Stadtleben

Nur der Anbau soll für einen Neubau in Letmathe weichen

Neues Wohnen, stadtnah: Das Hauptgebäude Hagener Straße 36 bleibt erhalten, nur der Anbau in der Marienstraße soll zugunsten eines Neubaus mit sechs Eigentumswohnungen abgerissen werden

Neues Wohnen, stadtnah: Das Hauptgebäude Hagener Straße 36 bleibt erhalten, nur der Anbau in der Marienstraße soll zugunsten eines Neubaus mit sechs Eigentumswohnungen abgerissen werden

Foto: Michael May / IKZ

Letmathe.  An der Marienstraße entstehen sechs barrierearme Wohnungen. Die Nachfrage nach solchen Wohnungen in Letmathe ist derzeit groß.

Kaum hatte Walter Molitor auf dem Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft über seine Neubaupläne an der Marienstraße mitten in der Letmather Innenstadt gesprochen und die Heimatzeitung darüber berichtet, da klingelte im Büro seines Bauunternehmens am Hombruch schon das Telefon: Etliche bekundeten ihr Kaufinteresse für die Wohnungen, für die es noch nicht einmal die finalen Pläne gibt und dementsprechend auch noch keine Baugenehmigung.

In dieser Woche hatten Walter Molitor und sein Sohn Thomas Rönnfeldt, zusammen Inhaber der alteingesessenen Iserlohner Bauunternehmung Rösner, die inzwischen auch – mit separater Firma – als Bauträger auf dem heimischen Markt agiert, einen Termin im Bauamt der Stadt, bei dem es vor allem um Fragen der Fassadengestaltung und der Dachform ging. Da soll noch nachgebessert werden, deshalb will Molitor noch keine Pläne seines nächsten Projekts zeigen. Doch worum es geht, ist klar. Molitor, von Haus aus Bau-Ingenieur, hat das Haus Hagener Straße 36 gekauft, das Eckhaus zur Marienstraße, ein Objekt, das mit seiner traditionellen Fassadengestaltung gut in die Letmather Einkaufsmeile passt.

Baupläne werden gerade im Detail noch überarbeitet

Das Hauptgebäude soll bleiben, ein seitlicher Anbau in der Marienstraße soll bald abgerissen werden, um Platz für einen modernen Neubau zu schaffen. Sechs Eigentumswohnungen sollen dort entstehen, barrierearm gestaltet. Mit Balkonen? „Das wissen wir noch nicht. Um diese Punkte geht es gerade“, sagt Molitor. Außerdem soll das Dachgeschoss im alten Haupthaus zu einer Wohnung ausgebaut werden. Der Baubeginn ist noch offen, es müssen noch einige Fragen geklärt werden, auch zur Belieferung der zukünftigen Baustelle, denn die Marienstraße gehört eher zu den schmaleren Straßen im Stadtgebiet.

Ein Ladenlokal im Erdgeschoss des Hauses bezieht das Unternehmen Rösner gerade selber, um die aktuellen Bauprojekte von dort aus zu betreuen. Der Rösner-Neubau an der Ecke Hagener Straße/Zum Volksgarten mit geradliniger Architektur und Staffelgeschoss, ebenfalls vielfach Stadtgespräch, befindet sich im Stadium des Innenausbaus. Das Ladenlokal im Haus Hagener Straße 6-8 gleich nebenan, das Molitor zuvor für eigenen Zwecke genutzt hatte, wurde an eine Goldschmiedin vermietet. Und auch dieser Laden soll wieder vermietet werden, wenn das dortige Projekt abgeschlossen ist. 15 Monate Bauzeit rechnet Bautechniker Thomas Rönnfeldt bis zur Fertigstellung und verbindet das mit der Hoffnung, im Mai mit den Arbeiten beginnen zu können.

Während ein Objekt fertiggestellt wird, läuft für das nächste die konkrete Planung, außerdem natürlich die Suche nach geeigneten weiteren Standorten – so funktioniert das Geschäft des lokal aufgestellten, familiengeführten Bauträgerunternehmens mit insgesamt 30 Mitarbeitern. Die Rohbauarbeiten werden von den eigenen Leuten erledigt, die Ausbauarbeiten von heimischen Handwerksbetrieben.

Gerade in Letmathe ist Rösner in letzter Zeit besonders aktiv gewesen, hat beispielsweise drei Mehrfamilienhäuser in Genna mit 28 Wohnungen am Lenneufer errichtet, drei Mehrfamilienhäuser an der Hagener Straße 171, ein Elf-Familien-Haus an der Friedensstraße. Aktuell läuft der Neubau am Beginn der Straße Zum Volksgarten direkt an der Hagener Straße, gefolgt von dem Neubau an der Marienstraße.

Dass Rösner viel in Letmathe baut, ist dem Zufall geschuldet

Einen besonderen Grund für diesen räumlichen Schwerpunkt im Bauträgergeschäft gibt es nicht. „Das hat sich so ergeben, das ist purer Zufall“, sagt Walter Molitor. Dass das Interesse an den Objekten groß ist, der Verkauf problemlos läuft, liegt natürlich an den niedrigen Zinsen auf Geldanlagen wie auf Kredite, aber auch daran, dass ältere Menschen ihr angestammtes Heim aufgeben, um barrierearm und stadtnah zu wohnen.

Ganz so problemlos wie heute war die Vermarktung der Eigentumswohnungen nicht immer. Das erste Haus in Genna zu verkaufen, sei seinerzeit schwierig gewesen, die Ortsbezeichnung habe manchen vom Kauf abgehalten. Bei den späteren Neubauten war das einfacher. „Das hat sich recht gut entwickelt“, sagt Thomas Rönnfeldt. „Und so kam das, dass wir gemerkt haben, was für ein Potenzial in Letmathe ist“, fügt Walter Molitor hinzu.

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