Abschied

Ein Auge lacht, ein Auge weint

Nach knapp 34 Jahre ist Schicht im Dom: Barbara Rofalski verabschiedet sich in den Ruhestand, aber nur offiziell. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin möchte sie im Laufe des nächsten Jahres wieder aktiv werden.

Foto: Oliver Bergmann

Nach knapp 34 Jahre ist Schicht im Dom: Barbara Rofalski verabschiedet sich in den Ruhestand, aber nur offiziell. Als ehrenamtliche Mitarbeiterin möchte sie im Laufe des nächsten Jahres wieder aktiv werden. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Der Ruhestand ruft: Barbara Rofalski hört als Gemeindereferentin in St. Kilian auf. Dort wird sie am Sonntag im Rahmen einer Heiligen Messe verabschiedet.

Generationen von Schulkindern hat sie auf ihre Kommunion und Firmung vorbereitet, sie hat die Frauenarbeit im gesamten Pastoralverbund Letmathe geprägt und zahlreiche weitere Aufgaben mit Leidenschaft erledigt. Zum Jahresende geht die Gemeindereferentin von St. Kilian, Barbara Rofalski, in den Ruhestand. Zuvor hat sich die 65-Jährige noch einmal Zeit für ein Gespräch mit der Heimatzeitung genommen.

Frau Rofalski, nach wie vielen Jahren scheiden sie eigentlich aus Ihrem Amt aus?

Nach fast 34. Es fehlt nur ein Monat. Am 1. Februar 1984 habe ich als Gemeindereferentin in St. Kilian angefangen.

Wie sind Sie denn eigentlich Gemeindereferentin geworden?

Ich hatte zunächst Sozialpädagogik in Dortmund studiert, war danach acht Jahre in Castrop-Rauxel als Dekanats-Jugendpflegerin und habe während dieser Zeit ein Theologie-Fernstudium absolviert. Daran schloss sich ein Probejahr als Gemeindereferentin in Gütersloh an und von dort aus bin ich dann hierhin gekommen. Damals noch unter Pfarrer Komesker, mit dem ich dann noch 16 Jahre gut zusammengearbeitet habe. Es war meine erste und einzige Stelle.

Handelte es sich dabei denn um eine Heimkehr?

Nein, ich bin in Castrop geboren.

Oh, also auch ein Revierkind...

Ja, mein Vater war sogar noch Bergmann.

Und das Töchterchen bekam den Namen der Schutzpatronin der Bergleute. Das passt doch prima...

Stimmt, aber geplant war das nicht. Meine Mutter hatte sich zunächst einen anderen Namen für mich ausgesucht. Aber Barbara heiße ich vor diesem Hintergrund schon mit einem gewissen Stolz. Und dann hieß auch noch meine Heimatgemeinde St. Barbara.

Und wie fühlen Sie sich bei dem Gedanken an den Ruhestand?

Ich habe das noch gar nicht begriffen. Wirklich nicht. Zur Zeit habe ich Urlaub, wie immer nach Weihnachten. Aber plötzlich steht ab dem 2. Januar nichts mehr im Kalender. Dann beginnt eine neue Lebensphase für mich, die ich aber nicht als meine letzte ansehe. Nach einer Auszeit steige ich hier wieder ehrenamtlich ein. In welcher Funktion das sein wird, besprechen wir noch.

Freuen Sie sich denn?

Ich höre mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf. Natürlich freue ich mich, dass ich mehr Zeit für meine Hobbys habe, also zum Lesen, Stricken und andere Handarbeiten. Ich muss nicht mehr nach dem Terminkalender leben, habe keine festen Arbeitszeiten mehr. Andererseits habe ich immer gerne die Wort-Gottes-Feiern gehalten und Verantwortung übernommen. Der Kontakt zu den Menschen in der Gemeinde wird sich wohl auch verändern.

Was sind eigentlich Ihre Aufgaben als Gemeindereferentin gewesen?

Als Frauenpastoral für Oestrich, Stübbeken und St. Kilian kümmere ich mich um die geistliche Begleitung der Frauengemeinschaften. Die Kommunionsvorbereitung gehörte dazu, genauso die Trauerbegleitung. Gemeinsam mit Christine Brokmeier habe ich ja auch den Treff für Trauende organisiert. Dann war ich Mitglied im Pfarrgemeinderat, war Seelsorgerin für die Kilianschule und damals auch noch an der Albert-Schweitzer-Schule. Die habe ich praktisch mit abgeschlossen.

Bestimmt haben sich Ihre Aufgaben im Laufe der Jahre auch verändert?

Oh ja, total. Ich kam ja mit knapp 32 Jahren hierhin und hatte anfangs hauptsächlich in der Jugendarbeit zu tun. Die Aufgaben rund um eine Beerdigung sind hinzugekommen, seit einigen Jahren war ich ja auch als Seelsorgerin bei Begräbnissen tätig. Das ist keine Aufgabe für jemanden, der noch jung ist.

Und die Menschen? Haben die sich im Laufe der vergangenen 34 Jahre auch verändert?

Ja. Die Nähe zur Kirche ist eine andere, die Menschen haben sich weiter von ihr entfernt. In der Vorbereitungszeit auf Kommunion und Firmung sind Kinder und ihre Eltern sehr nah dran, aber danach häufig nicht mehr. Das finde ich schade. Ich hatte während meiner Tätigkeit ein Motto: „Den liebenden Gott.“ Das wollte ich den Menschen mitteilen. Ich selbst habe mich natürlich auch geändert. Vielleicht habe ich den Draht zur Jugend etwas verloren. Aber mein Glaube hat sich weiter verfestigt.

Gibt es denn eine Nachfolge für Sie, oder ist Bettina Aust als Gemeindereferentin künftig alleine?

Vorerst. Meine Stelle wird zu einer 50-Prozent-Stelle, die von Paderborn aus ausgeschrieben wird. Ich denke, im Laufe des kommenden Jahres wird sich diesbezüglich bestimmt etwas bewegen.

Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf Sonntag? Im Rahmen einer Heiligen Messe um 11.15 Uhr im Dom werden Sie verabschiedet...

Deswegen bin ich schon etwas nervös. Aber bestimmt wird es sehr interessant für mich. Ich freue mich aber auch darauf, weil einige Gäste kommen. Unter anderem werden die früheren Pastoren Manfred Wacker und Guido Bartels dabei sein. Mit beiden habe ich sehr eng zusammengearbeitet.

Und für 2018 – irgendwelche Wünsche?

Nein, keinen direkten. Erstmal muss ich gucken, dass ich nicht in ein tiefes Loch falle. Aber keine Sorge – so schlimm wird es wohl nicht werden.

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