Oratorienchor

Großer Auftritt acht Jahre früher

Erst kürzlich drehte sich diese Doppel-LP wieder auf dem Plattenteller der Gentemanns.

Foto: Oliver Bergmann

Erst kürzlich drehte sich diese Doppel-LP wieder auf dem Plattenteller der Gentemanns. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Im Juni 1970 dirigierte Gebhard Reichmann im Kiliansdom erstmals „Die Schöpfung“. Von der Aufführung erschien später eine Doppel-LP.

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Wann hat Gebhard Reichmann erstmals „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn dirigiert? Bei einem Treffen mit Vorstandsmitgliedern des Oratorienchores wurde kürzlich der 23. Mai 1978 genannt, auch wenn es der Vorsitzende Wilfried Drilling nicht beschwören wollte.

Tatsächlich handelte es sich dabei um einen kleinen Irrtum, auf den uns das Letmather Ehepaar Ilse und Rolf Gentemann aufmerksam gemacht hat. Denn bereits rund acht Jahre zuvor führte der Chor von St. Kilian unter der Leitung von Gebhard Reichmann das Oratorium auf. Es war der 27. Juni 1970.

An jenem Sonntagabend ist das Tonstudio Engelsmann &Burghardt aus Castrop-Rauxel mit einem Mitschnitt des Konzerts im Kiliansdom beauftragt worden. Wenig später erschien es als Doppel-LP. Sie steht bei den Gentemanns griffbereit im Schrank. „Ich habe damals mitgesungen“, erzählt Rolf Gentemann, der mit seinen damals 25 Jahren nur fünf Jahre jünger war als sein Dirigent, zu dessen Ehren der aus dem Chor von St. Kilian hervorgegangene Oratorienchor „Die Schöpfung“ am 26. November erneut aufführt.

1970 wurde der Chor durch das philharmonische Orchester der Stadt Dortmund begleitet. Als Solisten waren die Sopranistin Gertrud Dietrich-Maaß, der Tenor Alfred Vökt und der Bassist Dieter Weller dabei. „Weller hat später noch eine internationale Karriere hingelegt“, erzählt Gentemann. „Und das war definitiv die erste ,Schöpfung’, die Reichmann dirigiert hat.“

Von der Plattenhülle erfahren wir auch noch 47 Jahre später, dass mit Beginn des Konzerts ein schweres Gewitter über Letmathe aufzog. „Diese gerade für den Anfang der Haydn’schen Tonschöpfung charakteristische Begleiterscheinung fügt sich teilweise gut in die Live-Aufnahme ein, so dass man sie, zumindest an einigen Stellen, als fast dazugehörig betrachten kann.“

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