Berufswahl

Erster Schritt auf dem Weg zum Traumberuf

Linus Neumann war während seines Praktikums unter anderem als Fahrkartenkontrolleur in der Region unterwegs. Ein erfahrener Kollege schaute ihm dabei über die Schulter.

Foto: Oliver Bergmann

Linus Neumann war während seines Praktikums unter anderem als Fahrkartenkontrolleur in der Region unterwegs. Ein erfahrener Kollege schaute ihm dabei über die Schulter. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Neuntes Schuljahr, zweites Halbjahr: Landauf, landab ist das die spannendste Zeit für die nordrhein-westfälischen Realschüler. Das Berufspraktikum steht auf dem Programm. Für drei Wochen schwärmten auch die 15- und 16-Jährigen der Realschule Letmathe in die Betriebe der Region aus. „Die meisten gehen in Kindergärten, Altenheime oder zu Hexion. Einige machen ihr Praktikum sogar in der Schule“, schildert Claudia Constapel, Klassenlehrerin der 9b. Und unterstreicht: „Nur einen Schüler bei der Bahn hatte ich in 20 Jahren noch nicht.“

Neuntes Schuljahr, zweites Halbjahr: Landauf, landab ist das die spannendste Zeit für die nordrhein-westfälischen Realschüler. Das Berufspraktikum steht auf dem Programm. Für drei Wochen schwärmten auch die 15- und 16-Jährigen der Realschule Letmathe in die Betriebe der Region aus. „Die meisten gehen in Kindergärten, Altenheime oder zu Hexion. Einige machen ihr Praktikum sogar in der Schule“, schildert Claudia Constapel, Klassenlehrerin der 9b. Und unterstreicht: „Nur einen Schüler bei der Bahn hatte ich in 20 Jahren noch nicht.“

Linus Neumann heißt der junge Mann aus ihrer Klasse, der jetzt für dieses Novum gesorgt hat. Sein Arbeitgeber während dieser drei Wochen war die private Eisenbahngesellschaft Abellio. Obwohl die Schülerpraktikanten beim Unternehmen nicht unbedingt Schlange stehen, wurde der junge Iserlohner mit offenen Armen empfangen und für eine reizvolle Aufgabe gefunden.

Schwarzfahrer sind mit allen Wassern gewaschen

Den größten Teil dieser drei Wochen fuhr er auf Abellio-Linien mit und half den Fahrkarten-Kontro­lleuren bei ihrer Arbeit. Dabei lernte er die Tricks der Schwarzfahrer kennen. „Einige sind ganz doof. Die schließen sich auf der Toilette ein und denken, wir bemerken sie nicht. Andere sind ohne entwertetes Ticket unterwegs.“ Interessant war für ihn auch die Erfahrung, dass er in der Ruhr-Lenne-Bahn (RB 40) zwischen Hagen und Essen weitaus mehr Fahrgäste ohne gültigen Fahrschein erwischte, als im RE 16, der auf diesem Abschnitt ebenfalls unterwegs ist. „In der RB 40 gibt es keine Fahrkarten-Automaten mehr“, begründet er. Die Fahrten mit dieser Linie haben es ihm besonders angetan. „Auf ihr werden die Flirt-3-Triebfahrzeuge eingesetzt. Das sind meine Lieblingszüge.“

Sie könnten eines Tages zu seinem festen Arbeitsplatz werden. Nicht unbedingt als Schaffner, aber als Lokführer. Das ist Linus Neumanns Berufswunsch seit Kindertagen. „Großer Eisenbahn-Fan bin ich schon immer gewesen. Am meisten interessieren mich das ganze Transportwesen auf der Schiene und die Fahrpläne.“ Die Leidenschaft für die Eisenbahn kam während des Praktikums zur Geltung. Der Realschüler habe tolle Arbeit geleistet.

Minute um Minute die Pünktlichkeit hergeschenkt

„Das hat mir ein Abellio-Mitarbeiter bestätigt, der Linus betreut hat, als ich ihn in Hagen besucht habe“, lobt seine Lehrerin. Der Acht-Stunden-Tag begann auch schon mal um 7.17 Uhr, wenn Neumann mit dem Zug von Iserlohn nasch Hagen gefahren ist. Höhepunkte waren natürlich die Fahrten im Führerstand. Nicht so schön war ein Erlebnis im Hagener Hauptbahnhof: „Einmal standen wir um 8.51 Uhr Abfahrbereit auf unserem Gleis, bekamen aber vom Fahrdienstleiter kein Fahrtsignal, weil wir zwei Zügen Vorfahrt gewähren mussten. Dadurch hat sich bei uns eine Verspät­ung von 15 Minuten ergeben.

Derzeit sieht es so aus, als müsse er sich für die Ausbildung zum Lokomotivführer anderweitig umsehen. Bei Abellio ist das noch nicht möglich. „Aber bei der Deutschen Bahn gibt es drei verschiedene Ausbildungsgänge.“ Sein Weg dorthin scheint vorgezeichnet.

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