Theaterverein Dröschede

Nur eine Avance trifft ins Schwarze

Antoine (v.li.), Pauline, Nicolas und Julie: Wer kriegt am Ende wen?

Antoine (v.li.), Pauline, Nicolas und Julie: Wer kriegt am Ende wen?

Foto: Stefan Drees

Dröschede/Leckingsen.   Der Theaterverein Dröschede überzeugt mit „Der Bücherwurm“ im Leckingser Exil.

Gewissermaßen im Exil, im großen Saal vom Restaurant Haus Dröge-Adria in Leckingsen feierte am Freitagabend der Theaterverein Dröschede Premiere mit dem Stück „Der Bücherwurm“ von Reiner Woop. Exil, weil die angestammte Spielstätte in Dröschede, das Haus Potthoff, ja geschlossen ist. Eigentlich, so Vorsitzende Britta Reinke-Kappenstein, sollte „Der Bücherwurm“ schon viel früher auf die Bühne kommen, landete dann aber zwei Mal wieder in der Schublade, weil im Haus Potthoff gerade mal wieder ungewisse Zeiten angebrochen waren.

Pauline und Nicolas sind am Ende die Glücklichen

Nun war es am Freitag aber endlich soweit, und der Theaterverein Dröschede präsentierte sich absolut in Form. Die Beziehungskomödie spielt im Haus des schwulen Bibliothekars Antoine (Oliver Richter). Seit Jahren gehört auch die Modefotografien Julie (Gina Hilscher) zur Hausgemeinschaft. Annäherungsversuche muss Julie bei besagter Konstellation natürlich nicht befürchten. Solche Annäherungsversuche sind es aber, die das ganze Stück bestimmen. Los geht es, als mit Nicolas (Sven Zittlau) ein männliches Fotomodell bei Julie vorspricht. Julie verliebt sich spontan in Nicolas, aber auch Antoine ist sofort Feuer und Flamme und geht auch schnell zum Nahangriff über, bleibt aber ohne Erfolg. Noch wuseliger wird es, als die junge Schauspielerin Pauline (Britta Reinke-Kappenstein) hereinschneit, weil sie sich bei der Wohnungssuche in der Hausnummer verirrt hat. Überraschend wirft hier auch Antoine seinen Anker aus, aber eher aus „väterlichen Gefühlen“. Pauline versteht das aber durchaus als echte und auch willkommene Avance. Aber auch Nicolas, der auf Julies Werben nicht anspricht, greift nun ins Beziehungsgeschehen ein, mit klarer Richtung: Pauline soll es sein. Und diese beiden sind es dann schließlich auch, die im Laufe des noch dynamischeren zweiten Aktes zu einander finden, während Antoine und Julie am Ende leer ausgehen.

Garniert ist das Stück reichlich mit für eine Komödie offenbar unverzichtbaren Schlüpfrigkeiten. Die kommen beim Publikum bestens an, was aber auch daran liegt, dass das Ensemble des Theatervereins Dröschede die entsprechenden Pointen durchaus zu setzen weiß. Rund ein halbes Jahr intensiver Proben machen sich sicht- und hörbar positiv bemerkbar.

Und dann tauchen im Stück noch drei weitere Gestalten in historischen Kostümen auf. Es sind Casanova (Rouven Weigt), Madame Pompadour (Anika Blunk) und Dorian Gray (Sinje Schnettker). Sie operieren als Mahner und Schutzengel für Antoine. Und da nur Antoine die Drei hören und sehen kann, ist natürlich für weiteren Komödienstoff gesorgt. Denn wenn Antoine seinen Schutzengeln antwortet, führt das natürlich zu größter Verwirrung bei Pauline, Julie oder Nicolas. Die Rollen von Casanova, Madame Pompadour und Dorian Gray sind übrigens doppelt besetzt, hier kommen auch Martina Scherch, Til Straub und Nadine Herget zum Einsatz.

Zwei weitereAufführungen

Am gestrigen Sonntag gab es eine weitere Vorstellung. Und wer nun auf den Geschmack gekommen ist: am kommenden Freitag, 12. April um 19.30 Uhr und am kommenden Sonntag, 14. April, 17 Uhr, gibt es weitere Aufführungen bei Dröge Adria. Dort gibt es auch Karten im Vorverkauf, genauso bei „Blüte und Stil“ in Dröschede. Tickets können aber auch unter 02374/973766 oder per Mail an info@theaterverein-droeschede.com geordert werden.

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