Marienhospital

„Es gibt keine Gründe für die Schließung“

Von der Abwicklung bedroht: Das Marienhospital in Letmathe, so der Beschlussvorschlag, soll am 31. Dezember schließen.

Von der Abwicklung bedroht: Das Marienhospital in Letmathe, so der Beschlussvorschlag, soll am 31. Dezember schließen.

Foto: Tim Gelewski

Letmathe.  Erst im Kreistag in der kommenden Woche soll über die geplante Schließung des Marienhospitals diskutiert werden.

Was steckt wirklich hinter der abrupten Schließung des angeblich sterbenskranken Patienten Marienhospital Letmathe? „Wir kennen immer noch keine genauen Zahlen“, sagt Peter Leye, Kreistagsabgeordneter der SPD. „Ich bin stinksauer. Bei allem, was wir wissen, gibt es keine Gründe für die Schließung des Letmather Hospitals.“

Der Kreisausschuss, die letzte Instanz vor dem Kreistag, der in einer Woche in Lüdenscheid zusammenkommt, wird sich heute Abend vor der Entscheidung für oder gegen das Marienhospital drücken. Die Vorsitzenden der Fraktionen haben den Punkt für die Sitzung am gestrigen Dienstag von der Tagesordnung genommen. Nächste Woche Donnerstag, am 27. Juni, wird der Kreistag in seiner Sitzung ab 16 Uhr im Kreishaus in Lüdenscheid das Thema voraussichtlich beraten und beschließen. „Ich habe noch keine Antworten auf die Fragen, die sich stellen“, kündigt Peter Leye an, eine Vertagung für den Kreistag zu beantragen.

Warum, so fragt Sozialdemokrat Leye, ist ein Drittel der 113 verfügbaren Betten im Marienhospital nicht belegt? Warum ist die Caféteria des Hauses seit mehr als einem Jahr geschlossen, warum sind die freien Stellen beim Pflegepersonal noch nicht wieder besetzt?

Herbeigeführte Defizite sind heute Argumente fürs Aus

Antworten gibt die Drucksache, die für die Kreistagssitzung in einer Woche öffentlich einsehbar ist, denn alle Mängel, die man im Marienhospital in den vergangenen Monaten nicht abgestellt hat, sind heute die Argumente von Landrat Thomas Gemke (CDU) und der Märkischen Krankenhausgesellschaft mit Dr. Thorsten Kehe an der Spitze für die Abwicklung des Marienhospitals.

Währenddessen hat die Klinik GmbH von Lüdenscheid aus kräftig in die Stadtklinik Werdohl investiert, die in der Heimatstadt des Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Seidel (CDU) liegt. Seidel, Kreistagsabgeordneter, sorgte in den vergangenen Monaten mit für die Investitionen.

Sorgte er auch dafür, dass in Letmathe nicht mehr investiert, Stellen nicht mehr besetzt und sogar der Pflegedienstleiter nach Lüdenscheid beordert worden ist? „Es ist eine Systematik erkennbar“, sagt ein Kreistagsabgeordneter. Vor allem die SPD im Kreistag, in der Mehrheit Abgeordnete aus dem Süden, macht sich für die Schließung stark. Auch wenn Wolfgang Rothstein, Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokraten, schweigt, so ist bekannt, dass eine Probeabstimmung bei der SPD in der vergangenen Woche eine erdrückende Mehrheit für die Schließung ergeben hat, einzig die Iserlohner Fraktionsmitglieder Peter Leye und Hermann Piepenstock haben ihre Hand nicht dafür gehoben.

Anders das Bild bei der CDU-Kreistagsfraktion, deren Vorsitzender der Letmather Christdemokrat Karsten Meininghaus ist -- 10:10 Stimmen, ein Patt beim Test für die Abstimmung im Kreistag in der kommenden Woche. Nicht nur die Iserlohner Abgeordneten sind offenbar auf der Seite des Letmather Marienhospitals. Und während im Aufsichtsrat der Märkischen Kliniken vor zwei Wochen Renate Schulte-Fiesel von der CDU gegen die Schließung stimmte, votierten die fünf Vertreter des Betriebsrates im Aufsichtsgremium für die Zerstörung des Letmather Marienhospitals.

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