korkenfeld des Barfußpfads. Sie und ihre Klassenkameradin Valeria (re.) haben den Rindenmulch und die Kastanien besonders schätzen gelernt.

Die achtjährige Luisa erprobt das noch nicht ganz befüllte Korkenfeld des Barfußpfads. Sie und ihre Klassenkameradin Valeria (re.) haben den Rindenmulch und die Kastanien besonders schätzen gelernt.

Foto: Michael May / IKZ

Dröschede.  Kinder und Eltern aus der Nachbarschaft bauen bis Ende nächster Woche gemeinsam den Barfußpfad am Dröscheder Dorfplatz.

Mit nackten Füßen balanciert die achtjährige Luisa über einen Haufen Flaschenkorken. Das ist ein interessantes Gefühl, manchmal kitzelt es ein wenig. Am liebsten spaziert sie über Rindenmulch, aber auch Kastanien findet sie interessant – da ist sie sich mit ihrer gleichaltrigen Freundin Valeria einig. „Die Kastanien tun erst ein bisschen weh, aber dann ist es irgendwie voll das gemütliche Gefühl“, beschreibt Letztere die Erfahrung.

Gemeinsam etwas schaffen schweißt Leute zusammen

Es ist Dienstagnachmittag, und die beiden Klassenkameradinnen von der Grundschule auf der Emst sind heute mit anderen Kindern aus der näheren Umgebung, Eltern sowie Monika Stockmann und Kai Uwe Herget von der Dorfgemeinschaft hier, um beim Bau des „Barfußpfads“ zu helfen. Luisa und Valeria haben schon Montag mit angepackt. „Wir haben die Latten ausgelegt und abgeschliffen und Stöcke gesammelt“, berichtet Luisa stolz. „Und wir haben die ersten Felder gefüllt“, ergänzt Valeria.

Monika Stockmann ist heute so etwas wie die Bauleiterin, sie verteilt Aufgaben und gibt Sicherheitshinweise. Zusammen mit Kai Uwe Herget erklärt sie zum Beispiel, was man beim Hantieren mit den Holzlatten beachten sollte, damit man sich keine Splitter einfängt. Zwei Bahnen mit ganz unterschiedlichen Naturmaterialien sollen parallel zum Dröscheder Bach entstehen, eine ist schon fast fertig. Zwischen den Bahnen und darum herum wird Flies ausgelegt, was die barfüßige Erkundung angenehmer machen und verhindern soll, dass sich Pflanzen den Raum zurückerobern, erklärt die Dorfsprecherin.

Gerade kommen zwei Kinder auf Fahrrädern mit einer Materiallieferung, sie haben Kastanien im Wald gesammelt. Das Meiste, was hier verbaut wird, stammt aus Spenden. Monika Stockmann, die in den vergangenen Monaten viele Klinken geputzt hat, damit das Projekt Wirklichkeit wird, ist inzwischen überwältigt von der Resonanz: „Wenn ich den Leuten erkläre, dass wir das mit Kindern und für die Kinder machen, ist die Hilfsbereitschaft riesig.“ Nachdem zum Beispiel in den Haushalten, die Korken sammelten, nicht viel zusammenkam, wurde die Dorfsprecherin bei Gastronomen vorstellig, die sich als hervorragende Bezugsquelle auch für größere Mengen herausstellten.

„Ich finde das alles hier super“, sagt die Dröschederin Tanja Recktenwald, die heute mit ihrem fünfjährigen Sohn hier ist. „Ben hat sich schon darauf gefreut, das ist spannend für die Kinder.“ In den nächsten Tagen gehen die Arbeiten weiter, einen festen Helferstamm stellt der Evangelische Kindergarten in Dröschede. Nächste Woche Freitag soll der Pfad fertig sein.

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