Ortsleben

Mit dem Rollator sicher in den Bus

MVG-Mitarbeiter gaben den Senioren Tipps.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

MVG-Mitarbeiter gaben den Senioren Tipps. Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Letmathe.   MVG und Seniorenbeirat haben ein Rollatortraining am Bahnhof veranstaltet.  

15 Zentimeter können schon einen Unterschied machen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Senior mit seinem Rollator in einen Bus steigen will. Oft müssen die betagten Damen und Herren ihr Gefährt hochhieven, um den Höhenunterschied zu überbrücken. Dass es auch einen anderen Weg in den Bus gibt, erfuhren am Freitag 15 Personen beim Bustraining für Senioren am Bahnhof Letmathe. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Seniorenbeirat der Stadt und der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG). Üben konnten sie Senioren an einem Linienbus der MVG.

Eine von ihnen ist Hannelore Schurkus-Schamp. Sie ist mit dem Rollator unterwegs und hat Probleme, in den Bus zu steigen. „Die Fahrer halten immer so weit vom Bürgersteig weg“, beklagt sie sich über die Situation. Ihre Jahreskarte für Bus und Bahn habe sie deswegen nicht verlängert. „Wenn ich irgendwo hin will, dann muss mich jemand fahren oder ich nehm ein Taxi“, sagt die Rentnerin.

Rampe am Bus als letztes Mittel

Nun ist es auch für die Fahrer keine leichte Situation, wie MVG-Mitarbeiter Thomas Schmidt auf der Veranstaltung berichtet. „Fährt man zu nah an den Bürgersteig heran, dann werden die Reifen beschädigt“, erzählt er. Andererseits seien die Fahrer angehalten, den Gästen einen unkomplizierten Einstieg in den Bus zu ermöglichen. Gebe es Probleme, solle der Gast Kontakt zum Fahrer aufnehmen. „Als letztes Mittel kann man immer noch die Rampe am Buseingang aufklappen“, erklärt Thomas Schmidt.

Damit man dies aber vermeiden kann, geben die MVG-Mitarbeiter Thomas Schmidt und Marika Gomolka den Senioren ein paar Tipps, wie man die hohe Buskante überwinden kann. Anstatt den Rollator mit aller Kraft nach oben zu wuchten, empfehlen sie lieber einen Schritt zurück. Thomas Schmidt macht es vor. Mit dem Rollator in der Hand steht er an der Kante vor dem Buseingang, hält die Handbremse des Geräts fest, und zieht den Rollator nach hinten. Da die Hinterreifen dank der Bremse nun stillstehen, gehen die Vorderreifen nach oben und sind so besser kontrollierbar. Die Bremse wird losgelassen, Thomas Schmidt geht nach vorne und schon stehen die Vorderreifen auf dem Boden des Busses. Der Einstieg ist geschafft.

Was bei der Vorführung so leicht aussah, braucht tatsächlich Übung. Besonders der Übergang zwischen Bremse anhalten und loslassen bereitet vielen am Anfang Probleme. „Da muss man sich schon drauf einstellen“, sagt Else Seuster. Nach ein paar Durchgängen bekommen es aber die meisten Teilnehmer hin.

Allerdings muss man auch noch aus dem Bus herauskommen. Und auch hier haben die MVG-Mitarbeiter einen Tipp: Rückwärts aussteigen. „Am wichtigsten ist, dass sie einen festen Stand haben“, sagt Thomas Schmidt. Würde man vorwärts aus dem Bus aussteigen, sei dies nicht gewährleistet. „Das kann durchaus zu einem Sturz führen, wenn der Rollator in den Zwischenraum gerät“, warnt der MVG-Mitarbeiter. Also erst einmal den Rollator mit der Feststellbremse unbeweglich machen, dann selbst rückwärts aussteigen und dann den Rollator aus den Bus ziehen.

Auch hier ist ein wenig Übung nötig. Dank der stabilen Busstangen haben die Rentner aber etwas zum Festhalten. Das Rückwärtsmanöver gelingt vielen von ihnen deshalb auch mit wenig Übung. Zur Not können sie es noch einmal üben. „An einem Bürgersteig oder an einer Treppe kann man auch mit dem Rollator trainieren“, sagt Marika Gomolka.

Übung macht offensichtlich den Meister

Hannelore Schurkus-Schamp ist zumindest nach dem Kurs sicherer auf zwei Beinen und vier Rollen. Sie ist insgesamt fünf Mal in den Bus ein- und ausgestiegen – mit der neuen Methode. „Vielleicht hol ich mir bald wieder eine Jahreskarte“, erzählt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Vorher wolle sie aber noch ein wenig üben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik