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Luxuslärm hat abgeräumt

Foto: IKZ

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Letmathe. Luxuslärm hat in Friedrichshafen in drei Kategorien den 1. Preis gewonnen: Bei der Vergabe der Deutschen Rock- und Pop-Preise in Friedrichhafen am Bodensee hat die Letmather Formation gleich in den drei wichtigsten Kategorien die Konkurrenz hinter sich gelassen.

Das Quintett um Sängerin Jini Meyer wurde zur besten Rockband und zur besten Popband gekürt. Untermauert wurde dieses Votum der 15-köpfigen, mit Musikern, Produzenten und Journalisten international besetzen Jury durch den Publikumspreis.

Luxuslärm ist, was Preise angeht, durchaus verwöhnt. Jini wurde kürzlich zur besten Rocksängerin 2008 gewählt, die CD „1000 Kilometer bis zum Meer” zum besten Album des Jahres, der Titel „Unsterblich” zum besten Song. Und doch hat das, was am Samstag in Friedrichshafen passiert ist, die Fünf total überrascht. Schlagzeuger Jan Zimmer: „Wir waren völlig baff und können es immer noch nicht glauben.”

Vor dem Entscheid der Jury mussten sich die teilnehmenden Band vor rund 800 Zuschauern auf der Bühne präsentieren. In der Sparte Rock waren 13 Gruppen im Rennen beim Pop 15 Gruppen, die je einen Titel spielen durften. Das sei hammerhart gewesen, so Jan Zimmer. Kein Warmwerden, keine Gewöhnung an Bühne, Technik und Publikum. Einfach einstöpseln und loslegen. Kein Wunder wenn Zimmer bekennt: „Wir waren echt nervös.”

Doch spätestens in diesem Augenblick dürfte Luxuslärm die jahrelange Live-Erfahrung zugute gekommen sein. Die einhellige Meinung der Jury und des Publikums in beiden Kategorien spricht Bände. „Dabei waren echt tolle Bands am Start”, erzählt Jan Zimmer. „Wir haben geglaubt: Das packen wir nie!” Ein Irrtum, wie sich herausstellte.

Riesig gefreut hat sich die Gruppe über den Publikumspreis. „Wir haben keine eigenen Fans mitgebracht, den Leuten dort hat unsere Musik einfach gefallen.”

Jan Zimmer und seine männlichen Bandkollegen wissen, welch großen Anteil am Erfolg die Sängerin Jini hat: „Die Kurze ist einfach klasse. Die ist auf der Bühne wie ein Wirbelwind. Dabei war auch sie vorher nervös bis zum Gehtnichtmehr.”

So groß der Erfolg von Luxuslärm bei Fans und Fachleuten ist, so fest ist die Bodenhaftung, die Jini Meyer, Jan Zimmer, Gitarrist Hendrik Oberbossel, Keyboarder David Rempel und Bassist Eugen Urlacher bewahren. Auch angesichts der höchsten Auszeichnungen, die in Deutschland an Nachwuchsbands überhaupt vergeben werden, will Luxuslärm nicht abheben. So saß Jan Zimmer gestern - nur gut 12 Stunden nach dem Triumph von Friedrichshafen - wieder in der Letmather „Musikfabrik” um Schlagzeugunterricht zu geben. „Der Alltag hilft uns, auf dem Teppich zu bleiben.” Diese Einschätzung des Drummers wirkt auf den ersten Blick zwar etwas altbacken, beschreibt aber wohl die einzig richtige Methode, eine realistische Sicht der Dinge zu bewahren. Und die ist im Falle Luxuslärm zurzeit auch ohne Illusionen vielversprechend und strahlend genug.

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