Steinbruch am Ahm

Gegnerische Lager am großen Loch

Die Dimension der gegenwärtigen und der zukünftigen Größe des Oeger Steinbruchs, der auf Letmather Gebiet ausgedehnt werden soll, wird beim Luftbild von Hans Blossey deutlich

Foto: Hans Blossey

Die Dimension der gegenwärtigen und der zukünftigen Größe des Oeger Steinbruchs, der auf Letmather Gebiet ausgedehnt werden soll, wird beim Luftbild von Hans Blossey deutlich Foto: Hans Blossey

Letmathe/Hohenlimburg.   Im Streit um die geplante Steinbrucherweiterung am Ahm geht es aktuell unter anderem um Risse in einem Wasserhochbehälter und um Gefahren für Fledermäuse.

Das Luftbild spricht eine deutliche Sprache: In dem Hügelbereich, der sich Ahm und Steltenberg nennt und über den die Stadtgrenze verläuft, klafft auf Hohenlimburger Seite ein Riesenloch. Der Steinbruch der Hohenlimburger Kalkwerke.

Und dieses 30 Hektar große Loch wollen die Kalkwerke noch mal um 5,1 Hektar erweitern. Kalkstein ist nun mal ein gefragter Rohstoff für Beton, Asphalt oder Schotter. Das Loch soll nur auf Hohenlimburger Gebiet vergrößert werden. Juckt das die Letmather überhaupt? Und ob! Die Letmather Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm - rund 1000 Mitglieder - sieht ein wertvolles Erholungsgebiet bedroht, das von Bürgern beiderseits der Grenze genutzt wird.

Die Kalkwerke haben eine Abbaugenehmigung für die 5,1 Hektar beantragt. Das Verfahren läuft. Vorige Woche gab es einen Erörterungstermin in Hagen. Die Letmather Bürgerinitiative und andere Institutionen haben diese Gelegenheit genutzt, um ihre Bedenken in mehreren Punkten vorzutragen.

Risse im Hochbehälter.: Die Stadtwerke Iserlohn haben in den jüngsten Monaten Risse in ihrem Wasserhochbehälter am Steltenberg festgestellt. Er versorgt halb Letmathe mit Trinkwasser. Sind diese Risse durch Sprengungen im Steinbruch entstanden? „Die Ursache ist noch nicht geklärt, das wird aber untersucht“, sagte Jürgen Richters von den Stadtwerken im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Uns ist wichtig, dass von der Steinbrucherweiterung keine Gefahr für den Hochbehälter ausgeht.“ Dr. Matthias Lange von den Kalkwerken betont: „Unsere Gutachter sagen, es besteht kein Zusammenhang mit Sprengungen.“

Auch an Ersatzpflanzungen wird Kritik geübt

Ersatz-Anpflanzungen: Wenn die Steinbruchvergrößerung genehmigt wird, geht ein Waldstück verloren. Die Steinbruchbetreiber sind verpflichtet, als Ausgleich auf 10 000 Quadratmeter am Steltenberg sowie auf rund 30 000 Quadratmeter in Refflingsen und Leckingsen Buchen und Mischwaldkulturen anzupflanzen. „Eigentlich müssten die Bäume steinbruchnah auf Kalkböden gepflanzt werden,“ kritisiert Thomas Meilwes von der Bürgerinitiative. Das Gebiet Refflingsen/Leckingsen sei ökologisch weit weniger wertvoll. „Wir kommen aber an die steinbruchnahen Böden nicht ran, der Eigentümer verkauf t sie nicht“, bedauert Dr. Lange. Ferner sei die Ausgleichspflanzung in Leckingsen/Refflingsen mit dem Kreis abgestimmt. „Das widerspricht aber dem Landschaftsplan des Kreises, der hier eine freie Landschaft vorsieht“, kontert Meilwes.

Grundwasser: Die Bürgerinitiative sieht sich durch ein OVG-Urteil und einen neuen Erlass des Landes NRW in der Ansicht bestätigt, dass Abgrabungen Grundwasserstand und -Qualität beeinträchtigen können. Die Notwendigkeit aufwendiger Messungen könnte die Folge sein. Dr. Lange bezweifelt dagegen sehr, dass der neue Erlass hier überhaupt zur Anwendung kommt.

Fledermäuse: Umstritten bleibt , ob die Steinbrucherweiterung eine tödliche Gefahr für Fledermäuse bedeutet.

Fazit: Die Kalkwerke zeigen sich überzeugt, sämtliche Vorschriften einhalten zu können, während die Bürgerinitiative weiter Hoffnung schöpft, die Genehmigung verhindern zu können. Die Genehmigungsbehörde kündigte weitere Prüfungen in den kommenden Wochen an.

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