Kabarett

Mia Pittroff beweist Wortwitz und intelligenten Humor

Mit rollendem Franken-"R", Wortwitz und ganz viel intelligentem Humor überzeugte Mia Pittroff im ausverkauften Letmather Gewölbekeller.

Mit rollendem Franken-"R", Wortwitz und ganz viel intelligentem Humor überzeugte Mia Pittroff im ausverkauften Letmather Gewölbekeller.

Foto: Miriam Mandt-Böckelmann / IKZ

Letmathe.  Von Letmathe als Prenzlauer Berg bis zu einer Helene-Fischer-Interpretation auf der Flöte sorgte Mia Pittroff im Gewölbekeller für Unterhaltung.

Auch so kann weibliches Kabarett sein: intelligent, witzig, charmant und fantasievoll. Ohne alte Zoten-Zöpfe oder die immer gleichen Gender-Klischees – ganz einfach Mia Pittroff.

Die Kabarettistin mit dem charakteristischen Franken-„R“ (da wird aus einer Gurke schon mal „Gurrrrrke“) begeisterte bei ihrem Auftritt im Gewölbekeller von Haus Letmathe die Zuschauer und spätestens bei ihrer Version des Helene-Fischer-Hit „Atemlos“ – wohlgemerkt auf der Blockflöte – waren sich alle Besucher einig: Das war ein rundum gelungener Abend. In ihrem Programm spannte Mia Pittroff den Bogen von einer Reise mit der Deutschen Bahn („Für das Geld bekommst Du kein Entschleunigungsseminar“) über den Trend zu Superfoods („Schmeckt wie ein volles Katzen-Klo“), das moderne Allheilmittel schlechthin („Ingwer – der Depp vom Dienst“) bis zu den fitten Rentnern, die ihren Lebensabend auf dem E-Bike verbringen.

„Letmathe ist derPrenzlauer Berg von Iserlohn“

Zwar waren manche Programmpunkte wohl eher auf ein urbaneres und jüngeres Publikum gestrickt, immer mal wieder kam der Gebrauch von verbotenen Suchtmitteln zur Sprache, auch das Thema Alter sah Mia Pittroff wohl anders als viele der Anwesenden, aber die Letmather zeigten sich weltläufig und tolerant – und lachten herzlich mit. So verdienten sie sich eine besondere Auszeichnung: „Letmathe ist der Prenzlauer Berg von Iserlohn“, war Mia Pittroff überzeugt. Vielleicht erkannten sich die Besucher auch ein wenig in den überspitzen Charakterstudien wieder. Denn die gebürtige Oberfränkin beobachtet genau und teilt kräftig aus, auch gegen sich selbst. So erzählt sie von ihrer eigenen Baum-Blindheit („Wenn ich in den Wald gehe, dann ist das wie auf einer Party. Alle stehen um mich herum und ich kenne keinen“), von der Unfähigkeit Kastanien-Männchen zu basteln oder dem Binge-Watching, also der Vorliebe 20 Folgen der Lieblingsserie am Stück zu schauen.

Männer kamen an diesem Abend nur am Rande vor, eine Spezies, mit der andere Künstlerinnen ihr ganzes Programm bestreiten, auch das Thema Sex wurde nur kurz gestreift. Gut so, gibt es doch so viele andere Themen, über die es sich zu lachen lohnt.

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