Kirche

Hoffnung wandert von Haus zu Haus

Die Kinder des St. Josefs-Kindergartens im Stübbeken durften die große Kerze schon aus der Nähe betrachten – und kleinere Versionen mit nach Hause nehmen.

Die Kinder des St. Josefs-Kindergartens im Stübbeken durften die große Kerze schon aus der Nähe betrachten – und kleinere Versionen mit nach Hause nehmen.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Mit einer Aktion schickt der Pastoralverbund nach dem Osterfest eine Kerze auf Rundreise. Anmelden können sich Familien und Gruppen jeder Art.

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„Das erzähle ich Mama und Papa!“, tönt es enthusiastisch in der katholischen Kita St. Josef im Stübbeken. Der Satz, mit dem sich Geschwister üblicherweise gegenseitig Petze bei den Eltern androhen, steht heute in einem völlig anderen Zusammenhang. Die Erzieherinnen haben gerade erklärt, was es mit der riesigen Kerze auf sich hat, die in der Raummitte auf dem Boden steht – und mit den kleinen Kerzen, von denen jedes Kind eine in den Händen hält.

Hintergrund ist die Aktion „Wandernde Osterkerze“ im Pastoralverbund Letmathe unter dem Motto „Betet mit mir!“. Richtig los geht es damit nach Ostern, dann soll der Wachsriese im wöchentlichen Takt von Ort zu Ort weiter gereicht werden. Dazu eingeladen sind Familien genau so wie Vereine, Verbände, Einrichtungen und Gruppen jeder Art. Wer sich die Osterkerze bringen lässt, kann selbst entscheiden, wie die Treffen im Kerzenschein gestaltet werden sollen.

Raum für zwanglose Begegnung im Kerzenschein

Auch wenn das gemeinsame Beten einen festen formalen Rahmen darstellt, sollen die Zusammenkünfte Raum für ungezwungene Begegnungen bieten. „Die Kerze darf die ganze Woche mitten in der Lebenswelt der Gruppe ihren Standort finden. Sie kann auch zu Familienfeiern oder Jubiläen ‘zu Gast’ sein“, erklärt Pastor Frank D. Niemeier. Die Kerze ist aufwändig mit Symbolen gestaltet: Um ein christliches Kreuz herum sind die griechischen Buchstaben „Alpha“ und „Omega“ und das Jahr 2019 angeordnet – jede Zahl in ihrem eigenen Viertel.

Durch den Fuß des Kreuzes zieht sich ein Regenbogen, der im Alten Testament Erwähnung findet: Gott schickt ihn Noah nach der Sintflut als Zeichen der Besänftigung und mit dem Versprechen, eine solche Katastrophe nicht noch einmal über die Welt hereinbrechen zu lassen.

Die Kerze ist nicht alles, was Teilnehmer der Aktion bekommen: Eine Auswahl von Gebeten und Vorschläge für Lieder zum Singen legt der Pastoralverbund bei. Durch das Weitergeben der Kerze soll eine „Gebetskette“ entstehen, erläutert Niemeier: „Eine Kette von Menschen, die aufeinander zugegangen sind und den Mut hatten, miteinander zu beten, ‘Hauskirche’ zu sein, wie es in der Urkirche selbstverständlich war.“

Damit die Kerze die Geschichte ihrer Reise erzählen kann, soll sie von jeder Station ein Souvenir mitnehmen. Deshalb gibt es zusätzlich zum Wachsriesen noch Wachszwerge: kleine Wachsplatten, die mit einem selbst entworfenen Symbol gestaltet werden können.

Die besondere Bedeutung des Lichtgebers erklärt Pastor Niemeier: „In der Liturgie der Osternacht steht die Osterkerze im Mittelpunkt. Sie wird an einem gesegneten Feuer vor der Kirche entzündet und in die dunkle Kirche zum Osterleuchter am Taufstein getragen. Feierlich wird sie dort besungen, denn sie symbolisiert den auferstandenen Christus. Er hat die Menschen eingeladen, seine frohe Botschaft als Licht und Heil für das persönliche Leben zu entdecken und die Welt barmherziger und friedlicher zu gestalten. Er ist nach eigenen Worten dort präsent, wo Menschen in seinem Namen versammelt sind.“

Interessierte melden sich und ihre Familie, Gruppe oder Einrichtung für eine Kalenderwoche im Pastoralverbundsbüro an, telefonisch erreichbar unter: 02374/2283

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