Kunst

Hände und Füße drücken unsere Gefühle aus

Der Österreicher Thomas Schwarzenbacher, Künstler arbeitet am liebsten auf großer Fläche. Aber es geht auch klein. . .

Der Österreicher Thomas Schwarzenbacher, Künstler arbeitet am liebsten auf großer Fläche. Aber es geht auch klein. . .

Foto: Privat

Lössel.  Mit Thomas Schwarzenbacher kommt Kunst der besonderen Art zu „Neuhaus“. Basis ist der menschliche Akt.

Vielleicht war es ja „nur“ Zufall, vielleicht auch Fügung durch einen dafür zuständigen „Kunst-Gott“. Man wird es wohl nie erfahren. Jedenfalls liegt der Anfang alles Kommenden auf bayerischem Boden, denn dort haben sich im Herbst 2018 die Lösselerin und Kunst-Begeisterte und -Förderin Kristin Neuhaus und die Gröbenzellerin und Malerin Brigitte Herzog an der Kunstakademie kennengelernt.

Kristin Neuhaus formuliert es im Nachhinein so: „Als gemeinsames Interesse kristallisierte sich einerseits das eigene künstlerische Schaffen heraus und andererseits das Herzensanliegen, zwischen kunst­interessierten Menschen Brücken zu bauen, ihnen im persönlichen Rahmen Gelegenheiten zur Auseinandersetzung mit Kunst zu bieten, ihre Arbeiten zu präsentieren, ihre Geschichten zu erzählen und sich in Gesprächen zum Thema ,Kunst’ auszutauschen.“ Und dabei konnte Kristin Neuhaus auch schnell feststellen, dass sich ihre langjährige Ausstellungs-Tradition im Romantik Hotel Neuhaus bestens würde zur Deckung bringen lassen, mit Brigitte Herzogs Engagement, die Salon-Tradition wieder aufleben zu lassen, privat zu Kunstgesprächen einzuladen und vor allem auch aufstrebende Künstler zu fördern.

Und eben so ein Künstler ist also Thomas Schwarzenbacher, obwohl er inzwischen bereits weit davon entfernt ist, ein völliger Newcomer zu sein. Er kann bereits auf zahlreiche erfolgreiche Ausstellungen und Arbeiten – vor allem auch an ungewöhnlichen Orten – verweisen. Auf jeden Fall ist allerdings zu erwarten, dass mit diesem Dipl.-Ing. und Dr. phil. Thomas Schwarzenbacher ein überaus außergewöhnlicher Künstler den Auftakt der neuen Werkschauen im Hotel Neuhaus macht.

Das Aufsagen der Realität hat den Künstler früh geprägt

Eigentlich ist der Österreicher von Haus aus Architekt. Er sagt von sich, er habe sich schon im weitesten Sinn seit seiner Kindheit mit der Formgebung befasst. Das frühe Beobachten und Aufnehmen oder auch das Aufsaugen der Realität hätten ihn geprägt. Im Rahmen des spätere Architektur-Studiums habe er sich dann auch aus größtem Interesse mit dem menschlichen Körper auseinandergesetzt, insbesondere durch das intensive Aktzeichnen. Was auf den ersten Blick in der Verbindung für den Laien etwas fremd klingt, erläutert Schwarzenbacher im Gespräch mit der Heimatzeitung so: „Das Aktzeichnen an sich ist die klassische Grundlage der so genannte ,Schule des Sehens’. Man lernt dabei am besten Proportionen, Verkürzungen und Dimensionen richtig zu sehen, zu erkennen und darzustellen.“ Seine Professorin in Graz, Annemarie Dreibholz-Humele, habe allerdings immer betont, das beim Akt-Zeichnen das Naturalistische nicht im Vordergrund stehen sollte, sondern die Erfassung des eigenen Bildes vom Menschen, wie man ihn selbst erlebt und sieht – in Form einer Abstraktion.“

Vernissage bietet Raum und Zeit für Gespräche und Fragen

Die für die Iserlohner Präsentation zusammengestellte Austellung von Zeichnungen, Malerei und Skulpturen von Brigitte Herzog und Thomas Schwarzenbacher trägt offenbar aus gutem Grund den Titel „mit Hand und Fuß“. Schwarzenbachers Erklärung dazu: „Ich finde, dass sich in den Gesten der Hände und Füße alle menschlichen Regungen besonders deutlich ausdrücken. Es besteht eine starke, unmittelbare Verbindung zwischen Geist und Hand und Geist und Fuß. Sie sind Werkzeuge der Gedanken.“ Deshalb könne er seine Geschichten und Gedanken im Wesentlichen auch durch Hände und Füße erzählen.

So dürfte die Vernissage am Sonntag, ab 15.30 Uhr im Romantik Hotel Neuhaus mit Sicherheit großzügigen Raum und hinreichend Gründe für Gespräche und Fragen mit den Künstlern geben. Alle Kunstinteressierten sind zu diesem Galerie-Event bei freiem Eintritt eingeladen.

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