Wirtschaft

Kampf um Erhalt von Schütte Meyer

Wie geht es langfristig weiter bei Schütte Meyer? Das kann momentan noch nicht einmal der Insolvenzverwalter sagen.  

Foto: Oliver Bergmann

Wie geht es langfristig weiter bei Schütte Meyer? Das kann momentan noch nicht einmal der Insolvenzverwalter sagen.  

Genna.   Der Hagener Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres hat die Geschäfte übernommen.

Die Gabelstapler sind unterwegs, aus der Gießerei an der Bergstraße dringen stählerne Schläge und dumpfes Pochen. Das Summen der Lüftungsanlage beschallt die nähere Umgebung, und dank des geöffneten Rolltores zur Produktionshalle sind fliegende Funken und aufsteigende Dämpfe zu sehen – alles riecht und klingt am Dienstagmorgen nach einem unspektakulären Arbeitstag bei der Schütte, Meyer + Co. Gusstechnik GmbH.

Es ist zu diesem Zeitpunkt noch keine 24 Stunden her, dass die Zahlungsunfähigkeit des Gennaer Traditionsunternehmens bekannt gemacht wurde. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Maschinenbauers ist am Montagmittag beim Amtsgericht Hagen eingereicht worden. Die betroffenen Mitarbeiter schweigen. „Kein Kommentar“ heißt es freundlich aber bestimmt. Auch Moritz Gatter, der seit dem altersbedingten Ausscheiden von Axel Schütte gemeinsam mit Jürgen Maaß die Geschäfte führt, möchte zur Situation nichts sagen. Er verweist auf den zuständigen Insolvenzverwalter Dr. Dirk Andres aus Hagen.

Gründe und Prognosen sind noch nicht möglich

Dessen Pressesprecher Thomas Feldmann hat am Dienstag eine E-Mail verschickt. Kernaussagen: Der Geschäftsbetrieb läuft ohne Einschränkung weiter, Löhne und Gehälter der 94 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld gesichert. „Nach einem Tag ist es schwierig, konkrete Aussagen zu den Ursachen der Insolvenz oder zur Zukunft des Unternehmens zu machen“, erklärte Feldmann gegenüber der Heimatzeitung und betonte mehrfach: „Wir setzen zunächst alles daran, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten.“ Rechtsanwalt Dr. Andres sei zunächst damit beschäftigt, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation des Unternehmens zu verschaffen. Langfristiges Ziel sei dessen umfassende Sanierung und langfristige Fortführung. Wesentliche Kunden und Lieferanten haben der Mitteilung des Insolvenzverwalters bereits signalisiert, weiter mit Schütte Meyer zusammenarbeiten zu wollen.

Gerüchte, dass sich der Betrieb in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden soll, hielten sich seit Jahren hartnäckig rund um die Bergstraße. Sie wurden kurz vor Weihnachten vom damaligen Geschäftsführer Axel Schütte bestätigt. „Ohne einen Investor wäre die Gefahr einer Insolvenz möglich gewesen“, sagte Schütte und blickte konkret auf das Jahr 2013 zurück. Damals seien die Preise für Rohstoffe wie Öl und Erze zusammengebrochen, was dazu geführt habe, dass rohstofffördernde Betriebe ihre Investitionen zurückgestellt hätten. So hätten zunächst Maschinenbauer Auftragsrückgänge hinnehmen müssen, was sich letztendlich auch auf deren Zulieferer ausgewirkt hat – Schütte Meyer geriet dadurch ins Wanken, überlebte aber. Kurzarbeit und ein Rückgang der Beschäftigten von 109 auf 86 zwischen Ende 2014 und Dezember 2016 war die Folge.

Bochumer Unternehmen sorgte 2016 für die Rettung

Maßgeblich zur Rettung beigetragen hat laut Axel Schütte die Klaus Union, ein Pumpen- und Armaturenhersteller mit Sitz in Bochum, der 2016 bei Schütte Meyer eingestiegen ist. Doch auch von der Klaus Union war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten.

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