Workshop

Graffiti-Kunst ziert erste „Wall of Fame“

Am Dirt-Bike-Park in Letmathe haben Jugendliche jetzt eine „Wall of Fame“, auf der sie ihre Kunstwerke sprühen können.

Am Dirt-Bike-Park in Letmathe haben Jugendliche jetzt eine „Wall of Fame“, auf der sie ihre Kunstwerke sprühen können.

Foto: Carolin Meffert

Letmathe.  Bei einem mehrtägigen Graffiti-Workshop haben Jugendliche die Grundlagen des Graffiti erlernt und eine Wall of Fame in Letmathe gesprüht.

Wenn Graffitis an öffentliche Wände gesprüht werden, ist der Ärger oft groß und die Motive werden als Schmierereien wahrgenommen. Doch Graffiti ist auch eine freie Kunst, deren Künstler aber oftmals nicht viele legale Spraywände zur Verfügung stehen. Im Rahmen eines viertägigen Graffiti-Workshops des Kinder- und Jugendrats haben sieben Jugendliche die erste „Wall of Fame“ in Letmathe vorbereitet. „Eine ,Wall of Fame’ ist eine Wand für Sprayer, auf der sie legal sprühen dürfen“, erklärt Workshopleiter Stefan Dressler, der schon seit vielen Jahren für Graffiti-Freiflächen kämpft. Eine Stützwand im Bereich der ehemaligen Kreisbahnbrücke am Dirt-Bike-Park Letmathe zählt nun zu diesen legalen Freiflächen, an denen sich die Workshopteilnehmer ausprobieren konnten.

Am Samstag präsentierten sie ihre „Wall of Fame“. Manuel (13) hat die Buchstaben „ZMBI“ an die Wand „getaggt“. Er erklärt: „Ein Tag ist ein Name, den man sich selbst gibt. So wie ein Hund sein Revier markiert, macht man das Taggen als Sprayer um zu zeigen, wo man überall war.“ Auch Max (14) hat sich für sein Graffiti Gedanken gemacht. „Ich habe mich für ,Mr.X’ entschieden, und habe dabei das x aus meinem Namen verwendet. Dann habe ich noch die Kappe der Sprühdose als Motiv dazu gesprayt, um einen Bezug zum Graffiti herzustellen.“

Vor dem Sprühen gab es einen Workshop

Doch bevor die Jugendlichen ihre Tags an die Wand bringen konnten, gab es viel vorzubereiten. Zunächst hatte der Profi-Sprayer Stefan am ersten Workshoptag die Nachwuchssprayer über die rechtlichen Aspekte des illegalen Graffitisprayens aufgeklärt. Schnell ging es dann darum, die Technik zu erlernen, den eigenen Stil zu finden und die ersten Entwürfe zu zeichnen. „Alle waren sehr konzentriert beim Zeichnen“, berichtet der Workshopleiter. An ihrer Freifläche haben sie dann die Entwürfe umgesetzt. „Bevor wir unsere Motive umsetzen konnten, mussten wir erst mal die gesamte Wand grundieren, weil hier vorher viele andere Graffitis waren“, erzählt Leo (14), der es gar nicht so schwer fand, sein Graffiti an die Wand zu sprühen. „Ich werde es aber noch mal überarbeiten“, sagt er mit einem kritischen Blick auf sein Werk und fügt hinzu: „Wir haben auch viele Characters gezeichnet, die müssen auch noch fertig gemacht werden. Da können noch unterschiedliche Features eingebracht werden.“

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