Internationale Partnerschaft

Mutter im Kongo gibt ihren Vierlingen Letmather Namen

Wer hier in welcher Reihenfolge zu sehen ist, macht der frohe Brief aus dem Kongo nicht deutlich, aber sie sind alle gesund: Burckhardt Hölscher, Ute Müller, Heike Völkner und Johannes Zimmermann Bosako.

Wer hier in welcher Reihenfolge zu sehen ist, macht der frohe Brief aus dem Kongo nicht deutlich, aber sie sind alle gesund: Burckhardt Hölscher, Ute Müller, Heike Völkner und Johannes Zimmermann Bosako.

Foto: Privat

Letmathe/Botsini.  Aus Dankbarkeit hat eine 36-jährige Frau aus einer kongolesischen Partnergemeinde ihre vier neugeborenen Zwillingen nach Letmathern benannt.

Normalerweise ist es eine ganz bestimmte Geburt, die Protestanten bewegt. Am Donnerstag jedoch erreichte Pfarrer Burckhardt Hölscher ein Brief aus dem Kongo, der den ganzen Evangelischen Kirchenkreis in Verzückung versetzen dürfte: In der mit heimischen Spenden aufgebauten Geburtsstation in Botsini seien vier Kinder zur Welt gekommen, heißt es in dem Schreiben, das der Pfleger José Simokpi Zoyombina und der Pfarrer Thomas Alombo Bolek’y-Ambondjo unterzeichnet haben.

Die vier Säuglinge – zwei Jungen, zwei Mädchen – stammen demnach alle von derselben Mutter, der ­36-jährigen Annie Bosako, und sie tragen die Namen von vier Letmathern. Das Licht der Welt erblickten bereits am 7. Mai, in dieser Reihenfolge: Burckhardt Hölscher (2500 Gramm), Ute Müller (2400 Gramm), Heike Völkner und „Papa Jean“ Johannes Zimmermann (beide 2000 Gramm); der Familienname der Eltern wird daran vermutlich angehängt.

Diese Namenspatronate sprechen Bände über die Dankbarkeit, die die Menschen in den Kirchenkreisen Boende und Lofoy im nordwestlichen Kongo für die seit 1985 bestehende Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Iserlohn empfinden, die durch die Letmather Gemeinde besonders intensiv gepflegt worden ist. Neben Pfarrer Hölscher als Vorsitzendem des Partnerschaftskomitees werden damit die beiden Medizinerinnen Dr. Ute Müller und Dr. Heike Völkner sowie der Elektrotechniker Johannes Zimmermann geehrt, die der Klinik Bethlehem-Botsini, die etwa 30 Kilometer außerhalb von Boende liegt, im Jahr 2016 ein Ultraschallgerät überreichten.

Kinder und Mutter sind wohlauf

Mit Hilfe dieses, für eine kongolesische Dorfklinik andernfalls unerschwinglichen, Geräts erkannte das Team in Botsini frühzeitig, dass eine Mehrlingsgeburt bevorsteht. „Es ist ein kleines Wunder, dass die Kinder alle gesund zur Welt gekommen sind und auch die Mutter wohlauf ist“, kommentiert der gerührte Burckhardt Hölscher eine weitere wichtige Nachricht des Briefes. Die fünf seien zwei Tage nach der Geburt ins Krankenhaus in Boende verlegt worden, heißt es darin weiter. Anlässlich der aufsehenerregenden Vierlingsgeburt habe die 36-jährige Mutter sogar den Gouverneur der Provinz Tshuapa als offiziellen Gratulanten empfangen.

Der offenbar im Namen des vierten Kindes enthaltene Beiname „Papa Jean“ sei ein Ehrentitel, der sich für Johannes Zimmermann eingebürgert habe, erklärt Hölscher. Jener hat für das Krankenhaus unter anderem eine Solaranlage installiert. Derzeit, berichtet Hölscher, werde für die Geburtsstation in Botsini mit Hilfe von Spenden eine Hebamme ausgebildet.

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