Serie „HeimArt“

Eine Verneigung vor der Schöpfung

Ella Mühlhaus arbeitet in ihrem Wintergarten derzeit an einem noch namenlosen Werk.

Ella Mühlhaus arbeitet in ihrem Wintergarten derzeit an einem noch namenlosen Werk.

Foto: Jennifer Katz

Dröschede.  In unserer „HeimArt“-Serie stellen wir heute Ella Mühlhaus vor.

Wer das Haus von Ella Mühlhaus und ihrem Mann Torsten betritt, kann schon erahnen, welch kreative Menschen dort leben. Direkt im Eingangsbereich steht eine Bronzeskulptur, an den Wänden hängen Bilder, die garantiert nicht „von der Stange“ kommen. Im Wintergarten stehen Staffelei, Pinsel, Leinwand und weitere Utensilien, die die freie Künstlerin und Auftragsmalerin für ihr Schaffen benötigt.

1961 in Ihmert geboren, begann Ella Mühlhaus schon als Kind mit der Malerei. „Wenn ich zu Hause ein Bild, das ich in der Schule nicht fertig bekommen habe, zu Ende gemalt habe, wurde mir im Kunstunterricht nicht geglaubt, dass ich es alleine geschafft habe“, erinnert sie sich. Und ergänzt: „Habe ich aber, und die Bilder verschwanden dann bei meinen Lehrern.“ Beruflich war sie bis 2011 als examinierte Krankenschwester im Einsatz, begann aber schon 1988, ihre Werke auszustellen. Autodidaktisch erlernte sie verschiedenste künstlerische Techniken. Dann entschied sich Ella Mühlhaus, einen Aquarell-Kurs an der Volkshochschule zu besuchen. Dort vertiefte sie nicht nur ihre bereits vorhandenen Fähigkeiten, sondern lernte auch ihren Mann kennen.

„Ab 2015 erfüllte ich mir einen langgehegten Traum: Durch einen unverhofften Geldsegen war es meinem Mann und mir möglich, an der Freien Kunst­akademie Wetter ein dreijähriges Kunststudium inklusive Meisterklasse zu absolvieren.“ So teilt das Paar Lust und Frust an der Kunst, gegenseitig schauen sie auf ihre Werke und kritisieren sich.

„Für mich ist die künstlerische Darstellung eine Begleitung Tag für Tag – eine Verneigung vor der Schöpfung und Großartigkeit unserer Welt mit ihrem ständigen natürlichen Wandel, ihren Farben und Formen“, sagt Ella Mühlhaus. Und: „Oft sind es die Gegensätze zwischen Natur und Mensch, die mich reizen, sie festzuhalten und gegeneinander in ein Miteinander zu stellen. Mein größter Favorit ist jedoch die Natur selbst in ihrer so grenzenlosen Vielfalt und Schönheit.“ In ihrer Bilderserie „Faces“, an der sie zurzeit arbeitet, zeigt sie beispielsweise die Zerbrechlichkeit der Welt, Thema ist dabei auch der Klimawandel.

„Meine Intention ist es, den Betrachter zu lenken und zu leiten, aber ihm auch die Chance zu geben, meine Bilder nicht sofort zu durchschauen, sondern immer wieder Neues darin zu entdecken“, erklärt Ella Mühlhaus.

Sie ist seit 2015 Mitglied im Kunstverein Iserlohn, seit 2017 ist sie dessen stellvertretende Vorsitzende. Mit weiteren Mitgliedern stellt sie Anfang November im Atelier am Vödeweg (ehemals Wila) ihre Werke aus. In der Hemeraner Kunstkapelle PeRo sind Werke von Ella Mühlhaus und weiterer Künstler unter dem Titel „Lichtbringer“ am 1. und 24. November jeweils zwischen 10 und 20 Uhr zu sehen. Und bereits am 10. Oktober um 18 Uhr beginnt ihre Vernissage bei Ladenbau Turner an der Lennestraße 71 in Altena, direkt neben dem Burgaufzug. Dort werden ihre Bilder zwei Monate zu sehen sein.

Weitere Träume sollen verwirklicht werden

Obwohl sie bereits im In- und Ausland ausgestellt, verschiedenste Dozententätigkeiten im privaten und Vereinsbereich übernommen und schon das Kunststudium aufgenommen hat, möchte sich Ella Mühlhaus noch künstlerische Träume erfüllen. Einer ist bereits umgesetzt, in Form der Bronzeskulptur, die im Eingangsbereich ihres Hauses thront. Ab dem Herbstsemester will sie in Bochum eine Meisterklasse besuchen, um ihre Kenntnisse zu erweitern.

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