Versammlung

Mini-Demo vor „Haus Potthoff“

Rund 20 Demonstranten brachten vor „Haus Potthoff“ ihren Protest gegen die AfD-Veranstaltung zum Ausdruck – friedlich, wie die verstärkt vor Ort anwesende Polizei am Abend bestätigte.

Foto: Oliver Bergmann

Rund 20 Demonstranten brachten vor „Haus Potthoff“ ihren Protest gegen die AfD-Veranstaltung zum Ausdruck – friedlich, wie die verstärkt vor Ort anwesende Polizei am Abend bestätigte. Foto: Oliver Bergmann

Dröschede.   Am Freitagabend traf sich die AfD. Der Ort blieb bis zum Nachmittag geheim.

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„Hol Dir dein Land zurück“ gegen „Herz statt Hetze“ in Dröschede: Am Freitagabend hat die AfD eine Versammlung abgehalten, auf der auch der Essener Politiker Guido Reil sowie Martin Renner, der nordrhein-westfälische Spitzenkandidat der AfD für die Bundestagswahl, zu Mitgliedern und Anhängern der Partei gesprochen haben sollen.

Der Ort der Veranstaltung wurde bestmöglich geheim gehalten. Nur wer sich per E-Mail beim AfD-Kreisverband angemeldet hatte, bekam Bescheid darüber, dass es sich um „Haus Potthoff“ handelte. Das taten offenbar nicht nur Sympathisanten der Partei. Ein Gegner ging genau diesen Weg. Auf Seiten der AfD ahnte offenbar niemand, dass hier der alte „Trojaner“-Trick zur Anwendung kam. Der Versuch, mit einer eilig angemeldeten Demonstration möglichst viele Bürger zu mobilisieren, die ihren Unmut über die umstrittene Partei ausdrücken sollten, gelang allerdings nicht.

Enttäuschung auf Seiten der Demonstranten

Ein paar Leute vom Friedensplenum, einige Jusos, SPD-Mitglieder, Dröscheder Bürger und ein paar vermummte junge Erwachsene, die eine Fahne der „Antifaschistischen Aktion“ hochhielten – knapp 20 Leute standen vor dem Biergarten-Zaun. „Wir wollen Präsenz zeigen und stören“, teilte einer von ihnen mit. Um eine mögliche Konfrontation zu verhindern, war die Polizei mit augenscheinlich drei Einsatzwagen und mehreren Beamten vor Ort – ein Bild, an das die Dröscheder in ihrem Dorf glücklicherweise nicht gewohnt sind.

Ein Teilnehmer der Mini-Demo drückte über den geringen Zuspruch sein Bedauern aus. „So etwas hat in meinem Dorf nichts zu suchen. Da muss man doch Flagge zeigen. Wir sind viel zu wenige. Die ganze Straße müsste voll sein.“ Jörg Jung vom Friedensplenum zeigte Verständnis: „Das Ganze ist sehr spontan. Wir haben erst gegen 15 Uhr von der Veranstaltung erfahren.“

Auf die andere Seite des Zauns kam nur, wer eine entsprechende Berechtigung vorzeigen konnte – der Presseausweis gehörte dazu. Klaus Latsch, Sprecher der Kreis-AfD erwähnte gegenüber der Heimatzeitung neben den Referenten außerdem, dass rund 70 Gäste erwartet würden – sowohl Mitglieder, als auch Interessierte, was aus seiner Sicht sehr erfreulich sei. Über die Anwesenden, die eindeutig nicht gekommen waren um Beifall zu klatschen, sagte er diplomatisch: „Jeder muss seine eigene Meinung haben, solange keiner Gewalt anwendet. Wer Ärger macht fliegt raus.“ Außer seiner Sicht bestand dazu gar kein Anlass. „Wir machen hier grundsolide Sauerländer Politik.“ Es blieb ruhig. Die Polizei meldete am Abend gegen 21.30 Uhr „keine Besonderheiten“ aus Dröschede.

Matner-Kißler schafft Gerücht aus der Welt

Auf Seiten der Demonstranten machte schnell das Gerücht die Runde, dass dem SPD-Ortsverein Letmathe von Familie Mansfeld, den Pächtern von „Haus Potthoff“, kurzfristig mitgeteilt worden sei, dass sie ihre für den vergangenen Mittwochabend anberaumte Mitgliederversammlung nicht im Saal der Gaststätte hätten abhalten können. Gesundheitliche Gründe seien dafür ausschlaggebend gewesen. Und zwei Tage später der große Bahnhof für die polarisierende AfD? Martina Matner-Kißler, die Vorsitzende der Letmather SPD, dementierte auf Nachfrage der Heimatzeitung entschieden: „Wir haben am Wochenende der Kilianskirmes erfahren, dass ,Haus Potthoff’ tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen geschlossen sei. Daraufhin haben wir uns eine Alternative gesucht. Uns hat niemand kurzfristig abgesagt, und Familie Mansfeld hat sich uns gegenüber auch nichts zu Schulden kommen lassen.“

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