Kultur

Kabarettkönigin Claire Waldoff gehuldigt

Maegie Koreen

Foto: Annabell Jatzke

Maegie Koreen Foto: Annabell Jatzke

Letmathe.   Maegie Koreen erinnert bei „Melange“ an die Künstlerin mit Wurzeln in Gelsenkirchen.

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Auch der Saisonabschluss bei der „Melange“ in der Gaststätte Pollmeier war ein voller Erfolg. Es gab ein Wiedersehen mit der preisgekrönten Künstlerin Maegie Koreen, die sich unter anderem als Autorin und Chansonsängerin einen Namen in der Künstlerszene gemacht hat. Die Liebe zum Chanson entdeckte die gebürtige Gelsenkirchenerin in den siebziger Jahren. Ihre andere Vorliebe gilt Kabarettistin Claire Waldoff, die wie sie selbst aus Gelsenkirchen stammt und auch eine große Volkssängerin war.

Leben der Künstlerin in Biografie beschrieben

1997 schrieb Maegie Koreen eine Wal­doff-Biografie mit dem Titel „Immer feste druff: Das freche Leben der Kabarettkönigin Claire Waldoff“. Darin beschreibt sie das Leben der 1884 geborenen Künstlerin, die für ihre Gassenhauer, Schlager und Chansons im Berliner Jargon, wo es sie im Laufe ihrer Karriere hinzog, bekannt war. In Berlin baute sich die Künstlerin eine Karriere als kabarettistische Chanson- und Liedsängerin auf und stand anfänglich noch als Schauspielerin auf der Bühne. Wer schon eine Biografie über Claire Waldoff schreibt, der prädestiniert sich auch dafür, in ihre Rolle zu schlüpfen.

Und dies tat Maegie Koreen am Freitagabend bei Pollmeiers ein wenig, indem sie ihr Programm „Claire Waldoff – die Königin des Humors“ vor abermals ausverkauftem Haus zum Besten gab. Sie erzählte aus dem Leben der rothaarigen „Kohlenpottpflanze“ und berichtete über deren Anfänge in Berlin, wo die emanzipierte, mutige Frau mit ausdrucksstarkem Charme und Biss auch seinerzeit immer wieder ins Nachtleben eintauchte. Ihr couragiertes, revolutionäres und wenig damenhaftes Auftreten sowie die Liebe zu einer Frau sorgten dafür, dass Claire Waldoff damals ein wenig aus der Rolle fiel. Die Idee, ein ganzes Programm der außergewöhnlichen Künstlerin zu widmen, kam Maegie Koreen mit der zweiten Auflage ihrer Waldoff-Biografie. Dass dies die richtige Entscheidung war, dankt das Publikum seither immer mit viel Applaus und herzhaften Lachern – so auch am Freitagabend. Dank ihrer exzellenten Ausbildung und mit ihrer unverwechselbaren Art schaffte es Maegie Koreen auch vor heimischem Publikum, ihre Begeisterung für eine der Großen des Showgeschäfts weiterzugeben. Mit Pointenreichtum, Wortwitz sowie Wort- und Sprachspielen nahm das Programm rasant an Fahrt auf, so wie es auch einst bei der Berliner Schnute Claire Waldoff der Fall war. Mal las Maegie Koreen aus der Biografie, mal präsentierte sie Waldoffs Lieder wie „Hannelore“ oder „Ach Gott, was sind die Männer dumm“ – eben die perfekte Mischung, damit sich der Zuschauer ein Bild von der frechen, starken und unerschrockenen Claire machen konnte.

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