Stadtentwicklung

„Letmathe 2040“ bald auf der Zielgeraden

Simone Risse erörtert mit Anwohnern aus Dröschede die Ergebnisse der Analysen.

Simone Risse erörtert mit Anwohnern aus Dröschede die Ergebnisse der Analysen.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Stadtplaner haben mit Bürgern die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen und Befragungen diskutiert.

Die Planungen für das Stadtentwicklungskonzept „2040“ gehen weiter. Bei einer zweiten Runde von Bürgerwerkstätten ging es am Freitag in der Realschule Letmathe um die westlichen Stadtteile. Die Fachleute stellten ihre Zwischenergebnisse vor, bei denen auch der Input der ersten Workshops eingeflossen ist. Vor allem aber haben die Experten Stadt und Ortsteile auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse und Tendenzen analysiert.

Eine knappe Zusammenfassung dieser Analyse haben die Stadtplaner in Form von Ortsteilsteckbriefen schon vor zwei Wochen auf der Projektseite hochgeladen und an verschiedenen Stellen ausgehängt. Der ersten Sorge vieler Besucher nahm sich Dr. Lars Bölling nach der Eröffnungsrede von Stadtbaurat Thorsten Grote an: Wo sind unsere Anregungen geblieben? „Wir konzentrieren uns auf wesentliche Handlungsfelder für die mittel- und langfristige Entwicklung, nicht auf individuelle Probleme vor der eigenen Haustür.“

Die zahlreichen Hinweise dieser Art, etwa über Falschparker oder nicht geleerte Papierkörbe, seien aber nicht in letzteren gewandert, sondern an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden, versicherte Simone Risse. Die Planer lobten die Beteiligung der Bürger für das Projekt als ebenso hilfreich wie unersetzlich. Auch bei der Bestandsaufnahme in den Ortsteilen hoben sie stets zuerst hervor, was auf der „Haben“-Seite steht, etwa die Aufwertung des Lenneufers im Bereich der Innenstadt, das lebendige Vereinsleben in Dröschede, der bezahlbare Wohnraum in der Untergrüne, der historische Ortskern in Oestrich, die malerische Lage von Lössel, Lasbeck und der Grürmannsheide, die vielen Veranstaltungen der Dorfgemeinschaft im Stübbeken oder die Waldflächen der Obergrüne.

Genau so gibt es aber viele Verbesserungsvorschläge, darunter: Bachläufe renaturieren, Fuß- und Radwege ausbauen, vorhandene Versammlungszentren stärken oder, wie in Dröschede, Alternativen finden; und Spiel- und Sportplätze ergänzen oder erweitern. Die Stadtplaner zeigten auch Interessenskonflikte auf – wie zwischen Wohn-, Gewerbe- und Industrieflächen, vor allem in Genna, Lasbeck und Untergrüne. In der Letmather City warnen die Experten bei allem Lob für das neue R-Café vor einer Konkurrenzsituation mit der Hagener Straße, die ohnehin unter dem „Trading-down-Effekt“ leide – ein Fachbegriff für Leerstände und die Verdrängung von Qualitätshändlern durch Billiganbieter.

Auf dem Weg zum fertigen Konzept sollen abermals die Anmerkungen der Werkstatt-Teilnehmer Berücksichtigung finden. Wer nicht dabei war, kann wieder online Hinweise geben auf: meiniserlohn2040.de.

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