Kultur

Hellweg-Mordgeschichten haben die Dechenhöhle erreicht

Jens Lubbadeh (rechts) hatte Heiner Remmert vom westfälischen Literaturbüro an seiner Seite. 

Jens Lubbadeh (rechts) hatte Heiner Remmert vom westfälischen Literaturbüro an seiner Seite. 

Foto: Oliver Bergmann

Oestrich.   Margarethe von Schwarzkopf und Jens Lubbadeh lasen am Samstag im Rahmen der erfolgreichen Krimi-Reihe.

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„Mord am Hellweg“ gilt als Europas größtes internationales Krimifestival Europas. Die nun gestartete neunte Auflage führte am Wochenende hunderte Anhänger dieses Genres in die Dechenhöhle, die erstmals Schauplatz der Reihe war. In zwei Veranstaltungen stellte nacheinander Margarethe von Schwarzkopf und Jens Lubbadeh ihre Werke vor, die zwei Aspekte gemeinsam hatten: eine fesselnde Handlung und natürlich mindestens einen unnatürlichen Todesfall.

Margarethe von Schwarzkopf brachte ihren druckfrischen Krimi „Schattenhöhle“ mit, in dem sie einen Handlungsbogen spannte, der von der Schlacht im schottischen Culloden, die im April 1746 tobte, bis in die Gegenwart reicht. Heldin der Geschichte ist die Kunsthistorikerin Anna Bentorp, die eigentlich nur einen Dachboden auf wertvolle Gegenstände untersuchen soll, dann aber ein besonderes Gemälde findet, wodurch die junge Frau „in eine ganz gefährliche Sache“ verwickelt wird. Die Autorin vermied es, an den interessantesten Stellen ins Detail zu gehen. „Das können Sie selber nachlesen“, lautete ihr freundlicher Hinweis, dem viele ihrer 110 Zuhörer gerne nachkamen. Beinahe jeder Zweite versorgte sich mit einem „Schattenhöhle“-Exemplar noch direkt am Verkaufsstand im Höhlenmuseum.

Stadt brachte die Dechenhöhle als Leseort ins Gespräch

Dass die Dechenhöhle überhaupt zu einem von 22 Schauplätzen von „Mord am Hellweg“ wurde, war zunächst gar nicht direkt geplant. „Die Stadt ist auf uns zugekommen“, schilderte Höhlen-Betriebsführer Dr. Stefan Niggemann.

Beide entschieden sich für die Variante, mehr über ihr Buch zu erzählen, als daraus vorzulesen. So kam es, dass die Zuhörer, die abends zu Jens Lubbadeh in die Höhle kamen, viele interessante Details über Genetik, Gebärdensprache und die Evolutionsgeschichte erfuhren. „Neanderthal“ heißt das Buch des 45-jährige Autors, das Lubbadeh gar nicht so recht einzuordnen vermag. Elemente eines Thrillers, eines Krimis und von Science-Fiction sind nicht von der Hand zu weisen. Denn die Geschichte spielt in einer gefühlt nicht allzu weit entfernten deutschen Zukunft. „Die Gesellschaft ist gesundheitsbesessen. Der eigene Körper ist der einzige Gott“, sagte Lubbadeh einleitend. Die Protagonisten seiner Geschichte sind die Anthropologen Sarah und Max, wobei Max gehörlos ist, was vor dem Hintergrund der Zeit, in der die Geschichte spielt, ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Dann taucht eine Leiche auf, die den Wissenschaftlern Rätsel aufgibt: Es handelt sich um einen Neandertaler. Doch der Leichnam ist zu gut erhalten, um aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen.

Mit Neandertaler-Kunde hat niemand gerechnet

Es wird auch nicht das einzige Skelett dieser Art sein, das auftaucht. Jens Lubbadeh verblüffte während seines Auftritts mit wissenschaftlichen Fakten rund um den engsten Verwandten des modernen Menschen. Dass unsere DNA in Teilen mit der des Neandertalers übereinstimmt, überraschte viele der Anwesenden.

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