Konzert

Jahreskonzert mit hohem Anspruch

Melanie Meyer stellte mit Joachim Wurth (Mitte) und Paul Breidenstein das Jahreskonzert des Oratorienchors Letmathe vor.

Melanie Meyer stellte mit Joachim Wurth (Mitte) und Paul Breidenstein das Jahreskonzert des Oratorienchors Letmathe vor.

Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Der Oratorienchor Letmathe singt im November die Missa Solemnis Nr. 2 – und das nicht in St. Kilian, sondern in Mariae Himmelfahrt.

Der Oratorienchor feiert am Sonntag, 25. November, gleich zwei Premieren. Es ist der Termin des Jahreskonzertes, an dem mit Luigi Cherubinis Missa Solemnis Nr. 2 ein Werk präsentiert wird, das in 30 Jahren Chorgeschichte noch nie gesungen wurde. Und erstmals wird das Jahreskonzert aufgrund der Innensanierung nicht im Kiliansdom gegeben, sondern in der Oestricher Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt.

„Luigi Cherubini ist ein Komponist, der bei uns nicht sehr geläufig ist“, erklärte Chorleiter Paul Breidenstein während der Programmvorstellung mit Pressesprecherin Melanie Meyer und dem Vorsitzenden Joachim Wurth im Turm von Haus Letmathe, dem Vereinsheim des Chores.

Cherubini wurde zum Vorbild namhafter Komponisten

Umso deutlicher stellte Breiden­stein das Wirken des 1760 in Florenz geborenen Cherubini heraus, der seine größten Erfolge feierte, nachdem er mit 28 Jahren nach Paris ging und später Leiter des Konservatoriums der französischen Hauptstadt wurde – eine Position, die er bis zu seinem Tod 1842 inne hatte. Ein hohes Ansehen genoss er unter den namhaften Komponisten jener Zeit, dazu zählten Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.

Die Präsentation der 1811 entstandenen Missa Solemnis in d-moll verlangt dem Oratorienchor mit seinen 60 Sängern auf allen Ebenen einiges ab. Die Festmesse besteht aus 2500 Akten Musik, der Text erstreckt sich über 221 DIN-A4-Seiten. Trotzdem dauert das gesamte Konzert nur etwa 75 Minuten. Das meistern die Sänger natürlich nicht allein. Das Orchester Hagen ist wieder dabei, ebenso sechs Solisten. Engagiert wurden für das Konzert die Sopranistinnen Susanna Risch und Fedi Peters, Rena Kleifeld (Alt), die Tenöre Michael Kurz und Matthew Overmeier sowie Valentin Ruckebier (Bass), von denen Risch, Kleifeld und Kurz schon häufiger für den Oratorienchor gesungen haben. „Das Stück ist sehr schön, aber durch die fünften und sechsten Solisten für uns etwas teurer“, erklärt Breidenstein. Ein Verzicht auf sie wäre keine Lösung gewesen. „Wir treten so auf, wie es Cherubini vorgesehen hat“, ergänzt er und macht kein Geheimnis aus seiner Vorfreude, den Zuhörern nicht nur etwas Neues, sondern auch Seltenes zu bieten. Dem Chorverband zufolge sei die Missa Solemnis in den vergangenen 25 Jahren nur zweimal aufgeführt worden. Joachim Wurth pflichtet ihm bei: „Es ist eine anstrengende, aber schöne Geschichte.“

Nur die Tatsache, dass dieses Ereignis nicht in St. Kilian zelebriert werden kann, trübt die Stimmung etwas. In Mariae Himmelfahrt hat es in der Vergangenheit zwar auch schon Auftritte gegeben, aber am liebsten würden sie doch zu Hause singen – auch im Interesse des Publikums. Denn es stehen mit 450 Eintrittskarten etwa 100 weniger zur Verfügung als üblich. Paul Breidenstein rät deshalb allen Interessierten, frühzeitig zuzugreifen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben