Soziales

Für den guten Umgang miteinander

Die Akteure des Stadtteiltreffs bei der Vorstellung der Aktionswoche „Miteinander in Letmathe“. Sie legen sich Anfang April mit zahlreichen Experten dafür ins Zeug, dass die Letmather Kinder in allen Situationen Stärke zeigen können.

Foto: Oliver Bergmann

Die Akteure des Stadtteiltreffs bei der Vorstellung der Aktionswoche „Miteinander in Letmathe“. Sie legen sich Anfang April mit zahlreichen Experten dafür ins Zeug, dass die Letmather Kinder in allen Situationen Stärke zeigen können. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Eine Aktionswoche des Stadtteiltreffs Letmathe soll soziale Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen stärken. Los geht es Anfang April.

Respektvoll und fair sollen Kinder und Jugendliche mitein­ander umgehen und mutig sein, wenn es die Situation erfordert. Weil das oft leichter gesagt als getan ist, hat der Stadtteiltreff Letmathe mit seinen mehr als einem Dutzend Akteure eine Aktionswoche auf die Beine gestellt, die denn auch entsprechend betitelt worden ist: „Miteinander in Letmathe: respektvoll-mutig-fair“.

Von Montag, 3., bis Donnerstag, 6. April, warten auf die Haupt-Zielgruppe der sechs- bis 13-Jährigen mehrere verschiedene Programmpunkte, die etwa ein Jahr lang vorbereitet wurden und hauptsächlich Bestandteil des Schulunterrichts sein werden. Einige sind aber auch offen für alle interessierten Kinder und Jugendlichen. Um den respektvollen Umgang miteinander geht es in fünf Veranstaltungen. Die er­ste dieser Art ist am Dienstag, 4. April. Ab 10.30 Uhr führen Schüler der sechsten Klassen von Haupt- und Realschule sowie des Gymnasiums ein Theaterstück auf, das in Zusammenarbeit mit der Theatergruppe Comic-on aus Köln eingeübt wurde. In „R@ausgemobbt 2.0“ geht es um das Thema Cybermobbing, mit dem sich die Schüler im Rahmen der Schulsozialarbeit bereits mehrfach auseinandergesetzt haben.

Theaterstück ist nah an der Lebenswirklichkeit

Ähnlich setzen sich die Kinder der Grundschule St. Kilian mit dem Thema Mobbing auseinander. Für sie wird, ebenfalls am 4. April, um 14 Uhr ein Erzähltheaterstück in der Stadtbücherei-Zweigstelle in Haus Letmathe aufgeführt Titel: „Tomatenrot oder mobben macht traurig“. Einen Tag später sind die Fünftklässler der Hauptschule Letmathe in der Bücherei zu Gast. Ab 10.30 Uhr lauschen sie der Kinderbuchautorin Annette Neubauer, die aus ihrem Werk „So was von fies“ vorliest, in dem ein Junge verdächtigt wird, das Handy einer Mitschülerin gestohlen zu haben.

Respekt und Fairness ist nicht nur wichtig für die zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auch im Umgang mit der Umwelt. Dieses Themas nimmt sich der Girls Club des Jugendtreffs Letmathe an. Am Dienstag, 4. April, steht um 16.30 Uhr ein Ausflug in den Letmather Steinbruch an, der für Mädchen ab zehn Jahren gedacht ist. Der Landschaftsgärtner Thomas Brand begleitet die Gruppe. Diese Veranstaltung ist öffentlich. Wer dabei sein möchte, kann sich bis Freitag, 31. März, im Jugendtreff unter 02374/937922 anmelden.

Ein weiterer Akteur neben den Schulen ist das Letmather Kodang Gym an der Bachstraße 24. Dort werden kostenlose Selbstbehauptungstrainings angeboten. Inhaberin Susanne Ubeländer wies am Dienstag bei der Vorstellung der Aktionswoche darauf hin, dass ein respektvoller Umgang miteinander die Basis für Erfolg ist. Trainingsinhalte sind Verteidigungstechniken, die auch unsportliche Teilnehmer anwenden können. Sechs- bis Zwölfjährige können am 3. und 5. April zwischen 15 und 16 Uhr die Techniken erlernen, die 13- bis 16-Jährigen sind von 16 bis 17 Uhr an der Reihe (Anmeldung bis Donnerstag, 30. März, unter 02374/12922). Ein weiteres Selbstbehauptungstraining „Mut tut gut“ bietet Carmen Kowski für die Schüler der Kilianschule am Dienstag und Donnerstag an.

Mut, Respekt und vor allem Fairness sind Themen, die besonders im Sport zur Geltung kommen. Wer wüsste das besser als ein Profisportler? Roosters-Verteidiger Dieter Orendorz.spricht am Montag, 3. April, in der Aula der Brabeckschule über die Werte und Normen im Sport und deren Bedeutung für die Gesellschaft. Eine Diskussion darüber ist begleitender Teil der Veranstaltung, die den Titel „Fairness im Sport – Wunsch oder Wirklichkeit?“ trägt.

Probleme des Sports werden beim ASSV diskutiert

Das Vereinsheim des ASSV Letmathe, Schwerter Straße 50, ist zum Abschluss der Aktionswoche am 4. April, 18.30 Uhr, Schauplatz einer Veranstaltung, die sich eher an Vereinsfunktionäre und Trainer richten. Unter dem Titel „Wie wir uns den Sport wünschen und was Verband und Vereine gemeinsam tun können“ wird das Gewaltproblem in Stadien und auf Sportplätzen angesprochen und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Die Kilianschüler der vierten Klasse setzen sich bereits im Rahmen des schulinternen Projekts „Ran an den Respekt – gemeinsam gegen Gewalt und Mobbing“ mit Themen, die während der Aktionswoche ebenfalls Schwerpunkte sind, auseinander. Doch dabei handelt es sich weniger um eine Vorbereitung auf die Aktionswoche, sondern um die Situation der Kinder, die sich im Laufe dieses Jahres noch einschneidend verändern wird. Die frühere Lehrerin Martina Diehl, die mittlerweile auf dem Gebiet der Gewaltprävention unterwegs ist, erklärt: „Jetzt sind die Kinder noch die Größten auf dem Schulhof, nach den Sommerferien sind sie die Kleinsten.“ Da könne es durchaus zu unangenehmen Situationen kommen. Martina Giehl zeigt ihnen, wie sie damit umgehen können.

An einem öffentlichkeitswirksamen Projekt arbeiten die Kilianschüler gemeinsam mit Kindern der Brabeckschule zusammen: Sie bauen drei Bänke aus Holz, die demnächst in Letmathe aufgestellt werden. Der Tischler Konrad Horsch wird ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ein Platz ist für vor Haus Letmathe vorgesehen, eine Bank kommt auf den eigenen Schulhof, der dritte Standort ist noch offen. Im Rennen sind der Volksgarten und der Dirtbike-Park an der Kreisbahnbrücke.

Ob die Aktionswoche wiederholt wird, ist noch offen. Ideen, wie die Kinder- und Jugendarbeit weiter aufgewertet werden kann, werden vom Stadteiltreff weiter gesammelt. Alle drei Monate, demnächst im Mai, wird über sie beraten. Dann steht auch die Auswertung der Aktionswoche an.

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