Verkehrsausschuss

Echte Parkplatzprobleme oder übertriebenes Szenario?

An der Fingerhutsmühle wird die Parkzeit auf drei Stunden eingeschränkt.

An der Fingerhutsmühle wird die Parkzeit auf drei Stunden eingeschränkt.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Nach kontroverser Diskussion um die Auslastung in der Innenstadt ändert der Verkehrsausschuss nur die Regelung am Parkplatz Fingerhutsmühle.

Auf dem Parkplatz Fingerhutsmühle wird künftig das Parken nur noch drei Stunden lang mit Parkscheibe erlaubt sein. Das hat der Verkehrsausschuss am Dienstagabend beschlossen. Ein Parkraumbewirtschaftungskonzept für den Innenstadtbereich, wie es von den Bündnisgrünen mit Blick auf die „angespannte Parksituation“ vor allem durch Dauerparker angeregt worden war, wird indes nicht erstellt.

Die Diskussion, die dem einstimmigen Beschluss vorausging, drehte sich um die Frage, ob tatsächlich, wie von den Grünen Ende August vorgebracht, Mitarbeiter von Geschäften, Praxen und Büros „bereits in den Morgenstunden die freien Parkplätze auf den großen Parkflächen Letnettiplatz, Neumarkt, Saalbau und Fingerhutsmühle in Anspruch nehmen“, so dass Innenstadtbesucher für Einkauf oder Arztbesuch „nur schwer“ einen Parkplatz finden würden. Einig waren sich alle Fraktionen, dass dies an der Fingerhutsmühle der Fall sei und eben ein Problem für die Besucher des R-Cafés, was die Grünen auch aufgrund der Beschwerden von Geschäftsleuten und der Werbegemeinschaft als aktuellen Anlass für den Antrag genommen hatten.

Bei den anderen Parkplätzen gab es jedoch unterschiedliche Erfahrungen: Während Marcus Tillmann (Grüne) noch einmal aus eigener Beobachtung und aus Gesprächen unterstrich, dass die Parkplatzpro­bleme in Letmathe in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hätten und man „morgens um 9 Uhr keinen Parkplatz mehr auf dem Neumarkt bekommt“, sah Matthias Winkler (CDU) die Beschäftigten aus Einzelhandel und Arztpraxen „problemlos“ dort untergebracht und auch noch immer genügend Parkraum für alle anderen.

Entwicklung in Hohenlimburg als schlechtes Beispiel

Auch sein Fraktionskollege Helmut Prange betonte, dass er „egal zu welcher Tageszeit“ selbst auf der Hagener Straße einen Parkplatz finde, und warnte davor, dem Beispiel Hohenlimburg zu folgen, wo man nach dem „Wegnehmen“ der Parkmöglichkeiten beobachten könne, „wie eine Stadt lebt beziehungsweise stirbt.“

Auch Tillmanns Hinweis auf den Beschluss des Planungsausschusses, dass nach dem Saalbau-Ausbau 2020 der dortige Parkplatz zumindest an den 200 Veranstaltungstagen nur den Besuchern zugänglich sein soll, sorgte nicht für ein Umdenken. „Das müssen wir dann besprechen“, sagte Nils Koschinsky (FDP), der in Bürger-Gesprächen das „Schreckensszenario mit den vollen Parkplätzen nur zu sehr wenigen Zeiten“ bestätigt bekommen habe.

Stadtbaurat Thorsten Grote berichtete, dass die Stellplätze in Letmathe laut Verkehrskonzept durchschnittlich zu 90 Prozent ausgelastet seien. „Also schon ausgelastet, aber eben nicht so, dass man keinen Stellplatz findet.“ Ausnahme sei die Fingerhutsmühle. Dort sei die Drei-Stunden-Regelung ursprünglich sogar vorgesehen gewesen, und die übereifrige Baufirma habe die Schilder auch bereits aufgehängt gehabt. Allerdings mussten sie wieder abgenommen werden, da es keine Anordnung dazu gegeben habe. Was der Ausschuss jetzt nachholte.

Oliver Roth (CDU) enthielt sich übrigens bei der Abstimmung: Als regelmäßiger Nutzer des morgens oft auch schon überfüllten Park&Ride-Parkplatzes am Bahnhof weiche er zur Fingerhutsmühle aus. „Ich weiß nicht, wie viele das außer mir noch machen. Aber wenn sich durch die Neuregelung dort vielleicht die Parkplatz-Situation am Bahnhof und in den angrenzenden Straßen verschärft, muss man sich da auch noch Gedanken machen.“

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