Projekt Infotafeln

Geschichte einprägsam und vor Ort

Historisches Letmathe. Altes Rathaus

Foto: Stadt Iserlohn

Historisches Letmathe. Altes Rathaus Foto: Stadt Iserlohn

Letmathe.   Ein Projekt, das auch für andere Stadtteile Vorbild sein könnte, nähert sich in Letmathe langsam der Vollendung: An 16 historischen Stätten sollen Infotafeln aufgestellt werden.

Wer noch nicht weiß, was für ein geschichtsträchtiges Städtchen Letmathe ist, der wird spätestens in diesem Sommer darauf gestoßen. Denn dann werden dem Besucher an heimatgeschichtlich bedeutenden Bauten und markanten Stellen des Stadtteils Infotafeln ins Auge springen.

Dabei ist „ins Auge springen“ übertrieben formuliert.. Denn die Schilder sollen zwar schon auffallen und gut zu lesen sein, aber nicht in störend großen Dimensionen. Das genaue Maß wird noch festzulegen sein, wie aus dem Rathaus zu hören ist. Ganz wichtig sind die genauen Standorte. Auf die haben sich Vertreter der Stadt, des Heimatvereins und der kleinen Letmather Runde Anfang dieser Woche geeinigt. Sie nahmen sich zwei Stunden Zeit dafür. Denn es war keine leichte Aufgabe. Es verbietet sich, Infotafeln direkt an der Wand eines Baudenkmals anzubringen. Und es muss ein bestimmter Abstand und Blickwinkel gewählt werden, damit der Betrachter die heutige Gestalt des Gebäudes möglichst mit der von früher vergleichen kann.

Als ob die Straßenbahn am alten Rathaus wieder führe

In manchen Fällen einigte sich der Kreis darauf, die jeweilige Infotafel in einem „gekippten“ Winkel, also halb liegend anzubringen.

16 „historische Stätten“ wurden für die Beschilderung ausgewählt (siehe Liste weiter unten). Zu jeder Sehenwürdigkeit gibt ein altes Foto Auskunft darüber, wie es früher einmal ausgesehen hat. So kann sich der Betrachter, wenn er beispielsweise vor dem alten Rathaus steht, gut vorstellen, wie vor einigen Jahrzehnten die Straßenbahn hier vorbeigefahren ist. Genau da, wo er steht, ein paar Meter hinter seinem Rücken.

Die Druckvorlagen samt Fotos und Texten für die Infotafeln sind fertig. Sie können jetzt in Produktion gegeben werden und sollen, wie Verena Richters von der Stadtverwaltung mitteilt, in diesem Sommer aufgestellt werden. Damit wird dann ein Projekt vollendet, das viele Monate in Anspruch genommen hat. Der Heimatverein Letmathe erstellte in Zusammenarbeit mit der Stadt die Texte und suchte lange nach aussagekräftigen historischen Fotos.

So wurde ein Stück Heimatgeschichte aufgearbeitet und wird in einer sehr prägnanten Form präsentiert. die sicherlich auch zu Rundgängen und Führungen einladen wird. Nicht nur Besucher und Touristen erfahren in Kurzform Wissenswertes über den Stadtteil, auch die Letmather selbst dürften bei dem einen oder anderen Schild stehen bleiben und staunen: „Ach, da habe ich was dazu gelernt.“

Quizfrage: Wann wurde der Steinbruch stillgelegt?

Nicht jeder weiß, dass das Bahnhofs-Empfangsgebäude in Letmathe 1865 gebaut wurde und nebst Elementen der Neugotik auch solsche des englischen Tudor-Stils enthält. Oder dass sich an der Bachstraße 4 das erste Letmather Krankenhaus befunden hat (das Gebäude steht heute noch). Auch eine Quizrunde zur Heimatkunde ließe sich leicht zusammenstellen. Frage: Wann wurde der Steinbruchbetrieb in Letmathe aufgegeben? Antwort: 1972.

„Es geht nicht nur um Informationen für Besucher und Gäste des Stadtteils, die Infotafeln sollen auch das Bewusstsein der Letmathe für Geschichte und Tradition stärken,“ fasst Dr. Norbert Hesse, Vorsitzender des Heimatvereins zusammen. Und dabei hat er nicht zuletzt die jüngere Generation im Auge.

Die Stadt lässt sich die Schilder rund 10000 Euro kosten und trägt sich mit dem Gedanken, das Projekt auch auf andere Stadtteile auszuweiten.

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