Technik

Neue Masten sollen 100 Jahre halten

Beim Krantransport stand nur wenig Spielraum zur Verfügung. Das Mastteil durfte der Hochspannungsleitung im Hintergrund nicht zu nahe kommen.

Beim Krantransport stand nur wenig Spielraum zur Verfügung. Das Mastteil durfte der Hochspannungsleitung im Hintergrund nicht zu nahe kommen.

Foto: Oliver Bergmann

Genna.   Westnetz steht kurz vor dem Abschluss der Baumaßnahme am Ochsenkopf.

Auf der Zielgeraden befindet sich das anspruchsvolle Neubau-Projekt von sechs Freileitungs-Strommasten im Westen Letmathes. Die Westnetz GmbH als Betreiber hatte noch im vergangenen Jahr mit der Demontage der betagten Masten aus den 1930er Jahren begonnen, fast alle sind inzwischen durch Neubauten ersetzt worden. „Die Arbeiten laufen nach Plan, auch die Beseilung, also die Montage der Leitungen, ist schon in Vorbereitung und der Anschluss kurzfristig geplant“, sagte Tobias Muermann von der Westnetz-Projektkommunikation gestern auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Projektleiter Dennis Fürstenberg ergänzt: „Die Lebenserwartung der neuen Masten-Generation beträgt inzwischen etwa 100 Jahre.“ Zum Abschluss der Baumaßnahme ist noch einmal die ganze Erfahrung der Monteure gefordert, die in Diensten des auf den Bau von Freileitungs- und Mobilfunkmasten spezialisierten Unternehmens „CTeam“ aus Ummendorf (Oberschwaben) stehen.

Probleme durch steile Hänge, viel Nässe und strengen Frost

Als seien die Geländeverhältnisse im Bereich Ochsenkopf aufgrund der teils steilen Hänge nicht schon kompliziert genug für den Bau der etwa 30 Meter hohen Masten, kamen auch noch ungünstige Wettereinflüsse hinzu. Erst weichte jede Menge Regen den Boden auf, dann ließen ihn tagelange Temperaturen unter der Null-Grad-Marke steinhart gefrieren. Auch Muskelkraft war gefordert. Weil die Autokräne nicht hoch genug ausfahren können, kam wie in früheren Zeiten die Seilwinde zum Einsatz. Die Masten bestehen aus vier Bauteilen, die jeweils miteinander verschraubt wurden und zunächst vormontiert werden mussten. „Jede einzelne Strebe und jeder Isolator musste zusammengebaut werden. Das war wie ein Puzzlespiel“, schildert Dennis Fürstenberg. Die Isolatoren, die nicht mehr aus Porzellan, sondern aus Gummi bestehen, sorgen dafür, dass die Masten nicht unter Spannung stehen, wenn sie in Kürze die 110 000 Volt-Leitungen tragen. In einem der letzten Arbeitsschritte erhalten die Masten einen grünen Farbanstrich, allein damit sie sich dem Landschaftsbild besser anpassen. Mit Rostschutz habe das nichts zu tun. Sie seien bereits vom Hersteller verzinkt worden. Dadurch sei Rost auf Dauer kein Thema mehr, erklärte Tobias Muermann.

So gut es geht wird die Natur wieder instandgesetzt

Er, Projektleiter Dennis Fürstenberg und der für die Baukontrolle und Koordination zuständige Kollege Norbert Latarius Limp, sagten zwar, dass es sich um Stahlteile aus heimischer Produktion handele, aus welchen Stahlwerk sie genau stammen, bleibt unbekannt, da die Walzzeichen, wie sie noch ihre Vorgänger-Masten-trugen, fehlen. Muermann wies außerdem darauf hin, dass man im Zuge des Rückbaus auch die angerichteten Flurschäden beseitigen werde. Erst dann sei das rund 1,8 Millionen schwere Projekt wirklich beendet. Muermann: „Das schaffen wir wie angekündigt noch in diesem Frühjahr.

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