Königsschießen

Markus Aßmann endgültig auf dem Thron

Vize und König: Uwe Erkelenz (links) schoss nach einer gefühlten Ewigkeit die Krone ab, Markus Aßmann gelang der ganz große Wurf.

Foto: Oliver Bergmann

Vize und König: Uwe Erkelenz (links) schoss nach einer gefühlten Ewigkeit die Krone ab, Markus Aßmann gelang der ganz große Wurf.

Genna.   Der gebürtige Letmather setzt sich beim St.-Hubertus-Königsschießen gegen zwei Mitbewerber durch.

Dass Markus Aßmann die St.-Hubertus-Schützen in den vergangenen zwei Jahren als Vizekönig hervorragend repräsentiert hat, hob Vereinsoberst Jürgen Scheuer bereits im Vorfeld des Königsschießens am Samstag hervor. 18 Stunden und 51 Minuten dieses bilderbuchhaften Frühlingstages waren gezählt, als feststand, dass er nochmal zwei Jahre dranhängen darf. Denn Aßmann hat diesmal nicht die Krone, sondern den Rumpf des Vogels geschossen und darf sich jetzt auch offiziell als Schützenkönig fühlen.

Anders als 2016, als sich niemand fand, der aufs Ganze gehen wollte, lieferte sich der 50-jährige Elektro-Ingenieur ein kurzes Finale mit Kompaniefeldwebel Klaus Prause und Geschäftsführer Uwe Erkelenz, der nun neuer Vizekönig ist. „Ich musste nicht lange überlegen, ob ich mich als Aspirant aufstellen lasse, denn die Aufgaben eines Schützenkönigs wahrzunehmen, ist viel angenehmer, als häufig erzählt wird. Jetzt freue ich mich auf unseren Festzug und auf die Einladungen zu den Festen der anderen Schützenvereine.“

ZähesSchießen auf die Krone wirft Zeitplan durcheinander

Zwischendurch lagen die Nerven der Schützen aber blank, bis Erkelenz mit dem 372. Schuss den zerrupften Vogel um seine Krone erleichterte. Als Nicole Reiter nämlich als vorangegangene Insignienschützin das untere Federkleid schoss, notierte Thomas Heinrich als stellvertretender Schießwart noch Schuss Nummer 198. Eine gefühlte Ewigkeit wollte die Krone einfach nicht fallen. In Zahlen ausgedrückt: 174 Schüsse in Folge passierte überhaupt nichts, obwohl doch immer wieder die Ferngläser zur Hand genommen wurden und jeder seinem Schützenbruder den Tipp gab, dass ein Treffer über das Auge des Vogels das Ende der zähen Angelegenheit bedeuten würde.

Als die Krone endlich unten war, ging es ganz schnell: Vier Schüsse später stand der neue König endlich fest und plötzlich wusste niemand mehr, für wen man sich eigentlich mehr freuen sollte: Für König Markus Aßmann oder doch für seine Königin, die zugleich auch seine Ehefrau ist und im Rahmen der Proklamation als erste die neue Krone aufgesetzt bekommen würde. Monika Aßmann ist bei der Post angestellt, fünf Jahre jünger als ihr Gatte und mit ihm 2014 dem Verein beigetreten. Dass der abendliche Festakt um gut eine Stunde nach hinten auf 20 Uhr verlegt werden musste, lag auch daran, dass immer wieder Schießpausen eingelegt wurden. Wer konnte schon ahnen, dass sich die Schützen an der Krone derart die Zähne ausbeißen würden?

Hunderte Besucher gaben dem ersten Königsschießen des Jahres im Verantwortungsbereich des Kreisschützenbundes Iserlohn, das um kurz nach 14 Uhr begonnen hatte, einen würdigen Rahmen. Das Bier schmeckte schon vor vier, der Spielmannszug der SG Eintracht Ergste musizierte leidenschaftlich und minütlich wurde es rund um das wohl am idyllischsten gelegene Schützenheim der Stadt enger. Die anwesenden Mitglieder der vielen befreundeten Vereine, die längst nicht nur aus Schützenkreisen kamen, hatten keine Mühe, es sich gut gehen zu lassen. Besonders groß war die Freude, dass es der St.-Hubertus-Ehrenoberstleutnant Klaus Pickert und seine Frau Kathi an die Bergstraße geschafft haben, denn sie leben inzwischen in Österreich. Kurz vor Beginn des Schießens sprach Jürgen Scheuer noch einige Beförderungen aus. Die bisherigen Unteroffiziere Dieter Lingnau und Markus Aßmann ernannte er zu Stabsunteroffizieren, später beförderte er Ralf Seiler vom Oberfähnrich zum Leutnant.

Im Rahmen der Proklamation wurden die Insignienschützen ausgezeichnet (siehe Infobox) sowie Uwe Erkelenz und Martina Köckeritz zum neuen Vizekönigspaar ernannt. Markus und Monika Aßmann können sich jetzt in Ruhe überlegen, wen sie in ihren Hofstaat berufen.

Dazu haben sie zwei Wochen Zeit, denn erst am Sonntag, 29. April, erfolgt der Festzug durch Letmathe. Das hatte der Verein frühzeitig bekanntgegeben, ohne allerdings einen Grund zu nennen. Es gibt sogar zwei: Direkt am folgenden Sonntag loszuziehen, wäre aus Sicht der Schützen zu kurzfristig. Und am kommenden Samstag macht sich die halbe Schützenbruderschaft mit Vertretern der Gemeinde St. Kilian auf den Weg nach Paderborn, wo mit Sascha Heinrich ein Mitglied aus ihren Reihen zum Diakon geweiht wird. So ist die Entscheidung für den letzten April-Sonntag gefallen.

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