Bildung

Hauptschüler sind hart im Nehmen

Die 6a der Hauptschule Letmathe hat außergewöhnlich aufregende Tage in der Waldschule erlebt.

Die 6a der Hauptschule Letmathe hat außergewöhnlich aufregende Tage in der Waldschule erlebt.

Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Vier Tage Waldschule haben die Klasse 6a als Gemeinschaft zusammengeschweißt. Bei klirrender Kälte waren viel an der frischen Luft.

Lehrreich sind die Tage in der Waldschule immer. Kindergartenkinder, Schüler, manchmal auch Erwachsene lernen den Wald erst richtig oder ganz neu kennen, die Spaß- und Abenteuerfaktoren sind hoch. Das war nicht anders, als die Klasse 6a der Hauptschule Letmathe von Montag bis Donnerstag an der Projektwoche teilnahm, die von der AOK gesponsort wurde. Dennoch waren die Tage aufgrund der Temperaturen außergewöhnlich.

Bibbernd saßen die 18 Schüler am Donnerstagvormittag um eine Feuerstelle neben der Dioramahalle herum und trafen organisatorische Vorbereitungen für das Mittagessen, das sie selbst zubereiteten. Die Speisekarte konnte sich sehen lassen: Stockbrot, Lagerfeuerpizza und Spiegelei-Toastbrot gab es als Hauptmahlzeit, Magdalena, Leonie und Lena kümmerten sich um den Nachtisch. Der bestand aus gegrillten Schoko-Bananen und Marshmallows. Auf die Kälte haben sich die Drei gut eingestellt. Ihr Tipp: Mehr als nur ein Paar Socken anziehen.

Hilfsbereitschaft und kleine Erfolgserlebnisse

Natürlich sind die Schüler nicht nur zum Essen in die Natur gegangen. Verschiedene Gruppenprojekte und Spiele, die die Klasse als Gemeinschaft noch stärker zusammenschweißt haben, standen an. Zum Beispiel ging es darum, ein normales Hühnerei mit Materialien, die der Wald bietet, so zu schützen, dass es den Sturz vom Humpfertturm unbeschadet übersteht. „Drei Eier sind tatsächlich heile geblieben“, erzählte Klassenlehrerin Susanne Rudolf, die auf Nachfrage darauf hinwies, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum der Eier bereits abgelaufen war. Sie machte außerdem Beobachtungen, die ihr Lehrerinnen-Herz höher schlagen ließen. „Plötzlich hörte sie Fragen wie „kann ich Dir etwas helfen?“ Das sei ihr zuvor nicht besonders häufig zu Ohren gekommen, selbst wenn es angebracht gewesen wäre. „Die Projektwoche hat die Teamfähigkeit auf jeden Fall gefördert.“

Die Hauptschüler hatten den Vorteil, dass die Waldschule nur wenige Meter entfernt liegt. So begannen die Tage um 8 Uhr im eigenen Klassenzimmer, ehe es ein Stück die Aucheler Straße hinauf ging. Die dortigen Räumlichkeiten waren selten so wertvoll wie in der zu Ende gehenden Woche. An der Waldschule kümmerten sich Knud Pampe und Max Halbe, die beide dort ihren Bundesfreiwilligendienst leisten, Waldlehrerin Andrea Hirsch und Burkhart Laaser vom Vorstand des Waldschulen-Fördervereins um die Schüler. Sie hinterließen bei Laaser einen hervorragenden Eindruck. „Am Anfang waren sie etwas reserviert. Das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie ihre Handys abgeben mussten. Aber man hat ihnen angemerkt, dass sie Spaß gehabt haben.“

Das blieb auch Susanne Rudolf nicht verborgen. „Es wurde häufig die Frage gestellt, ob wir nicht immer auf diese Art und Weise Schule machen können.“ Logisch, dass die fünf, sechs Stunden „Unterricht“ wie im Flug vergingen. Burkhart Laaser machte noch einige Beobachtungen, die ihn beeindruckten. „Niemand hat das Handtuch geschmissen. Manchmal ist es so, dass mehrere Schüler plötzlich krank werden und zu Hause bleiben. Schülerinnen kommen am ersten Tag gerne in hochhackigen Schuhen. Auch das hat es diesmal nicht gegeben. Sie wurden gut vorbereitet.“

Und sie hätten noch mehr Zeit im Wald verbracht, wenn es nicht derart eisig gewesen wäre. Aber auch so sind sie gleich um mehrere Erfahrungen reicher geworden.

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