Gemeindekonzept

Leitfaden für Hölscher-Nachfolger

Versammlung Evangelische Kirchengemeinde Letmathe in der Friedenskirche

Versammlung Evangelische Kirchengemeinde Letmathe in der Friedenskirche

Foto: Stefan Drees / IKZ

Letmathe.  In der Ev. Kirchengemeinde Letmathe startet nun eine Diskussion über ein Gemeindekonzept. Das Presbyterium hat einen Entwurf vorgestellt.

Die Evangelische Kirchengemeinde Letmathe ist dabei, ein Konzept für die künftige Arbeit zu erstellen. Ein Entwurf des Presbyteriums, welches rund zweieinhalb Jahre daran gearbeitet hat, ist am gestrigen Sonntag nach dem Gottesdienst erstmals im Dietrich-Bonhoeffer-Haus einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt worden. 45 Seiten umfasst die „Gemeindekonzeption 2019“. Bestandsanalysen, Ziele und Wege werden darin formuliert. Und zwischen den Zeilen wird eines deutlich: Das Konzept dürfte am Ende auch eine Art „Anforderungsprofil“ für den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Burckhardt Hölscher sein, der im kommenden Jahr nach 35 Jahren in der Gemeinde in den Ruhestand geht.

Betont wurde bei der Vorstellung durch Pfarrerin Birgitt Johanning, dass es sich um ein offenes Konzept handele. Nun soll ein Diskussionsprozess starten, in dessen Verlauf auch Änderungen oder Ergänzungen des Papiers möglich seien. Bei einer ersten Aussprache im gut besuchten Gemeindehaus wurde deutlich, dass es nun erst einmal etwas Zeit brauche, das umfängliche Papier zu studieren, dann wolle man erneut zusammenkommen. Bei der Premiere standen nur zehn Exemplare zur Verfügung. Weitere Exemplare wird es alsbald im Gemeindebüro geben, auch soll das Papier in den nächsten Tagen auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht werden. Gewünscht wurde auch eine E-Mail-Adresse, über die Fragen und Anregungen transportiert werden könnten.

Kirche muss sichständig reformieren

„Leben ist Veränderung. Ja, das ist ja das Problem!“ Mit diesem Zitat leitete Birgitt Johanning ihren kurzen Vortrag ein. Sie sprach vom Spagat zwischen alten biblischen Bekenntnissen und dem Leben im 21. Jahrhundert. Über unvermeidbare finanzielle Einschnitte verbunden mit der Frage, wo dann der Punkt erreicht sein wird, dem christlichen Auftrag überhaupt noch gerecht werden zu können. Die Kirche müsse sich ständig reformieren, Veränderungen in der Gesellschaft aufgreifen. Mit dem Konzept, so Birgitt Johanning, solle aber auch Rückgrat gezeigt werden. Und sie betonte, dass es vieles gebe, worauf die lebendige Letmather Gemeinde stolz sein könne. Auch habe die Kirchengemeinde eine gute Außenwirkung. Ein weiteres Plus sei der große ehrenamtliche Mitarbeiterstamm, aber es drohe eine Überalterung.

Engagement für Friedenund Versöhnung

Als Hauptaufträge im Gemeinde-Alltag werden das Engagement für Frieden und Versöhnung, die Fortführung der Partnerschaftsarbeit und die Ökumene genannt. Das bildet sich auch in den zehn Schwerpunkten ab, die im Konzept formuliert werden: Partnerschaften; Frieden, Versöhnung und Umwelt; gottesdienstliches Leben; Kirchenmusik; Seelsorge und Diakonie; Kirche und Öffentlichkeit; Familienzentrum Arche Noah; Gebäudeerhaltung; Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; Finanzen. Dass Thema Finanzen taucht also als letzter Schwerpunkt auf, dürfte aber für alle vorgenannten Schwerpunkte von zentraler Bedeutung sein. Beispielsweise auch dafür, ob mit der Kreuzkapelle im Stübbeken neben der Friedenskirche eine zweite Predigtstätte aufrecht erhalten werden kann.

Und die Finanzen haben natürlich auch Auswirkungen auf die personelle Ausstattung. Eines konnte Pfarrerin Birgitt Johanning an dieser Stelle mitteilen: Die 100-Prozent-Stelle von Burckhardt Hölscher soll bei der Neubesetzung erhalten bleiben.

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