Musikschule

Instrumentenkarussell beginnt sich zu drehen

Musikschulleiter Paul Breidenstein und Zweigstellenleiterin Laura Holzwarth freuen sich, das beliebte "Instrumentenkarussell" nun auch in Letmathe anbieten zu können. 

Musikschulleiter Paul Breidenstein und Zweigstellenleiterin Laura Holzwarth freuen sich, das beliebte "Instrumentenkarussell" nun auch in Letmathe anbieten zu können. 

Foto: Miriam Mandt-Böckelmann / IKZ

Letmathe.  Ein neues Angebot der Musikschule soll Eltern und Schülern die Wahl erleichtern und mehr Nachwuchs dazu motivieren, ein Instrument zu erlernen.

„Mama, ich will Trompete spielen!“ – eine klare Ansage. Also ab mit Sohn oder Tochter in die städtische Musikschule. Nur leider ist die Sache oft nicht so einfach. Kinder, die ein Musikinstrument lernen wollen, haben die Qual der Wahl: Die romantische Geige oder lieber das handfeste Schlagzeug? Wobei: Die sanfte Querflöte wäre für den Anfang vielleicht auch nicht schlecht . . . So viele Instrumente, die auch in der Musikschule Iserlohn darauf warten, entdeckt und gelernt zu werden – darunter auch solche, die Eltern für Anfänger selten in Erwägung ziehen wie die Oboe oder das vermeintlich riesig-schwere Fagott. Hier kommt der Musikschulkurs „Instrumentenkarussell“ ins Spiel, das am Hauptstandort in Iserlohn bereits ein großer Erfolg ist und nach dem Umzug der Letmather Zweigstelle in die Trillingsche Villa ab heute auch dort angeboten wird.

Alle vier Wochen dreht sich das Karussell weiter

Musikschulleiter Paul Breidenstein erklärt: „Das Instrumentenkarussell richtet sich an Kinder zwischen sechs und acht Jahren, die neugierig auf Musik sind und erst einmal ausprobieren wollen, welches ihr Lieblingsinstrument ist.“ Praktisch sieht der Schnupper-Unterricht so aus: Die Kinder können in einem ersten Kurs von September bis November in kleinen Gruppen jeweils dienstags von 14 bis 14.50 Uhr die Instrumente Gitarre, Querflöte, Cello und Kontrabass unter Anleitung der Fachlehrer selbst spielen – nach vier Wochen dreht sich das Karussell und es gibt ein neues Instrument zu entdecken. „Diese Zeit reicht aus, damit sich die Kinder einen guten Eindruck davon verschaffen können. Es ist schließlich ein Ausschlussverfahren: Wenn ich kein Flötenkind bin, spiele ich vielleicht lieber Cello“, sagt Breidenstein.

Die Erkundungstouren erfolgen kindgerecht, mit viel Spaß und Neugier – ums Notenlernen und die Beherrschung des Instrumentes geht es dabei nicht. Das „Instrumentenkarussell“ verstehe sich als Bindeglied zwischen den anderen Angeboten der Musikschule wie der Musikalischen Früherziehung und dem ersten Instrumentalunterricht. Meist hätten die Kinder schon gewisse musikalische Vorlieben, erklärt Zweigstellenleiterin Laura Holzwarth, aber 50 Prozent seien eben noch unsicher, welches Instrument es werden soll: „Wir wollen Hilfestellung für Eltern und Kinder geben.“

Im Kurs 2 von Januar bis Ostern stehen die Instrumente Geige/Bratsche, Trompete/Horn, Schlagzeug, Oboe und Fagott auf dem Programm. Weiter geht es dann bis zu den Sommerferien mit Klarinette, Saxophon, Blockflöte und Klavier/Keyboard. Angst vor vermeintlichen „Erwachsenen-Instrumenten“ müsse niemand haben, betont Laura Holzwarth und zeigt eine Kinder-Querflöte mit umgebogenem Mundstück, damit kleine Hände die Löcher überhaupt erreichen können. Breidenstein erzählt vom sogenannten „Tiger-Enten-Fagott“, einem gelb-schwarz-geringelten Blasinstrument, das kleiner und leichter als das Original ist und für Kinder ab sieben Jahren konzipiert.

Große Instrumente gibt es in kindgerechten Versionen

Bei den Kinder-Oboen ist die Mechanik einfacher, die Griffabstände sind kleiner. Die Musikschule bietet zu Werbezwecken verstärkt AGs in Schulen an. So sollen Hemmschwellen abgebaut werden und neue Schüler erreicht werden. Auch die Finanzierung des Unterrichts spielt bei der Überlegungen Musikschule „Ja“ oder „Nein“ natürlich eine Rolle. Breidenstein verweist auf das Engagement des Freundeskreises der Musikschule: „Dank dieser Unterstützung konnten wir die Gebühr auf 55 Euro für den Kurs senken, das sind gerade einmal fünf Euro pro Woche.“ Die Zahl der Freiplätze ist in Gruppenkursen wie dem „Instrumentenkarussell“ nicht begrenzt, Voraussetzung ist ein Sozialpass. Musikschulleiter Breidenstein hat auch an kurzentschlossene Eltern und ihre Kinder gedacht und lädt ein: „Kommen Sie einfach zum ersten Unterrichtstermin in die Musikschule. Dann wird sich das musikalische Karussell wieder drehen.“

Informationen zum Kursangebot gibt es im Büro der Musikschule Zweigstelle Letmathe unter (montags bis freitags vormittags, dienstags und donnerstags auch nachmittags).

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