Bildung

Ökologie, Genetik und Corona

Die Abitur-Prüfungen in Corona-Zeiten laufen unter besonderen Bedingungen ab.

Die Abitur-Prüfungen in Corona-Zeiten laufen unter besonderen Bedingungen ab.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Letmathe.  Auch am Gymnasium Letmathe wurden gestern die ersten Abitur-Prüfungen geschrieben.

In NRW laufen seit gestern die Abitur-Prüfungen. Geschrieben wurde unter anderem in Biologie, Chemie und Physik. So auch am Gymnasium Letmathe. Doch neben Ökologie, analytischen Verfahren und Quantenphysik schwirrte den Schülerinnen und Schülern noch ein anderes Thema durch den Kopf: Corona.

Vor der großen Aula stehen Desinfektionsmittel, an der Wand hängt ein großer Plan, damit jeder Schüler weiß, wo er sitzt und die Duden liegen bereits ausgeteilt auf den Tischen, zwischen denen jeweils ausreichend Platz ist. „Wir haben baulich sehr gute Voraussetzungen“, sagt Schulleiter Peter Wiedemeier. In der Aula sei ausreichend Platz. 18 Schüler sind es am Dienstag, die in den Grund- und Leistungskursen Biologie und Physik ihre Prüfungen ablegen. Eine von ihnen ist die 18-jährige Nisa. „Wir haben uns durch die drei Wochen Schule schon an die Beschränkungen gewöhnt“, sagt sie. Unwohl habe sie sich deswegen nicht gefühlt, auch nervös sei sie nicht gewesen.

Das sah vor ein paar Wochen, als die Schulen plötzlich geschlossen blieben und die Schüler zuhause auf sich alleine gestellt waren, noch anders aus: „Ich wusste anfangs nicht, wie ich richtig lernen und mich vorbereiten sollte.“ Die Unterstützung der Lehrer und die entsprechenden Materialien hätten einfach gefehlt. Die letzten drei Wochen, der nachgeholte Unterricht in den Kleingruppen, seien daher sehr wichtig für die Vorbereitung auf das Abitur gewesen. „Das war sehr hilfreich“, sagt Nisa.

Normale Klausur-Situation – nur mit etwas mehr Abstand

Auch bei der 17-jährigen Leonie, die Bio als Leistungskurs hat, läuft es am Dienstag gut. „Ich war erst etwas nervös. Als ich die Aufgaben dann aber gesehen habe, habe ich mir keine Sorgen mehr gemacht.“ Sie habe viel zu Hause gelernt, vermutlich durch Corona und den damit verbundenen Schulausfall sogar noch mehr als sonst. „Man hat einfach noch mal fünf Schippen draufgelegt“, sagt sie. Sich sogar auf Themen vorbereitet, die vielleicht in der Form noch gar nicht im Unterricht behandelt wurden. „Ich bin generell ein Alleinlerner, aber ich habe mich viel mit Freunden am Telefon über die verschiedenen Methoden ausgetauscht.“ Bei der Frage, ob sie und ihre Mitschüler aufgrund von Corona schlechter auf die Prüfungen vorbereitet sind, sind die beiden Abiturientinnen nicht ganz einer Meinung. „Nein“, sagt Leonie. Nisa hingegen sieht Schüler, die in den letzten Wochen aus Vorsorgegründen nicht am Unterricht teilnehmen konnten, benachteiligt.

Als um Punkt 9 Uhr die Prüfungen beginnen, blenden Leonie und Nisa all das aus – die Masken, das Desinfektionsspray, der Abstand, die schwierige Vorbereitung. Denn jetzt geht es für die beiden nur noch um Ökologie, Genetik und Evolution – und nicht um Corona.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben