Jubiläum

Gediegene, fröhliche Jubiläumsfeier

Viele fröhliche Besucher und gut gelaunte Gastgeber sorgten gemeinsam mit Standbetreibern und Verkäufern für ein rundum gelungenes Fest rund um die Dechenhöhle. Der erwiesen auch ranghohe lokale und regionale Politiker die Ehre.

Viele fröhliche Besucher und gut gelaunte Gastgeber sorgten gemeinsam mit Standbetreibern und Verkäufern für ein rundum gelungenes Fest rund um die Dechenhöhle. Der erwiesen auch ranghohe lokale und regionale Politiker die Ehre.

Foto: Oliver Bergmann

Oestrich.   Die Entdeckung der Dechenhöhle wurde am Samstag stimmungsvoll begangen.

Die Mühen der Gastgeber haben sich also doch gelohnt, ihre im Vorfeld geäußerten Sorgen erwiesen sich schnell als unbegründet: Mehr als tausend Menschen schauten am Samstag an der Dechenhöhle vorbei, um bei der Feier anlässlich der Entdeckung der Höhle vor nahezu genau 150 Jahren dabei zu sein und sich bewusst zu machen, welches Juwel vor der eigenen Haustür liegt. Viele heimische Unternehmen und Organisationen, Unterhaltungskünstler und Dienstleister sorgten für ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm.

Nicht nur mit der Bestellung von 5000 0-Euro-Banknoten hat das Dechenhöhlen-Team selbst ins Schwarze getroffen. „Die gehen unglaublich gut weg“, sagte die Geologin Corinna Hoff, die die Scheine zum Stückpreis von 3,50 Euro verkaufte. Teilweise verkaufte sie 100 Exemplare auf einmal. Kenner und Sammler suchten sich bestimmte Seriennummern in der frohen Erwartung heraus, dass der Wert der Banknoten eines Tages steigen wird. Reichlich zu tun hatten auch Anja Peter und An­dreas Dörr vom Sonderpostamt der Deutschen Post. Bei ihnen gab es den Sonderstempel zum Höhlenjubiläum. Das nutzten viele Besucher, um ihren Liebsten eine Freude zu bereiten. Manche adressierten diese außergewöhnliche Post auch einfach an sich selbst. Trotz des Zuspruchs musste nirgendwo lange angestanden werden. Das machte den Aufenthalt an der Höhle so angenehm.

Geladene Gäste stimmen Lobeshymnen an

Zunächst richteten sich die Blicke jedoch auf die geladenen Gäste. Etwa eine Stunde hielten die Besucher inne, um ab 11 Uhr deren Ansprachen und Grußworte zu verfolgen. Als Erster war natürlich Höhlenleiter Dr. Stefan Niggemann an der Reihe. Selbstbewusst sprach er von „Iserlohns touristischem Leuchtturm Nummer eins“ und berief sich dabei auf die 13,7 Millionen Besucher in den vergangenen 150 Jahren. Mehr als 400 sind allein am Samstag hinzu gekommen, weil sie an den Führungen teilgenommen haben, die im im 30-Minuten-Takt angeboten wurden. Jörg Nolte, der zwischendurch die Kasse betreute, sprach davon, dass eigentlich diese Regel gilt: „Je schöner das Wetter, desto schlechter der Besuch.“ Doch selten war eine Abkühlung in der zehn Grad kühlen Tropfsteinwelt so wertvoll wie am schwülen Samstag.

Niggemann dankte allen Personen und Institutionen , die sich um die Dechenhöhle verdient gemacht haben und er äußerte den Wunsch, dass sich auch in ferner Zukunft verantwortungsbewusste Menschen um die Höhle kümmern werden. Allgegenwärtig in allen Ansprachen waren die beiden Bahnarbeiter, die im Sommer 1868 nur zufällig die Höhle entdeckten, nachdem ihnen ein Werkzeug in einen bis dahin seltsamen Schacht fiel. „Vielleicht hören sie ja jetzt gerade mit – von irgendeiner anderen Welt aus“, sagte der Arnsberger Regierungspräsident Hans-Josef Vogel. Seine Rede blieb bei vielen besonders haften. Er regte sowohl an, die Höhle zu einem außerschulischen Lernort zu machen, als auch den Bau von Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge. Ideen wie diese und das Versprechen, sie in die Wege zu leiten, wurden ihm hoch angerechnet. Der stellvertretende Landrat Detlef Seidel wies darauf hin, dass die starken Besucherzahlen nur erreicht werden konnten, weil es den jeweiligen Höhlenverantwortlichen immer wichtig war, die in ihr schlummernden Schätze zu präsentieren.

Ahrens’ erster Besuch war als Bochumer Schüler

Iserlohns Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens erinnerte sich daran, wie er als elfjähriger Schüler aus Bochum-Gerthe erstmals die Höhle besuchte und gestand ein, dass er heute noch Ehrfurcht vor dieser Naturschöpfung habe. Ahrens war Nummer vier auf der Liste der Redner und verzichtete daher auf Inhalte, die zuvor schon thematisiert wurden. Gerhard Schmier, Geschäftsführer der MVG und der Mark-Sauerland Touristik, ermutigte Kommune und Kreis, den Tourismus als Wirtschaftsförderung zu sehen. Das Schlusswort sprach die Vorsitzende des Fördervereins Dechenhöhle, Annemarie Kreckel. Sie nutzte die Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen, dass der Förderverein auf Unterstützung angewiesen sei, damit die Höhle noch lange zugänglich bleiben kann. Ein Appell, der offensichtlich fruchtete. Wenige Stunden später berichtete sie von guten Gesprächen. „Wir haben nicht das Gefühl, das wir alleine sind. Das tut gut.“

Sehr gefragt war der Simulator, mit dem Abellio seinen Beitrag zum Fest leistete. Durch eine Brille tauchte man in eine virtuelle Welt ein, in der die Besucher allerdings nicht mit der Eisenbahn fuhren. Stattdessen wurden die Leute auf eine rasante Bobfahrt geschickt, bei der man auf einem beweglichen Sitz Platz nahm und ordentlich gerüttelt und geschüttelt wurde.

Ohne Musik kam das Fest natürlich auch nicht aus: Das Elektro-Duo Pyramid Peak ließ seinen sphärischen Sound im Höhlenmuseum erklingen, der da jedoch nicht richtig zur Entfaltung kam. Axel Stupplich und Andreas Morsch, die beiden Männer hinter Pyramid Peak, kommen aber wieder: Am 22. September treten sie im Rahmen von „Electric Cave 2018“ mit vier weiteren Bands und Künstlern in der Höhle auf.

Zum Jubiläumsfest war kein Weg zu weit

Stupplich und Morsch kommen aus Leverkusen – von dort aus ist die Höhle schnell erreicht. Doch es gab auch Besucher, die einen richtig weiten Weg auf sich nahmen, nur um beim Fest dabei zu sein. An dieser Stelle kommt Mathilde Hammerschmidt, Schwester des 2016 verstorbenen Höhlenleiters Elmar Hammerschmidt, ins Spiel. Die Wahl-Münchenerin wuchs nur einen Steinwurf von der Höhle entfernt auf, führte in den 70er Jahren mehr als 1000 Gruppen durch sie und war auch Heiligabend 1984 bei der ersten weihnachtlichen Führung dabei, als statt der erwarteten 30 Personen auf einmal 164 vor der Tür standen.

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