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Neuer Bus-Knotenpunkt in Planung

Ein Bus der Linie 8, der an der Haltestelle „Letmathe Mitte“ endet: heute noch alltäglich, in einem Jahr aber vielleicht schon ein historisches Fotomotiv. Die Linie soll bis zum Bahnhof verlängert werden.

Foto: Sebastian Blesel

Ein Bus der Linie 8, der an der Haltestelle „Letmathe Mitte“ endet: heute noch alltäglich, in einem Jahr aber vielleicht schon ein historisches Fotomotiv. Die Linie soll bis zum Bahnhof verlängert werden. Foto: Sebastian Blesel

Letmathe.   Kreis und MVG wollen den Bahnhof Letmathe besser an das Liniennetz anbinden.

Die Haltestelle „Letmathe Mitte“ ist Start- und Zielpunkt zahlreicher Buslinien. Damit könnte es in einem Jahr vorbei sein – im Sinne der Fahrgäste. Die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) und der Märkische Kreis tüfteln momentan an einem Plan, der die Verlängerung vieler Linien bis zum Bahnhof Letmathe ab Februar 2019 vorsieht.

Angestoßen hatten diese Optimierung die Anlieger der Nordfeld-Siedlung unter Federführung von Peter Grotegut. Er wandte sich im Herbst vergangenen Jahres über Hans Barthelmes an den Seniorenbeirat, der zunächst einstimmig beschloss, das Anliegen mitzutragen und es an die MVG, an den Kreis, und an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens weiterzureichen. Gut 150 Unterschriften wurden im Nordfeld gesamt, damit die mit elf Minuten Fahrzeit und zehn Haltestellen rekordverdächtig kurze Buslinie „8“ verlängert wird.

Sechs Linien könnten sich am Bahnhof begegnen

Von der MVG erfuhr die Redaktion nun nicht nur, dass die Sache auf den Weg gebracht worden ist – gemeinsam mit dem Kreis schnürt die MVG bereits ein viel größeres Paket: Die Linien 6, 15 und 16 sollen ebenfalls direkt am Bahnhof halten. Bislang wird die Haltestelle auf dem Vorplatz nur von den Linie 5 und 37 bedient. MVG-Sprecherin Marika Gomolka sagte dazu: „Es macht allerdings wenig Sinn, wenn der Bus ankommt, und die Fahrgäste verpassen den Anschluss an ihre Bahn. Und der Fahrplan ist bekanntlich eine Kunst.“ Beim Märkischen Kreis ist man optimistisch, die Sache in den Griff zu bekommen, zumal Anschlüsse nach Hagen und Siegen im 30-Minuten-Takt bestehen.

Ursprünglich war gewünscht, das erweiterte Angebot schon in diesem Jahr auf die Straße zu bringen. Die Zurückstellung auf 2019 hängt nach Informationen der Redaktion mit den jährlich zu erwartenden Mehrkosten in Höhe von 112 000 Euro zusammen.

Zugunsten von Letmathe wird im Südkreis gespart

Immerhin fahren die einzelnen Linien mehr Kilometer. Auch wenn die Distanz zwischen „Letmathe Mitte“ und „Letmathe Bahnhof“ kurz ist: Aufs Jahr gerechnet, kommen einige Kilometer hinzu. Geld, das in Letmathe zusätzlich ausgegeben werden muss, soll andernorts eingespart werden – und zwar im Südkreis. Die inzwischen erfolgte Reaktivierung des Streckenabschnitts Meinerzhagen-Lüdenscheid macht den Busverkehr zwischen beiden Endpunkten überflüssig. Noch aber ist der Bus unterwegs, weil es Verzögerungen beim Neubau des Bahnhofs Kierspe gibt. Ob durch das erhöhte Busverkehrsaufkommen Umbauten auf dem Vorplatz des Bahnhofs nötig werden, ist aktuell noch offen.

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