Jahreshauptversammlung

Kolpingsfamilie stellt sich neu auf

Präses Peter Trotier (l.) verabschiedet den Vorsitzenden der Kolpingfamilie Letmathe Alfons Kersten (r.) und seine Stellvertreterin Mia Koschinski.

Foto: Annabell Jatzke

Präses Peter Trotier (l.) verabschiedet den Vorsitzenden der Kolpingfamilie Letmathe Alfons Kersten (r.) und seine Stellvertreterin Mia Koschinski. Foto: Annabell Jatzke

Letmathe.   Ohne Alfons Kersten, aber mit neuer Struktur geht es zukünftig weiter. Der langjährige Vorsitzende will aber mit Rat und Tat dabei bleiben.

Die Kolpingsfamilie Letmathe hat am Sonntagvormittag eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen und sein bisheriges Vorstandsmodell mit einem Vorsitzenden an der Spitze durch ein Leitungsteam ersetzt. Den Beschluss zur Satzungsänderung trafen die anwesenden Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung einstimmig.

Für diese tiefgreifende Veränderung, die den langfristigen Fortbestand der Kolpingsfamilie sichern soll, warb der bisherige Vorsitzende Alfons Kersten ein Jahr lang intensiv. Es war das letzte große Projekt des 79-Jährigen, der 1989 den Vorsitz übernahm. Er begrüßte die Anwesenden und übergab dann das Wort an Präses Peter Trotier weiter. Auch er unterstrich den besonderen Stellenwert der Versammlung in der Geschichte der Kolpingfamilie.

Im weiteren Verlauf der Sitzung erfolgten die verschiedenen Berichte. Gisela Sauren sprach für die Frauengruppe, die 2017 ihr 40-jähriges Bestehen feierte. Über den Musikverein referierte Klaus Bergmann, dessen Mitglieder sich am Donnerstag zu einer nicht weniger bedeutungsvollen Jahreshauptversammlung trafen. Bergmann wies auf die für den 5. Mai ab 19 Uhr geplante Wirtshausmusik mit integriertem Tresenlesen hin.

Entsetzen über Einbrüche und Einbruchversuche

Den Bericht vom Kolpingchor lieferte Markus Plum, während Alfons Kersten anschließend von den Aufgaben und dem Betätigungsfeld der Namibiahilfe berichtete. Außerdem gab Franz-Josef Stenger einen kurzen Einblick in den Seniorenkreis. Die Berichterstattung zur allgemeinen und wirtschaftlichen Entwicklung des Kolpinghauses im letzten Jahr übernahm dann wieder Alfons Kersten als Vorsitzender des Schutzvorstandes. Er zeigte sich erschüttert angesichts der fünf Einbrüche beziehungsweise Einbruchsversuche. Zudem erläuterte er, dass man auf der Suche nach einem Sponsor für den Fußboden im Kolpingsaal sei. Der Teppichboden hat seine besten Tage inzwischen hinter sich. Kassierer Albert Röster legte einen zufriedenstellenden Kassenbericht vor, anschließend wurde von den Kassenprüfern die Entlastung des Vorstandes beantragt, an die sich die Wahl des neuen Kassenprüfers Jörg Neuhaus anschloss.

Als es dann zur Satzungsänderung kam, unterstrich Kersten, warum man diesen Schritt wählte. „Die Zukunft muss gewährt sein, und es geht nur mit Jüngeren“, so Kersten. Um nicht einem alleine eine große Bürde aufzutragen, verteilt man die Verantwortung zukünftig gleichermaßen auf mehreren Schultern. Kassierer Albert Röster und Schriftführer Rolf Malsbender bleiben weiter in ihren Ämtern. Mit einem Leitungsteam bestehend aus Vertretern der einzelnen Untergruppen der Kolpingsfamilie, ist die Voraussetzung für eine Verknüpfung zwischen den Gruppen vielmehr gegeben. Alt und Jung müssen dann in der Kolpingfamilie Letmathe, die derzeit etwa 389 Mitglieder hat, gemeinsam an einem Strang ziehen.

Musik bildet Schwerpunkt der Kolpingsfamilie

Dass solch ein großer Schritt nicht von heute auf morgen geht, darüber ist man sich im Klaren. „Die Umstellung braucht ihre Zeit, aber ich bin guter Dinge“, so Kersten, der die anwesenden Mitglieder bat: „Tragt es mit!“ Vorläufig wird die Kolpingfamilie Letmathe in Bezug auf das neue Leitungsteam-Modell die Satzung der deutschen Kolpingfamilie übernehmen und diese dann mit Ergänzungen versehen. So besteht Einigkeit darüber, dass der Schwerpunkt der Kolpingsfamilie klar im musikalischen Bereich liegt. Nichtsdestotrotz gilt es selbstverständlich die Idee Adolph Kolpings stets im Blick zu haben. Präses Peter Trotier oblag schließlich das Schlusswort. Er verglich Alfons Kersten mit den Führungsgestalten Kaiser Franz-Josef, Papst Johannes Paul II. und Königin Elisabeth. Bei allen vieren habe man das Gefühl, dass sie immer da waren und sind und es schwer vorstellbar sei, dass es ohne sie geht.

Dennoch muss die Kolpingsfamilie fortan in eine Zukunft ohne Kersten als Vorsitzenden blicken. „Alles hat seinen Anfang und auch sein Ende“, so Trotier, der unterstrich, dass dies auch bei der Verantwortung so sei. Zum Dank überreichte er Alfons Kersten und seiner Stellvertreterin Mia Koschinski einen Gutschein. Beide werden nicht von der Bildfläche verschwinden, sondern weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, nur eben nicht in erster Reihe.

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