Gedenken

Letmather Christen gedenken Pogromopfern

Reichspogromnacht vor nun 80 Jahren in Letmathe. Plünderung des Hauses der jüdischen Familie Meyberg in der Bahnhofstraße 2.

Reichspogromnacht vor nun 80 Jahren in Letmathe. Plünderung des Hauses der jüdischen Familie Meyberg in der Bahnhofstraße 2.

Foto: Privat

Letmathe.  Die evangelische Gemeinde lädt am Freitag um 16 Uhr zur Erinnerung an 1938 in die Friedenskirche ein.

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Zum Gedenken an die 80. Wiederkehr der Reichspogromnacht und das Schicksal der Letmather Juden lädt die Evangelische Kirchengemeinde Letmathe am Freitag, 9. November, um 16 Uhr in die Friedenskirche ein.

Die Stunde steht unter dem Thema „Tu deinen Mund auf für die Stummen“. Dieses Bibelwort aus den „Sprüchen Salomos“ wurde für Dietrich Bonhoeffer zum Leitmotiv für seinen entschiedenen Widerstand gegen die Nationalsozialisten in der sogenannten „Judenfrage“. Ein virtueller Spaziergang wird zu den Letmather Orten führen, an denen im Jahr 2009 „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Leid, Entrechtung und Demütigung der jüdischen Opfer vor ihren ehemaligen Wohnhäusern verlegt wurden.

Von Seiten des Pastoralverbundes Letmathe wird die Gedenkfeier von Diakon Peter Trotier mitgestaltet. Gemeinsam mit der Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn Martina Espelöer werden vor der Friedenskirche am Bibelgarten zum Gedenken an die Letmather Juden und ihr Schicksal zwei Apfelbäumchen der Sorte Korbinian Aigner K3 gepflanzt.

Die ersten Setzlinge dieser Apfelbaumsorte wurden von Pastor Korbinian Aigner während seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau gezüchtet und von dort herausgeschmuggelt. Sie sollen angesichts der bei den zurückliegenden Europäischen Begegnungstagen in Letmathe beschriebenen Gefährdungen des Miteinanders durch wiedererstarkenden Nationalismus, Extremismus und Antisemitismus in zukunftsgerichteter Erinnerung zu einem starken und „fruchtbringenden“ Zeichen für die immer neu aufgegebene Arbeit für Frieden und Versöhnung werden.

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