Menschen

„Er hat das Amt nicht nur inne, er lebt es“

Im Beisein von Ehefrau Inge und Enkel Louis bekam Friedhelm Siegismund von Michael Scheffel die Duisberg-Plakette verliehen.

Im Beisein von Ehefrau Inge und Enkel Louis bekam Friedhelm Siegismund von Michael Scheffel die Duisberg-Plakette verliehen.

Foto: Annabell Jatzke / Annabell jatzke

Oestrich.   Friedhelm Siegismund bekommt die Duisberg-Plakette für seinen Einsatz im Ortsring Oestrich.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine außerordentliche Versammlung ohne Tagesordnung sorgte am Freitagabend in Oestrich für Überraschung bei den geladenen Mitgliedern des Heimatvereins Ortsring Oestrich. Die Verantwortlichen hatten im Vorfeld der Versammlung sozusagen „dicht gehalten“ und so kam es für viele überraschend, dass dem langjährigen Vorsitzenden Friedhelm Siegismund die Duisberg-Plakette der Stadt Iserlohn verliehen wurde.

Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Michael Scheffler war gekommen, um den verdienten Bürger zu ehren. Er betonte, dass sich Siegismund in ganz besonderem Maße für die Gemeinschaft eingesetzt habe. Als seinerzeit Lutz Malaschöws-ki den Vorschlag für die außergewöhnliche Ehrung bei der Stadt machte, widersprach niemand. Man ist sich dessen bewusst, was Siegismund in Oestrich geleistet hat.

In seiner Ansprache beschrieb Scheffler den 64-Jährigen als einen mitfühlenden und harmoniebedachten Menschen, der seinem Bauchgefühl folgt und versucht, realistische Träume umzusetzen, so wie es oft die Eigenschaften der im Sternkreiszeichen Fische Geborenen sind. Seit Jahrzehnten hat Siegismund im Heimatverein Ortsring Oestrich alles gegeben und war stets bereit, Verantwortung zu übernehmen. Im März 2000 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, bevor er dann vier Jahre später den Vorsitz übernahm.

„Er hat das Amt nicht nur inne gehabt, sondern auch gelebt“, so Scheffler. Dabei war er ein Hüter des Heimatgedankens, aber zugleich auch ein Pionier. Sein Engagement reicht weit über die Grenzen Oestrichs hinaus. Obwohl Siegismund vor drei Monaten bei der Jahreshauptversammlung seinen Rücktritt erklärte, ist er in Oestrich immer noch eine der Stützen. Und wird sich unter anderem auch in die Vorbereitungen für die 800-Jahr-Feier einbringen. „Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl“, mit diesen sehr zu Siegismund passenden Zeilen von Herbert Grönemeyer schloss Scheffler seine Ansprache.

Selbstverständlich ließ es sich auch Lutz Malaschöwski nicht nehmen, ein paar Worte an die anwesenden Heimatfreunde zu richten. Danach bedankte sich Siegismund, gerührt über die Auszeichnung, selbst für die große Ehre. Besonders wichtig war ihm dabei die Feststellung: „Es ist nicht allein meine Medaille, sondern Verdienst vieler, die mich hier im Verein unterstützen.“ Ein großes Dankeschön hatte sich in dieser Hinsicht gewiss auch Ehefrau Inge verdient, die ihrem Mann stets den Rücken stärkte. Scheffler überreichte ihr daher Blumen als Zeichen der Anerkennung.

2000 Euro Heimatscheck für die neue Internetseite

Nachdem sich schnell herausstellte, dass die Versammlung, zu der eingeladen worden war, in diesem Sinne keine wirkliche war, gingen die Oestricher zum gemütlichen Beisammensein mit einer Stärkung vom Grill über. Neben der Ehrung von Siegismund bot sich noch ein weiterer Anlass zum Feiern. Die Oestricher hatten beim Heimatförderprogramm „Heimat-Scheck“ Geld für die Überarbeitung ihrer Homepage beantragt, dafür wurden 2000 Euro vom Land überwiesen. Zuversichtlich hofft man, das die überarbeitete Webseite des Heimatvereins nächste Woche an den Start gehen kann.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben