Schulbrand

Keine Verletzten bei Brand in der Kilianschule

Die Drehleiter ist auf ein Klassenzimmer im ersten Obergeschoss gerichtet. Dort ist das Feuer um kurz vor 13 Uhr ausgebrochen. Es ist der Bereich, in dem die Drittklässler unterrichtet werden.

Foto: Oliver Bergmann

Die Drehleiter ist auf ein Klassenzimmer im ersten Obergeschoss gerichtet. Dort ist das Feuer um kurz vor 13 Uhr ausgebrochen. Es ist der Bereich, in dem die Drittklässler unterrichtet werden. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Um kurz vor 13 Uhr ist das Feuer ausgebrochen. Die Ursache ist noch unklar. Wie geht es nun weiter?

Notfallseelsorger kümmern sich um weinende Kinder, Feuerwehrleute und Polizisten betreiben regen Funkverkehr, Eltern telefonieren aufgeregt oder schauen mit leerem Blick auf das völlig verkohlte Klassenzimmer, unter dem am Donnerstag gegen 13 Uhr das Feuer ausbrach. Kurz darauf schlagen Flammen aus dem Gebäude. Die Kilianschule brennt.

Die Meldungen, die vor Ort die Runde machen, lassen alle Anwesenden tief durchatmen, denn alle Personen, die sich zum Unglückszeitpunkt in der Schule aufhalten, können sich in Sicherheit bringen. Es gibt keine Verletzten. Feuerwehr-Pressesprecher Detlef Rutsch ist erleichtert. „Erst hieß es, dass ein Mädchen noch vermisst wird, aber das ist zum Glück aufgetaucht. Die Evakuierung hat geklappt, damit sind wir natürlich sehr zufrieden.“

Feuer richtet großen Schaden im „ersten Turm“ an

Gefasst, aber mit blassem Gesicht steht Peter Ueter, Leiter der Grundschule, ein paar Meter weiter. Gerade schildert ihm die Feuerwehr, was alles in Mitleidenschaft gezogen worden ist: Die Decke zum Klassenzimmer, das über dem Brandherd liegt, ist hinüber, die Fenster sind geplatzt, das Treppenhaus des sogenannten ersten Turms ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Ueter ist zu einem Termin an der Grundschule Bömberg, als ihn die Nachricht erreicht. Sofort eilt er zu seinen Schülern und Lehrern. Vielfach ist die Meinung „gut, dass das nicht morgens um 10 Uhr passiert ist“ zu hören. Klingt logisch. Schließlich läuft der Schulbetrieb zu dieser Uhrzeit auf Hochtouren. Das ist drei Stunden später nicht mehr der Fall gewesen. Doch Peter Ueter argumentiert anders. „Im Nachmittagsbereich ist die Evakuierung immer noch einen Tick schwieriger. Zwar sind weniger Kinder vor Ort, sie verteilen sich aber stärker.“

Eine Lehrerin hält sich mit einer Schülergruppe in einem benachbarten Klassenraum auf, als es passiert. Sie reagiert blitzschnell, fordert die Kinder auf, sich sofort ins Freie zu begeben. Ihren Angaben zufolge hat ein Holzregal in Flammen gestanden. Wie der Brand ausbrechen konnte, werden die Ermittlungen zeigen. Zu diesem Zweck ist der Raum von der Polizei beschlagnahmt worden.

Detlef Rutsch: „Wir haben schon auf der Anfahrt die Rauchsäule sehen können, haben dann den Alarm auf Stufe zwei heraufgesetzt, so dass wir sofort mehr Einsatzkräfte vor hatten.“ Mit der ersten Alarmstufe sind neben der Berufsfeuerwehr und dem Rettungsdienst automatisch die freiwilligen Löschgruppen Letmathe und Stübbeken alarmiert worden, durch die Heraufsetzung sind auch Oestrich und Obergrüne ausgerückt. „Etwa 45 Einsatzkräfte sind vor Ort, die Wache ist zur Zeit durch die Löschgruppen Bremke und Iserlohnerheide besetzt.“

Die Berufsfeuerwehr rückt gegen 14.30 Uhr wieder ab, die freiwilligen Einheiten bleiben vor Ort und halten Brandwache. Im Laufe des Nachmittages werden immer mehr Informationen bekanntgegeben: Dass sich in dem Raum, in dem das Feuer ausgebrochen ist, keine Personen aufgehalten haben und dass noch völlig offen ist, wie es mit dem Schulbetrieb im Nordfeld weitergeht. Zudem ist der SAE, der „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ einberufen worden, in dem Feuerwehr-Chef Christian Eichhorn die Stadtverwaltung über den Einsatz und das Ausmaß der Zerstörung informiert hat.

Schüler haben sich völlig richtig verhalten

Auch der Betriebsausschuss des Kommunalen Immobilienmanagements, der ohnehin in einem Sitzungsraum des Rathauses zusammengekommen ist, wurde so umfassend wie möglich über den Umfang des Schadens in Kenntnis gesetzt: Sechs Klassenräume sollen betroffen sein, zwei sind offenbar völlig zerstört. Recht schnell ist die Entscheidung getroffen worden, dass sich die Schüler an diesem Freitagmorgen um 8 Uhr in der Aula einfinden sollen. Dort werden nach Auskunft von Stadtsprecherin Christine Schulte-Hofmann Gespräche mit den Schülern geführt und die Erlebnisse aufgearbeitet.

Eines ist jetzt schon klar: Die Schüler können stolz auf sich sein. Ihr theoretisches Wissen, wie sie sich im Brandfall verhalten müssen, haben sie eindrucksvoll in der Praxis umgesetzt. Auch die Informationskette zwischen Schule und Eltern hat funktioniert. „Alles Wichtige ist über die Schul-App gelaufen. Und über die Klassen-App ist geregelt worden, wer wo sein Kind abholen kann“, sagte eine Mutter, die gerade an einer kleinen Gruppe Schaulustiger vorbeigelaufen ist. Auch mit ihnen hat die Feuerwehr keine Probleme gehabt, alle haben sich an die Absperrungen gehalten.

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