Steinbruch Steltenberg

„Mit allen Mitteln“ gegen massiven Eingriff

Hinter die Vertreter der Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm, der Ratsfraktionen und der Verwaltung reihten sich an die 200 Interessierte in den „1. Sonntagsspaziergang“ ein. Foto: Torsten Lehmann

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Hinter die Vertreter der Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm, der Ratsfraktionen und der Verwaltung reihten sich an die 200 Interessierte in den „1. Sonntagsspaziergang“ ein. Foto: Torsten Lehmann Foto: IKZ

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Letmathe. Wie groß das Interesse in der Bevölkerung ist, die von der Stadt Hagen genehmigte Erweiterung des Steinbruchs Steltenberg bis weit auf Letmather Gebiet noch zu verhindern, zeigte der „1. Sonntagsspaziergang“, zu dem die Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm gemeinsam mit der Siedlergemeinschaft Dümpelacker an die 200 Interessierte aus Letmathe und Hohenlimburg begrüßen konnte.

„Wir möchten Sie heute mitnehmen auf eine Reise durch ein wunderschönes Stück Natur, von dem wir uns wünschen, dass es noch lange so erhalten bleibt“, sagte die Vorsitzende der Initiative Monika Langmann. „Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“ werde man sich jedenfalls gegen den „massiven Eingriff in die Umwelt“ zur Wehr setzen. Wie gravierend der sein wird, erklärte Thomas Meilwes vom BUND am dritten von fünf Haltepunkten während des gut zweistündigen Spaziergangs rund um das betroffene Gebiet. Spätestens mit der Realisierung der so genannten weiteren Abbauperspektive, die nach den jetzt genehmigten 9,6 Hektar - davon 60 Prozent auf Letmather Gebiet - noch einmal weitere 18 Hektar umfasst, würde man das Landschaftsbild endgültig „kaputt machen“, und zwar weithin sichtbar schon von Oestrich aus. Zuvor hatte Meilwes „die große Artenvielfalt im Kalkbuchenwald mit seinem seltenen, erhaltenswerten Boden“ erläutert.

Den Spaziergängern angeschlossen hatten sich unter anderem auch Vertreter der Ratsfraktionen von CDU, SPD, Bündnisgrünen, Linken und Freien Wählern. Der stellvertretende CDU-Fraktionschef Michael Schmidt und der SPD-Fraktionsvorsitzende Mike Janke unterstrichen dabei noch einmal, dass der Rat hinter der beabsichtigten Klage der Stadt gegen die Genehmigung durch die Stadt Hagen stehe. Dass durch die Vereinfachungsnovelle des Bürokratieabbau-Gesetzes der schwarz-gelben Vorgänger-Landesregierung Entscheidungsbefugnisse von der Bezirksregierung auf die Kommunen delegiert würden, sei, so Janke, grundsätzlich eine sinnvolle Sache. Wenn dadurch jedoch eine Kommune über das Gebiet der anderen bestimme und das nicht erteilte gemeindliche Einvernehmen zwar von den Hagenern zur Kenntnis genommen werde, ansonsten aber folgenlos bleibe, sei das ein „Ding der Unmöglichkeit“ und habe „nichts mehr mit demokratischen Grundsätzen zu tun“. Die bündnisgrüne Fraktionschefin Elke Olbrich-Tripp kündigte an, Johannes Remmel zu kontaktieren, um prüfen zu lassen, in wie weit es verfahrensrechtlich möglich ist, dass der grüne Landesumweltminister jetzt noch eingreife und wie beim Denkmalschutz die Entscheidungskompetenz an sich ziehe.

Auch Herbert Goldmann von der Stadt Iserlohn, der die Aussichten der Klage als erfolgsversprechend bezeichnete, hatte bereits den Kontakt zu Remmel gesucht, dabei allerdings mehr eine grundsätzliche Klärung der Steinbruch-Problematik im Visier. Angesichts von 15 Unternehmen allein in der Region um Iserlohn, die entweder bereits Erweiterungen ihrer Betriebsfläche beantragt oder diese in Aussicht gestellt haben, sei es, so Goldmann, dringend geboten, endlich landesweit den Bedarf und das Angebot zu ermitteln und abzugleichen.

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